Feuer erhalten und Transport in der UFG

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Feuer erhalten und Transport in der UFG

Beitragvon Trebron » 12.08.2009 15:22

Bitte schön Manu.

Deine Frage:
Bin ja noch festgebissen an diesem Feuerhüten oder -transportieren. Was sagt denn das Birkenrindengefäß von ÖTZI aus? Kennt sich jemand aus?

Meine erste Antwort:
Ich glaube da steht was von Transportbehälter für Glut, wichtiger als die Publikationen zu Ötzis Birkenrindengefäß wären aber eigene Versuche, wie lange ein Stück Holzkohle von definierter Größe in grünem Laub eingepackt, in so einem Gefäß die Glut hält !
Hat das schon mal jemand versucht ?
Das würde mich auch interessieren.

In dem Film: "Am Anfang war das Feuer" war das meines Wissens ein offener "Tragekorb", in dem die Glut durch Zufuhr von Nahrung erhalten wurde. Diese Methode wäre mir persönlich sicherer.
Andererseits würde einem so ein stehts rauchendes Feuerkörbchen u.U. auch veraten.
Das erinnert mich an meine Ministrantenzeit mit dem Weihrauch

Tatsache ist, dass nach einem zünftigen Grillabend die Glutbrocken in der eigenen Asche wohl bis zum nächsten Tag halten.
Ich könnte mir vorstellen, dass so ein Glutbrocken in einem mit großen dicken grünem Blattwerk ausgepolstert und mit Asche gefülltem Behälter recht lange hält.

Interessantes Thema.

Trebron

Deine Antwort:
Das stimmt. In der Kirche ist es glaube ich mit Weihrauch. Da bin ich öfters mal umgekippt. Aber klar, den Versuch könnte man starten, ist wohl egal mit welchen Ahornblätter man das Birkenrindengefäß auslegt. Spitzahornblätter hab ich nicht.
Ein Besucher hat mir mal erzählt, als die Leute früher noch keine Streichhölzer (in Massen) zur Verfügung hatten, benutzten sie eine Art zylindrisches Metallgefäß mit Löcher. Da hinein haben sie vom Herd zu Hause glühende Kohle gelegt und sind,das Gefäß hin und herschwenkend (wie die Ministranten) aufs Kartoffelfeld gelaufen um es abzubrennen.
Das wäre normal gewesen.
Wie lange brennt denn wohl so ein Weihrauchstück? Hat Ötzi vielleicht nur kurze Strecken zurückgelegt, bis er wieder ein Feuer anmachte? Ich glaub die Alpenüberquerer durften doch auch nicht so lange Strecken zurücklegen. Warum haben die keine Glut mitgenommen?
Hallo Ingo, ließt du mich?

Manu


Ein Admin hätte da auch Beiträge verschieben können, aber ich denke, das geht auch so.

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Beitragvon Manu » 12.08.2009 15:33

Also bleib ich jetzt hier und schreibe nicht unter Manu.

Ich bin da immer so skeptisch. Denn angenommen es funktioniert nicht, dann sagen wieder ein paar Leute, ja klar, wir wissen ja nicht mehr welches Holz die damals genommen haben. Könnte ja sein, daß es Holzarten gibt, ich denke an Hartholz, das die Glut länger hält, als die Birke, die ich dann nehme.
Mein zweites Problem ist das Ersticken der Glut. Sorge ich nicht für Sauerstoffzufuhr kann ich das Experiment gar nicht starten. Reicht es Löcher in die grünen Ahornblätter zu machen? Tja, ich werds mal probieren. Ein Birkenrindengefäß hab ich noch und Glut krieg ich vielleicht beim Grillen oder im Schwedenofen.
Ich probiers, falls keiner da ist, der die Antwort schon kennt.

Manu
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Beitragvon Trebron » 12.08.2009 15:36

Probieren geht über studieren, hat meine Oma schon gesagt :D
Ich versuch das auch demnächst. Diese Woche wird es nicht mehr klappen.

Viel Erfolg

Trebron
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Beitragvon Mela » 12.08.2009 16:07

Mit Feuertransport kenne ich mich nicht aus - aber "Feuerhüten" habe ich noch von meiner Oma gelernt. Die hat ihr Feuer im Kachelofen nämlich nicht jeden Morgen neu entzündet, sondern eingegraben in Asche.
(Gut verpackt in Asche hält sich Glut also über Nacht - ich denke, ein Tagesmarsch müsste mit Transportgefäss durchaus drin sein).

