Gute Frage, keine verläßliche Antwort möglich. Kontra Gürtel: Wo ist der Gürtelhaken? Gürtel geknotet oder wie? Die einfache "Schlaufe" der Spirale spricht gegen ein einfaches Durchschlaufen eines Bandes oder Gürtels, die Spirale würde schief hängen.
Kontra Kleiderbesatz: Manche dieser Spiralen sind recht groß, sie würden ggf das Kleid ordentlich verziehen. Zudem deutet die Trachtlage auf Gürtel hin.
Vielleicht der Besatz (=aufgenäht, nicht geschlauft) eines gewebten Gürtels, der rein organisch geschlossen war...
Es bleibt schwierig.
H
"Des is wia bei jeda Wissenschaft, am Schluß stellt sich dann heraus, daß alles ganz anders war."
Auf Besatz für Organischen Gürtel tippe ich auch eher.
Hier mal eine Möglichkeit, in der Schlaufe ein Band zum Verschluss.
Pro, in den meisten Gräbern liegen 2 Spiralen und im Doppeltgrab von FFM Berkersheim liegen die Spiralen so als ob der ( Gürtel?) diagonal über der Toten lag. Wäre auch bei den sehr großen Spiralen ( Froschausen : 20 cm , Pflaumheim: 17 cm , allerdings 3 und 2 kleinere Spiralen, Stettfeld: 22 cm)
Contra, es gibt, recht selten mehr als 2 Spiralen im Grab ( 4 oder in der Stufe Bessungener Wald , BZ C 2, sogar 5)
Grüsse
Thorsten Seifert
Man kann aus Geschichte nur lernen
Neue Erkenntnise entstehen nur durch das Studieren von Funden
Nach den mir erinnerlichen Umzeichnungen liegen die Spiralen "senkrecht" auf Hüfthöhe.
Ich bin bislang einfach davon ausgegangen, dass sie am Rock/Kleid/Bluse angenäht waren. Aber es ist wohl richtig, dass dann der Stoff zu straff gespannt gewesen wäre.
Gürtel ist wohl richtig. Bei gewebten Gürtel würde ich für eine Verstärkung (Birkenrinde) plädieren.
Eine weitere Möglichkeit ist die Verwendung an einer ( Gürtel) Kette aus Ringen und Bronzeblechzwingen. So im Hort von Niederflörsbach ( Spirale hing noch im Ende der Kette ) und Niedernberg ( Kettenreste und 2 Spiralen im Hort, Spiralen mittig gebrochen)
Grüsse
Thorsten Seifert
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Möglich. Das Dumme ist, dass solche zusätzlichen Metallteile oft in den Gräbern fehlen.
Ich wüßte leider jetzt keine Untersuchung in Richtung Tragespuren.
Bleibt schwierig.
Ich denke, das ist jetzt die klassische Aufgabe der rekonstruierenden Arch. da einen Vorschlag zu entwickeln.....
Problem bei einer Gürtelkette wäre es gibt in den Befunden keinen Hinweis auf einen Haken oder einen anderen Verschluss. Stufe Wölfersheim ist eh was sehr Spannendes ( hab da noch Besätze für ne Haube / Kappe aus Frankfurt Berkersheim). Leider ist man sich in der Literatur sehr uneinig ob es noch Hügelgräber Bronzezeit oder schon frühes Uk ist.
Grüsse
Thorsten Seifert
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Ein praktischer Trageversuch gestern läst am ehesten die Verwendung der Billenspiralen als eine Art "Bortenstrecker" , der das Einrollen eine Textilen Gürtels verhindern soll zu.
Grüsse
Thorsten Seifert
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Trotzdem dürfte bei einem breiten Texilen Gürte eine Hinterlegung mit einem steifen Material möglich sein. Birkenrinde wäre möglich, hab keine Quelle oder ev. Leder. Der Praktische Versuch hat gezeigt das solche Gürtel sich ohne irgendwas sehr zum Verdrehen neigen.
Grüsse
Thorsten Seifert
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