Flintspitze in Mammutrippe

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Flintspitze in Mammutrippe

Beitragvon ulfr » 08.01.2019 13:06

in Polen entdeckt:
http://scienceinpoland.pap.pl/en/news/n ... vered.html

Dem Querschnitt nach dürfte es eine Stielspitze gewesen sein.
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Re: Flintspitze in Mammutrippe

Beitragvon Blattspitze » 08.01.2019 18:33

Vielen Dank für den link!
Warum eine Stielspitze, also eine Font Robert Spitze? Könnte doch alles sein und ist ohnehin reine Spekulation, aber ich glaube eher an eine Gravette-Spitze:
https://www.degruyter.com/downloadpdf/j ... 7-0024.pdf
Was mich auf dem Bild irritiert: Die Biegung, schauen wir auf die Rippen-Innenseite, sozusagen auf die Austrittseite?
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Re: Flintspitze in Mammutrippe

Beitragvon TZH » 08.01.2019 20:42

Wow!

Bei uns wurde in 2017 ein Wollnashorn (sehr altes Tier) ausgegraben, ist noch nicht publiziert. Ich erinnere mich auf 3, 10-13 cm große Gravettspitzen aus entweder eine Art Schokoladenflint oder aus eine meine Mienen, und 2 zerbrochene, relativ breite C1 Obsidianklingen. Keine der Spitzen steckte im Knochen, aber die größte hatte ein Einschlagsnegativ auf der Spitze.
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Re: Flintspitze in Mammutrippe

Beitragvon ulfr » 09.01.2019 12:28

Blattspitze hat geschrieben:Warum eine Stielspitze


Hab mich ein bisschen mistverständlich ausgedrückt - ich meinte eine Spitze ohne Oberflächenretusche, also keine Blattspitze, sondern eine Projektilspitze aus einer Klinge (die in diesem Fall auf der Dorsalseite drei Negative aufwies).

Die Rippen eines Elefanten sind mehrfach leicht gekrümmt, die konkave Seite muss also nicht immer die Innenseite der Karkasse sein:

https://www.istockphoto.com/at/foto/ele ... 1-40102232
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Re: Flintspitze in Mammutrippe

Beitragvon Trebron » 10.01.2019 14:45

Vielleicht ist das Projektil auch auf der einen Seite zwischen den Rippen durch und auf der anderen Seite in die Rippe rein ?


:mammut2:
Zuletzt geändert von Trebron am 10.01.2019 15:41, insgesamt 1-mal geändert.
Wer nur zurück schaut, sieht nicht was auf ihn zu kommt
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Re: Flintspitze in Mammutrippe

Beitragvon ulfr » 10.01.2019 15:11

Ich bin mir da nicht sicher ... der Speer müsste nicht nur Fell und Haut, sondern auch fast das ganze Mammut durchschlagen. Die Versuche von Uli Stodiek mit der Speerschleuder machen das nicht sehr wahrscheinlich:

"Obwohl [...] mit größtmöglichem Krafteinsatz gearbeitet worden war, lag die Eindringtiefe [...] stets unter 10 cm."
(Stodiek 1993: 200 f)

Allerdings hat Uli damals mit Geweihspitzen gearbeitet, und die "Beute" war ein altes Wisent. Bei einem zweiten Versuch mit einem Damhirschen lag die Eindringtiefe von Speeren mit Solutreen-Kerbspitzen bei 25 - 30 cm, die Entfernung betrug 15 m.
Bei einem Mammut müsste man aber mindestens einen ganzen Meter innere Organe durchschlagen ... und wenn ich mir die Rippe ansehe, dann war das ein mittelgroßes Mammut, also auf keinen Fall ein junges zartes ...

:mammut3:
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