Jep, gibt Lederfunde... (Aber meines Wissens furchtbar schlecht pupliziert) - Hast Du die Webseiten der Museen, an denen die Sachen liegen schon gescannt?
(Hallein - Keltenmuseum Hallein und Naturhistorisches Museum Wien, Hallstatt - Museum Hallstatt und Naturhistorisches Museum Wien)
Die müssten Publikationslisten haben.
Ich bin auf Lederverzierungen aus. Ich hab hier nur vage Literaturhinweise, aber mit denen kann ich in OPAC leider nichts finden
F. E. Barth müsste dazu etwas pupliziert haben.
Das wird schwierig, Christoph. Nach allem was ich weiss, sind solche Funde nicht darunter. Es handelt sich um diverse Gebrauchsgegenstände wie Taschen oder Mützen oder Schuhe. Verziert ist da nix. Es sei denn, es gibt da was, was weder in den Museen noch in den Standardpublikationen ist. Das einzige organische verzierte Material das mir einfällt sind die Birkenhüte vom Dürrnberg
H
"Des is wia bei jeda Wissenschaft, am Schluß stellt sich dann heraus, daß alles ganz anders war."
Mhh, vielleicht muss ich auch noch die Funde vom Dürrnberg miteinbeziehen.
Willy Groenman-van Waateringe schreibt in seinem Beitrag "Haut und Fellreste vom Dürrnberg" in "Dürrnberg und Manching" folgendes:
"Drei zusammengehörende Fragmente zeigen eine Art eingestochener Verzierung, vergleichbar dem oberen Rand von Tragsäcken (Barth 1992a Taf. 3 - Danach habe ich in OPAC gesucht, allerdings nichts gefunden), aber feiner ausgeführt."
Zu Lederfunden fällt mir auch noch eine, glaube ich, späthalstättische Lederscheide ein. Diese wurde irgendwo in Luxemburg (?) gefunden. Auf jeden Fall gibt es ein Foto davon in "The Celts. Ausstellungskatalog Palazzo Grassi, Venedig (1991)". Hab ich mal kurz durchgeblättert, stand aber leider nichts Näheres drin. Aber diese Lederscheide war total reich verziert. Und die genau Technik würde mich halt interessieren, damit ich weiß was (abgesehen von der Ornamentik) für meine spät-la-téne-zeitliche Darstellung theoretisch drin ist.
Die 400 Jahre alte Technik könnte ich doch übernehmen, oder? Die Ornamentik würde ich halt der zeitgenössischen anpassen. Verzierungen wären halt für Gürtel und Taschen ganz interessant.
Viele Grüße, C.
(Edit: Hier habe ich eindeutig zu viele "halt" eingefügt )
Ich weiß nicht genau ob da was dabei ist, aber such über den OPAC mal nach: R. Karl/ J. Leskovar (Hrsg.), Interpretierte Eisenzeiten. Fallstudien, Methoden, Theorien. Tagungsbericht der 1. Linzer Gespräche zur interpretativen Eisenzeitarchäologie. Stud. Kulturgesch. Oberösterreich 18 (Linz 2005)
die frage nach lederverzierungen kommt ja immer wieder mal auf. leider gibt es trotz der vielen lederfunde aus den bergwerken hallstatt und dürrnberg überhaupt keinen hinweis auf verzierungen. es handelt sich nur um gebrauchsgegenstände, wie von hans schon erwähnt - taschen, schuhe, mützen, handleder...
sehr umfassende literatur zum dürrnberg: "thomas stöllner - der prähistorische salzbergbau am dürrnberg bei hallein"
mit zeichnungen und beschreibung aller funde.
Handkehrum sind beispielsweise Ha-Vollblechgürtel über und über punz-, treib- oder ritzverziert, sodass ich davon ausgehe, dass es Umsetzungen von Punzierung, Besatz, o.ä. sind. Die Fundlage von Buckelnieten bei (vergangenen) Pferdegeschirren und Gürteln bestätigen mich hier in meiner Vermutung.
Es ist nach Befunden offensichtlich, dass viele Zierelemente, welche als Blech vorliegen, auch in organischem Material Verwendung gefunden haben.
Manche metallenen oder organischen Besätze würden auf einem nicht weiter verzierten Leder m.E. verloren wirken. Deswegen gehe ich auch von einer Verzierung der Lederoberfläche selbst aus.
da gebe ich dir recht, steve. ich bin sicher, dass die verzierungen von metall eins zu eins auf leder umsetzbar sind.
zum thema gürtelbleche hab ich übrigens am freitag im naturhist. museum in wien etwas interessantes erfahren: es gibt jetzt erstmals einen fund, aus dem der gesamte aufbau eines solchen gürtels hervorgeht, und zwar wurde dieser in st. georgen im attergau, oberösterreich, gefunden: der kern besteht aus dünnem holz (rindenholz), darauf eine schicht aus textil. das blech wurde mit kleinen holznägeln befestigt, die wiederum mit einer ledereinfassung abgedeckt wurden. näheres dazu auf: http://www.attergau-zeitreise.at/ (etwas nach unten scrollen)
hab leider noch nichts besseres darüber gefunden, werd mich ber bemühen!