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Flöte von Hagnau-Burg
Verfasst: 18.05.2024 16:55
von MartinH
Ich möchte mir einen Nachbau dieser Flöte bauen, der möglichst nah am Original liegt. Gibt es zu diesem Fund Informationen, die über diese Google-Treffer hinausgehen?
https://bawue.museum-digital.de/object/10883
https://journals.ub.uni-heidelberg.de/i ... 0763/44206
Insbesondere würde mich interessieren, ob die dort genannten Dimensionen noch dem Forschungsstand entsprechen und ob in den Ritzungen Pigmente gefunden wurden.
Re: Flöte von Hagnau-Burg
Verfasst: 18.05.2024 17:22
von ulfr
Hej Martin,
nein, mehr Infos zu der Flöte hab ich leider auch nicht.
LG W
Re: Flöte von Hagnau-Burg
Verfasst: 18.05.2024 19:42
von MartinH
Hm, schade. Gibt es vielleicht zumindest irgendwo höher aufgelöste Fotos vom Original, oder muss ich dafür nach Unteruhldingen fahren?

Re: Flöte von Hagnau-Burg
Verfasst: 19.05.2024 10:14
von Sculpteur
Hallo Martin, das ist wohl eins der Hauptprobleme beim Forschen.
Vielleicht fragst Du mal freundlich beim Museum an, ob die Dich irgendwie in Deinem Anliegen unterstützen können? Das wäre doch eigentlich auch für das Musuem interessant? Vielleicht gibt es auch einen Heimatverein in der Gegend, der Dich evtl. unterstützen kann? Manchmal lohnt es, sich ein wenig vor Ort durchzufragen, was ja auch aus der Ferne möglich ist. Es gibt meiner Erfahrung nach immer viele Menschen, die sich freuen, wenn man sich für Ihren Ort und Ihre Gegebenheiten interessiert.
Re: Flöte von Hagnau-Burg
Verfasst: 19.05.2024 16:43
von MartinH
Gute Idee, das werde ich machen.
Re: Flöte von Hagnau-Burg
Verfasst: 20.05.2024 11:09
von Sculpteur
Es freut mich wenn ich weiterhelfen konnte, Martin.
Wenn Du zum Thema Pigmente etwas in Erfahrung bringen solltest, teile es gerne in die Runde. Ich beschäftige mich am Rande auch immer wieder mit dem Thema Pigmente und uralte Farbmischungen und bin froh über jede interessante und weiterführende Information.
Besonders interessant bei Deiner Fragestellung finde ich auch die Positionierung des Grifflochs (bzw. der Grifflöcher - siehe Erhaltungsstand der Flöte?) im Flötenschaft. ich bin in Musiktheorie zwar noch nicht so sehr bewandert, aber das Thema Lochposition bei Flöten ist im Hinblick auf Tonhöhe und Tonempfinden und dam it musikalischem Empfinden aus sozioluktureller Hinsicht natürlich hochinteressant.
Und dann freuen wir uns Bei Zeiten natürlich über ein Konzert!

Re: Flöte von Hagnau-Burg
Verfasst: 22.05.2024 16:10
von MartinH
Naja, die "Flöte" hatte nur ein Griffloch, insofern ist die musikalische Ausdruckskraft etwas beschränkt

Ich vermute, dass sie als Signalpfeife oder als Trillerinstrument verwendet wurde. Oder vielleicht etwas ganz originelles wie diese Flöte?
https://www.youtube.com/watch?v=c6T6suv ... rldRecords
Re: Flöte von Hagnau-Burg
Verfasst: 22.05.2024 19:13
von Bullenwächter
Ich denke man darf bei dieser Flöte nicht unsere modernen Vorstellungen von Musik anwenden. Als ich als Kind in den 1960er70er Jahren in Nigeria war, bestand dort die Musik der Bushleute oft nur aus wenigen Tönen, dafür dominierten Rhythmus- und Percussioninstrumente, dazu würde dann eine Flöte, die nur wenige Töne hervorbringt gut passen, ohne langweilig zu klingen. Eben das was Francis Bebey in dem Utube-Filmchen macht. Selbst die damals moderne nigerianische Musik war von einem relativ geringen Tonumfang geprägt.
Also eher nix für Progressive-Rock-Fans

Re: Flöte von Hagnau-Burg
Verfasst: 23.05.2024 09:53
von Sculpteur
Sehr interessant!
Von den Harmonien und Tonumfängen beim Progressive Rock habe ich keine Ahnung. Spannend finde ich aber nach wie vor die Frage, wie die Umgebung insgesamt die Entwicklung von Sprache und Musik unterstützt: während hier lautstark die Drosseln, Meisen, FInken, Uhus u.a. Vögel zwitschern und der Specht klopft, klingt es in z.B. in Nigeria hier und dort sichelrich ganz anders (was sich jedoch meiner Erfahrung entzieht) und entsprechend beeinflusst.
Keine Ahnung welche damalige FLora und Fauna mit der Holunderflöte in Vebindung zu brinegn wären, aber irgendwie wird der Mensch auch stets durch sein Umfeld geprägt und inspiriert und vielleicht wäre auch das ein gewisser Ansatz für eine musikalische "Rekonstruktion".
Interessant auf dem afrikanischen Kontinent sind ja z.B. auch Völker und Gruppen, die komplex über Klicklaute komunizieren. Der Rhytmus als eines der elementarsten Elemente der Sprache und Musik findet sich ja eigentlich überall um uns herum.