Liebe Grüsse

Mela
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Beitragvon Bullenwächter » 12.08.2009 16:22

Hätte ich diesen Thread vorher gelesen hätte ich meinen Beitrag bei Markasitknollen knicken können
:argh:
Der Tag wird kommen, da wir um zu bewahren, töten müssen!
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Beitragvon Manu » 12.08.2009 16:29

Also, morgen hab ich Aktionsbereich mit Feuer. Da nehm ich Abends evtl. Birkenglut in Asche in mein Birkenrindengefäß, das wie ich gerade gesehen habe auf keinen Fall dicht ist. Dann wickle ich es in Ahornblätter ein und fahre 60 km nach Hause. Übermorgen arbeite ich wieder. Ich nehms also wieder zurück zur Feuerstelle und wehe es glimmt nicht mehr... dann brauch ich wieder ein Feuerzeug von meinem Kollegen :wink:
Ich werde euch berichten, wie es bei mir war.

Manu
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Beitragvon Trebron » 12.08.2009 17:04

Manu, ich möchte Dir vorschlagen, dass Du den Birkenrindenbehälter nochmal mit Blättern ausschlägst, Asche einfüllen, Glutbrocken einlegen, mit Asche abdecken und nochmal Blätter oben drauf.
Das sollte halten.
Ich fürchte, wenn Du die Glut nur in Blätter einwickelst, das die schnell trocken werden! Ein kleiner Luftzug und Dein Behälter steht in Flammen !

Ich habe das noch nicht versucht, halte es aber für möglich, also Vorsicht !

Viel Erfolg

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Beitragvon Manu » 12.08.2009 17:48

Genauso werde ich es machen, wünscht mir viel Glück. Ich werde berichten was passiert ist ....... wenn ich noch kann :kessel:

Manu
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Beitragvon Fridolin » 12.08.2009 18:14

... und wenn man den organischen Behälter mit ein wenig Lehm auskleidet? Der brennt unter Garantie nicht.
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Beitragvon Manu » 12.08.2009 18:42

Stimmt, hab auch schon daran gedacht überhaupt einen keramischen Behälter zu nehmen.
Grundsätzlich kommt aber immer wieder die Frage nach demBirkenrindengefäß von ÖTZI mit der Spitzahornblätterverkleidung (innen).
Mein zweiter Versuch wird in einem Keramikbehälter sein. Hat noch jemand Lust mitzumachen? :idea:

Manu
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Beitragvon Steve Lenz » 12.08.2009 18:46

Sand.

Wenn man ein Feuer über Nacht am Leben halten will lässt man es runterbrennen bis größere Glutstücke vorhanden sind. Dann mit Asche und Sand abdecken. Wenn man?s richtig macht kann man sogar auf dieser warmen Stelle schlafen.

Ich denke, die im Behälter erhaltenen Blätter dienten dem Schutz der Rinde vor der Hitze des Sandes.

Was anderes macht keinen Sinn.
Aus den Augen - aus dem Sinn.
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Beitragvon Joze » 12.08.2009 19:04

Die Violeta hat in Schwarzenbach aus BZ eine gute Replike einen keramischen Glutdeckel gehabt. Turkeve Phase der Gyulavarsand Kultur, Ungarn, h.16 cm. Foto per PN.
Joze
 

Beitragvon Manu » 12.08.2009 19:38

Das mit dem Sand hört sich gut an. Das würde auch Sinn machen. Es wirkt irgendwie beruhigender auf mich als die Ahornblätter.

Jetzt mach ich es so: Ich kleide mein Birkenrindengefäß mit Ahornblätter aus. Gebe Sand ein (den haben wir hier nämlich in Hülle und Fülle am See) nehme ein großes Glutstück und Asche und fülle mein Gefäß.

Würdet ihr einen Deckel draufmachen oder ist das Blödsinn? :oops:

Was heißt Foto per PN?

Manu
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Beitragvon Joze » 12.08.2009 20:17

Priwate Nachricht (e mail), ich weiss nicht wie Fotos hier belegen. Habe Foto von Violeta's Reco und aus Buch (Vorlage für Reco). Also: hist. belegt.
Joze
 

Beitragvon Fridolin » 12.08.2009 22:41

Joze hat geschrieben:Die Violeta hat in Schwarzenbach aus BZ eine gute Replike einen keramischen Glutdeckel gehabt. Turkeve Phase der Gyulavarsand Kultur, Ungarn, h.16 cm. Foto per PN.


Joze,
mehrere solcher keramischen "Glutdeckel" sind abgebildet im Katalog
Bronzezeit in Ungarn, Hrsg. Walter Meier-Arendt, 1992, ISBN 3-88270-323-7

Die erinnern mich frappierend (ähnliche Größe und Ausführung) an die
?bronzezeitlichen Bunsenbrenner? aus Italien, vgl.
http://www.archaeoforum.de/viewtopic.ph ... ght=bunsen
Mit dem Transport von Feuer / Glut haben die wahrscheinlich nichts zu tun.

Im selben Buch werden aber auch tragbare Feuerherde (H. um 35-40 cm) abgebildet (Bronzezeit).


"Guts Nächtle"
wünscht

Fridolin
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