The fellowship of the hobbit: the fauna

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The fellowship of the hobbit: the fauna

Beitragvon hunasiensis » 14.05.2010 22:49

Journal of Biogeography (J. Biogeogr.) (2010) 37, 995–1006

The fellowship of the hobbit: the fauna
surrounding Homo floresiensis
Hanneke J. M. Meijer1*, Lars W. van den Hoek Ostende1,
Gert D. van den Bergh1,2 and John de Vos1

ABSTRACT
The Late Pleistocene Flores fauna shows a pattern observed on many other
islands. It is neither aberrant nor exclusive, but the result of non-random selective
forces acting upon an impoverished and disharmonic insular fauna. By comparing
the Flores vertebrate fauna with other fossil insular biotas, it is apparent
that the evolution of Homo floresiensis is part of a general pattern affecting all the
inhabitants of Pleistocene Flores. Vertebrate evolution on Flores appears to have
been characterized by phylogenetic continuity, low species richness and a disharmonic
fauna. All three aspects stem from the isolated position of the island
and have resulted in the distinct morphological characteristics of the Flores fauna.
Evidence reviewed herein shows that features exhibited by H. floresiensis, such as
small stature, a small brain, relatively long arms, robust lower limbs and long feet,
are not unique, but are shared by other insular taxa. Therefore, the evolution of
H. floresiensis can be explained by existing models of insular evolution and
followed evolutionary pathways similar to those of the other terrestrial vertebrates
inhabiting Pleistocene Flores.
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Conclusion

Beitragvon hunasiensis » 14.05.2010 23:17

CONCLUSIONS
The Flores vertebrate fauna displays a high degree of
endemism, a low species richness and phylogenetic continuity
from the Middle to the Late Pleistocene. This has clearly
affected the vertebrate fauna of the island, which shows
examples of both dwarfism and gigantism, and the presence
of adaptive radiation to fill available niches. All in all, Flores
fits all the textbook characteristics of an insular vertebrate
fauna, and the evolution of all its Pleistocene inhabitants
should be considered in this framework. Thus, the distinct
morphological characteristics displayed by H. floresiensis are
not pathological, aberrant or exclusive. Instead, they can be
explained as part of the insular syndrome, as the characteristics
of H. floresiensis are adaptations to an insular environment
and have evolved under long-term isolation. Many of
the characteristics, such as short stature, robust lower limbs,
large feet and a small brain are shared by a number of other
insular mammal taxa from Flores and other islands. They are
the result of similar evolutionary forces acting upon insular
taxa resulting from the isolated disharmonic nature of island
biotas. Rather than being an aberrant hominin, H. floresiensis
represents a typical island species, with features that, considering
other insular vertebrates, are in fact nothing out of the
ordinary. The combination of the high endemicity, low
species richness and phylogenetic continuity on Flores
directed the evolution of the vertebrate fauna and ultimately
culminated in the evolution of a species of dwarf hominin.
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Beitragvon ulfr » 09.12.2010 18:35

Jagten die "Hobbits" Riesen-Marabus?

http://news.bbc.co.uk/earth/hi/earth_ne ... 261713.stm
Die Einheimischen auf Borneo glauben, dass die Orang-Utans nur deswegen nicht sprechen, weil sie sonst arbeiten müssten.
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Beitragvon LS » 13.12.2010 16:27

Wie sagte Ditsche gestern im NDR:
Damals hat eben doch - wie man sieht - der Klapperstorch die Kinder gebracht. Erst durchs das Wachsen der Zwerge und die Verkleinerung der Störche ist dieser Brauch abhanden gekommen, weil die Kinners einfach zu schwer wurden für die Störche. So ist das!
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Beitragvon FlintSource » 17.12.2010 00:52

