
Wie bei den Originalen ist die Beilklinge in einem Winkel eingesetzt. Der Schaft ist in dieser Ansicht fast zu ?keulenartig? ausgebildet, im Profil sehen die Originalfunde fast wie ?Dachlatten? aus und das Nackenende darf nicht zu weit hinten auskragen. Die älteren dünnackigen Beile sind demgegenüber stets in unterschiedlich verdickte oder geschwungene Schaftköpfe eingesetzt und die Nackenenden ?gucken? hinten raus. Da ich schon mehrere Bäume mit diesem Beil gefällt habe, zeigen sich deutliche ?Gebrauchsspuren? an den Holzwangen. Mit diesem Beil arbeite ich gerne, es schneidet fast ?von selbst?.

Das Flachbeil habe ich einfach mit gewachstem Leinenzwirn stramm auf eine Fläche gebunden, bei der Arbeit zieht es sich sehr fest. Es gibt ein ähnliches Holzstück aus Litauen, aus Südskandinavien kennen ich keinen Original-Dechselschaft. Aus Holland gibt?s noch ein abweichendes Original mit zwei Holzwangen.

In dieser Ansicht sieht man sehr gut die unterschiedliche Blattstärke der Beile. Ich glaube, dass die dünnblattigen Klingen als Dechsel genutzt wurden und nicht als Geradbeile.

Interessanterweise finden sich in mittel- und spätneolithischen Gräbern manchmal ganze Sätze von Holzbearbeitungswerkzeugen bestehend aus Fällbeilklinge, Dechselklinge und manchmal einem Meißel (Stechbeitel).
Ich poste dies unter Handwerk, da es sich meiner Ansicht bei den diesen Stücken nachempfundenen Originalen um Arbeitsbeile und keinesfalls um Waffen handelt. Ansonsten hätte es sicher unter ?Beile, Äxte, Keulen? gepasst.
Marquardt