
Bei archäologischen Untersuchungen im Zusammenhang mit dem Großprojekt der Festen Fehmarnbelt-Querung fanden Dänische Kollegen bei Baggerarbeiten in Rødbyhavn völlig unerwartet direkt auf dem fossilen Meeresboden einen 20 cm langen, vollständigen Flintdolch mit erhaltener Rindenschäftung.
Die Schäftung besteht aus einem breiten Rindenstreifen (eventuell Birkenrinde, noch nicht untersucht), der den Griff fast völlig umschließt. Lediglich der verdickte Griffabschluss bleibt frei.
Wie die Rinde befestigt wurde, geht aus den publizierten Bildern nicht hervor.
Es handelt sich meiner Meinung nach um einen Dolch vom Typ VI nach E. Lomborg (1973). Diese Einordnung erfolgt auf Grundlage der publizierten Fotos. Im Text wird der Dolch in die ältere Bronzezeit datiert, aber typologisch nicht eingeordnet.
Schöne Bilder findet Ihr unter:
http://www.aabne-samlinger.dk/femernfor ... onzealder/
Es handelt sich bei dem Dolch um das erste Exemplar mit erhaltener Griffumkleidumg, welches in Dänemark gefunden wurde. Die einzige Parallele ist der berühmte Fund von Wiepenkathen (Niedersachsen), ein vermutlich in Rinde geschäfteter Typ I Dolch mit erhaltener Lederscheide.