Kunst und Katastrophen

Palaeozoologie, Palaeobotanik und alle archäologischen Hilfswissenschaften, sowie Methodendiskussionen innerhalb der Archäologie.
Antworten
Benutzeravatar
Blattspitze
Beiträge: 2594
Registriert: 17.11.2007 17:38
Wohnort: Hamburg

Kunst und Katastrophen

Beitrag von Blattspitze »

Das geht steil, irgendwie ist alle Kunst Ergebnis von Astronomie und Katastrophe, wie dieser Artikel (double blind peer-reviewed) nahelegen soll:

"Diese Ergebnisse stützen eine Theorie der mehrfachen Kometenauswirkungen im Verlauf der menschlichen Entwicklung und werden wahrscheinlich die Sichtweise prähistorischer Populationen revolutionieren." Martin Sweatman
https://www.eurekalert.org/pub_releases ... 112718.php

Ein Ingenieur und ein Religionswissenschaftler zeigen`s den Archäologen:
Vom Löwenmensch über Lascaux bis Göbekli Tepe und Çatalhöyük, endlich ist die bislang verborgene tiefere Bedeutung der prähistorischen Kunst entschlüsselt.

"Eine einheitliche Interpretation der zoomorphen Kunstwerke im neolithischen Göbekli Tepe und Çatalhöyük sowie der europäischen paläolithischen Höhlenkunst ist gegeben. Es scheint, als hätten sie alle die gleiche Methode zum Aufzeichnen von Datumsangaben basierend auf der Präzession der Äquinoktien, wobei Tiersymbole einen alten Tierkreis darstellen. Dieselben Konstellationen werden heute im Westen verwendet, obwohl einige Tierkreiszeichen sich unterscheiden. Insbesondere hat die Schachtszene von Lascaux eine ähnliche Bedeutung wie die Säule 43 von Göbekli Tepe. Beide können als Denkmäler für katastrophale Begegnungen mit dem Tauriden-Meteorstrom betrachtet werden, im Einklang mit Clube und Napiers Theorie des kohärenten Katastrophismus. Das Datum des wahrscheinlichen Kometenschlags in Lascaux ist 15.150 ± 200 v. Chr., Was dem Eintritt eines in einem grönländischen Eiskern aufgezeichneten Klimaereignisses entspricht. Eine Übersicht über die Radiokohlenstoffdaten dieser Tiersymbole aus Chauvet und anderen paläolithischen Höhlen stimmt mit dieser Zodiakalinterpretation mit einer außerordentlichen statistischen Signifikanz überein. Schließlich passt auch der Löwenmensch von Hohlenstein-Stadel (ca. 38.000 v. Chr.) in diese Interpretation."
https://www.athensjournals.gr/history/2 ... eatman.pdf
"Stone tools are not fossil bones, but as it were, fossil thoughts, forever reminding me of the mind that shaped them." Henry David Thoreau
Benutzeravatar
ulfr
Site Admin
Beiträge: 5359
Registriert: 05.04.2006 13:56
Wohnort: Wetterau
Kontaktdaten:

Re: Kunst und Katastrophen

Beitrag von ulfr »

Hmmmm ... ich hatte auch schon mal überlegt, ob das Blaubeurener Pferdle nicht eine Darstellung des Sternbilds "Großer Wagen" sein könnte und der Adorant den "Orion" repräsentiert - die Ähnlichkeiten verführen dazu. Aber ob sich die Leute vor 40.000 Jahren schon mit der Präzession der Erdachse befasst haben, glaube ich eher nicht - das wäre doch ein bisschen zu sehr am Haar der Berenike herbeigezogen.

Im Übrigen ist dieser Ansatz nicht neu - schon 1994 hat der Kieler Privatgelehrte Hans W. Bornefeld in seiner 226 Seiten umfassenden Schrift "The Keys to the Caverns" dargelegt, die paläolithischen Malereien entziffert zu haben und damit eine alte Auslobung des spanischen Königs eingefordert, der demjenigen, der den Code der Höhlenmaler entschlüsselt, ein Schloss versprach. Einen diesbezüglichen Brief Bornefelds an Juan Carlos I. mit der Bitte, das Versprechen nunmehr einzulösen (... with owl and ghost!!) hat der Regent indes nicht beantwortet.
Bornefeld meinte herausgefunden zu haben, dass mithilfe der Malereien, die eigentlich Theroglyphen seien, Sonnen- und Mondfinsternisse vorhergesagt werden konnten.
"Der Unterschied zwischen Gott und den Historikern besteht hauptsächlich darin, daß Gott die Vergangenheit nicht mehr ändern kann."
Samuel Butler (1835-1902)

☪️oe✡️is✝️
Antworten