In Prinzip überhaupt nichts Neues, diese Verzwergung (Nanismus) von der Großfauna und Gigantismus bei den kleineren Tieren (speziell Mäuse/Ratten und Schildkröten) ist von vielen „echten“ Inseln belegt, reiner Endemismus. Nur mit dem endgültigen Auftauchen von einer endemischen, "miniaturisierter" Menschenart ist das alles wieder hoch gekommen. Ausführliche Arbeiten zu dem Thema stammen von dem niederländischen Paläontologen Paul Sondaar; die Verfasser von dem oben zusammengefassten Artikel sind dann auch alle ehemaligen Studenten aus seiner Schule.
Und sicher werden die Viecher gejagt sein, siehe mal was mit den bis zu drei Meter großen Moas in Neu-Seeland geschehen ist in dem Moment als die Maoris dort eintrafen. Übrigens ist die Kolonisation von der Südsee überwiegend möglich gewesen durch das Vorkommen von Riesenratten auf den Inseln in dieser Region. Ratsnack.

Edit:
Hier noch zwei Links zu dem generellen Thema
http://en.wikipedia.org/wiki/Foster%27s_rule

http://www.pbs.org/wgbh/nova/eden/giants.html
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Beitragvon LS » 18.12.2010 22:59

Hallo Rengert,
Inselverzwergung bei Homo sapiens wäre eine feine Sache, wenn da nicht einige Anthropologen behaupten würden, es wäre ein übriggebliebener Erectus-Stamm, wenn nicht sogar Australopithecus, die auf zauberhafte Weise eine Mikro-Parallelentwicklung mit Steinwerkzeugen etc. vollzogen hätten. Das macht die Sache komplizierter, denn verzwergte Kleinpopulationen halten sich nicht Hunderttausende von Jahren, sondern sind potenziell stets stark aussterbensgefährdet.

Mit weitergrübelnden Grüßen,
L.
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Beitragvon FlintSource » 19.12.2010 00:31

Hi Leif,
zwei Gegenpunkte: Erstens können endemischen Faunen, wenn die Inseln auf denen sie leben nicht irgendwie in Kontakt kommen mit dem Festland, sehr wohl über sehr lange Zeiten stabil sein. Ein schönes Beispiel ist im Neogen die Gargano, wo die endemische Fauna mit völlig irren Tieren wie Hoplitomeryx über lange Zeiten stabil war. Auch auf den anderen Mittelmeerinseln wie Kreta und Zypern waren die Faunen mit Mini-Hippos resp. extrem diversivierten (adaptive radiation, keine Ahnung wie man das ins Deutschen übersetzt) Hirschen während größer Teile des Pleistozäns stabil bis Homo sapiens da aufschlug.

Angesichts der Tatsachen, dass Homo floresiensis zusammenlebte mit verzwergten Stegodons und weiteren endemischen Tierformen, Flores hinter der Wallace-Linie liegt, es komplett unklar ist wann Homo erectus das Zeitliche segnet in Indonesien und wann H. sapiens dort eintrifft, ist die Sache tatsächlich etwas kompliziert. Diese Tatsachen widersprechen ein relativ hohes alter für die Isolation auf Flores jedoch nicht, meiner Meinung nach sogar im Gegenteil.

Ich persönlich hätte überhaupt kein Problem mit einer Abstammung von erectus, fände sogar die Verzwergung von sapiens doch wohl sehr kurzfristig, wenn wir vom Spätpleistozän (vielleicht sogar erst Weichsel-Pleniglazial) ausgehen für die Kolonisation der kleinen Sundainseln. Für eine vermutete Abstammung von Australopithicine sprachen, glaube ich, Merkmale im Fuß, wobei zu bedenken ist, dass bei Zwergformen die Füße manchmal eine ganz merkwürdige Morphologie aufweisen. So sehen die Füße der zypriotischen Zwergnilpferde eher aus wie Ziegenpfoten!
Ein "Out-of-Africa" für Australopithecus finde ich noch immer unwahrscheinlich, aber vor 25 Jahren war Dmanisi auch komplett undenkbar. Vielleicht hat Wolpoff mit seinem Multi-Regionalismus doch irgendwie recht.
Es bleibt extrem spannend.
HG
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Beitragvon ulfr » 06.01.2011 12:32

Die Einheimischen auf Borneo glauben, dass die Orang-Utans nur deswegen nicht sprechen, weil sie sonst arbeiten müssten.
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