Spätmittelalterliche Tartsche (Pavese)
Verfasst: 13.01.2026 21:06
Vor vielen Jahren erwarben wir eine fertige Tartsche eines Freundes aus Regensburg. Da uns das Schild zu schwer vorkam, wurde 2016 die aufgeleimte Leinwandbespannung samt Bemalung heruntergenommen,und der Schildrohling mit dem Hobel etwas verdünnt. Anschließend wurde ein Viles aus Werg und eine neue Leinwandbespannung aufgeleimt und mit Kreidegrund grundiert. Nach dem Trocken zeigte der Kreidegrund jedoch ein ausgeprägtes Krakelee. Die geplante Fassung wurde verworfen und das Schild landete erst mal wieder für ein paar Jahre im Keller.
Schließlich belebte Martin Siennicki mit seiner publizierten Diplomarbeit: Ein Kaufbeurer Setzschild aus dem späten Mittelalter. In: Stefan Dieter (Hrsg.): Von Schilden und Dichtern, von Webern und Bildern (= Kaufbeurer Schriftenreihe. Band 21). Bauer, Thalhofen 2019, ISBN 978-3-95551-131-9, S. 6–169 das Projekt von neuem.
Also wurde die Bespannung wieder heruntergenommen und der aus 4 Nadelholzbrettern auf Stoß verleimte Schildrohling, mit dem Hobel noch weiter auf ca. 2 cm Wandstärke ausgedünnt, ebenso wurde viel Material auf den Innenseiten der Mittelrippe und des Horns entfernt, so dass der Rohling auf 5,8 kg kam - unglücklicherweise wurden frühere Gewichte nicht notiert. Jetzt konnte der Schildrohling mit den Händen leicht verbogen werden.
Anschließend folgten eine Schicht Hautleim und eine Schicht quer zur Faserrichtung der Bretter aufgeleimtes Leinenwerg auf der Vorder. und Rückseite, die das Gewicht des Schildes wieder auf 6,4 kg erhöhten. Jedoch war das Schild jetzt mit der Hand nur noch unter hohem Kraftaufwand zu biegen.
Als nächstes folge - der wohl spannendste Teil der Schildkonstruktion - eine Zwischengrundierung aus Eisenspäne, Glasbruch, Knochenmehl, Kreide, Kohlenstaub und Hautleim, die Siennicki in den von ihn untersuchten Kaufbeurer Setzschilden nachweisen und im Experiment nachbauen konnte. Er vermutet eine Art Brandschutzschicht in dieser Zwischengrundierung. Diese Schicht ist jetzt am durchtrocknen und hat eine sehr raue spritzmörtelartige Oberfläche ausgebildet.
Die weiteren Schritte: Zwischengrundierung glätten, den Schildrohling mit Leinwand bespannen, grundieren und bemalen folgen später und werden hier berichtet.
Schließlich belebte Martin Siennicki mit seiner publizierten Diplomarbeit: Ein Kaufbeurer Setzschild aus dem späten Mittelalter. In: Stefan Dieter (Hrsg.): Von Schilden und Dichtern, von Webern und Bildern (= Kaufbeurer Schriftenreihe. Band 21). Bauer, Thalhofen 2019, ISBN 978-3-95551-131-9, S. 6–169 das Projekt von neuem.
Also wurde die Bespannung wieder heruntergenommen und der aus 4 Nadelholzbrettern auf Stoß verleimte Schildrohling, mit dem Hobel noch weiter auf ca. 2 cm Wandstärke ausgedünnt, ebenso wurde viel Material auf den Innenseiten der Mittelrippe und des Horns entfernt, so dass der Rohling auf 5,8 kg kam - unglücklicherweise wurden frühere Gewichte nicht notiert. Jetzt konnte der Schildrohling mit den Händen leicht verbogen werden.
Anschließend folgten eine Schicht Hautleim und eine Schicht quer zur Faserrichtung der Bretter aufgeleimtes Leinenwerg auf der Vorder. und Rückseite, die das Gewicht des Schildes wieder auf 6,4 kg erhöhten. Jedoch war das Schild jetzt mit der Hand nur noch unter hohem Kraftaufwand zu biegen.
Als nächstes folge - der wohl spannendste Teil der Schildkonstruktion - eine Zwischengrundierung aus Eisenspäne, Glasbruch, Knochenmehl, Kreide, Kohlenstaub und Hautleim, die Siennicki in den von ihn untersuchten Kaufbeurer Setzschilden nachweisen und im Experiment nachbauen konnte. Er vermutet eine Art Brandschutzschicht in dieser Zwischengrundierung. Diese Schicht ist jetzt am durchtrocknen und hat eine sehr raue spritzmörtelartige Oberfläche ausgebildet.
Die weiteren Schritte: Zwischengrundierung glätten, den Schildrohling mit Leinwand bespannen, grundieren und bemalen folgen später und werden hier berichtet.