Ocker im Mesolithikum (GB)

Alles was mit Der Verwendung von Farbe zu tun hat..

Moderatoren: Turms Kreutzfeldt, Hans T., Nils B., Chris

Ocker im Mesolithikum (GB)

Beitragvon ulfr » 27.01.2018 10:52

"Am gefährlichsten ist die Weltanschauung derer, die nie die Welt angeschaut haben."
(wird Alexander v. Humboldt zugeschrieben)
Benutzeravatar
ulfr
Site Admin
 
Beiträge: 5025
Registriert: 05.04.2006 14:56
Wohnort: Wetterau

Re: Ocker im Mesolithikum (GB)

Beitragvon TZH » 27.02.2020 13:24

Habs gefunden, es ist so schön, ich dachte, ich linke es hier irgendwo rein:

https://www.thisiscolossal.com/2019/11/ ... vUiTewOgrk
Benutzeravatar
TZH
 
Beiträge: 724
Registriert: 28.02.2008 17:01
Wohnort: Domoszló, Ungarn

Re: Ocker im Mesolithikum (GB)

Beitragvon ulfr » 28.02.2020 11:10

... und ich dachte immer, Ocker wäre gelb bis braun - erstaunlich!
Danke, TZH!
"Am gefährlichsten ist die Weltanschauung derer, die nie die Welt angeschaut haben."
(wird Alexander v. Humboldt zugeschrieben)
Benutzeravatar
ulfr
Site Admin
 
Beiträge: 5025
Registriert: 05.04.2006 14:56
Wohnort: Wetterau

Re: Ocker im Mesolithikum (GB)

Beitragvon TZH » 28.02.2020 11:42

Sehr gutes Buch dazu (die am Ort auffindbare Ockerfarben werden sehr oft drin erwähnt):

Henri Lhote: Die Felsbilder der Sahara : Entdeckung einer 8000jährigen Kultur.

Aus gelb und braun kann man die verschiedenste Rottöne durch Rösten erzeugen.
Benutzeravatar
TZH
 
Beiträge: 724
Registriert: 28.02.2008 17:01
Wohnort: Domoszló, Ungarn

Re: Ocker im Mesolithikum (GB)

Beitragvon Medivh » 01.03.2020 17:12

Echt erstaunlich, danke für den post. Das muss ich direkt mal bekannten Pädagogen, die sich mit der Steinzeit und Farben befassen weiterleiten ;)=
Alt ist man erst, wenn man zum Archäologen überwiesen wird.

Daniel Richardt, M. A.
Volontär beim Landesamt für Denkmalpflege - Baden-Württemberg
Benutzeravatar
Medivh
 
Beiträge: 119
Registriert: 17.04.2019 13:12
Wohnort: Esslingen a. N.

Re: Ocker im Mesolithikum (GB)

Beitragvon Flintstone » 01.03.2020 20:29

ulfr hat geschrieben:... und ich dachte immer, Ocker wäre gelb bis braun - erstaunlich!
Danke, TZH!



Ocker sind Erdfarben, und zwar Gemische aus 5–20 % Brauneisenstein mit Tonmineralen, Quarz und Kalk.
(https://www.chemie-schule.de/KnowHow/Ocker)
Die färbenden Bestandteile sind Eisen(III)-oxidhydrat (Limonit) und Eisen(III)-oxid (Hämatit).

Bei dem sogenannten "blue ochre" handelt es sich zwar auch um eine Erdfarbe, aber chemisch gesehen ist dieses Pigment grundverschieden von Ocker. Der färbende Bestandteil ist das Mineral Vivianit, ein wasserhaltiges Eisen(II)-phosphat.

Vivianit kann man gelegentlich in Hochmooren oder in Torf antreffen.
Ich habe z.B. in Nordjütland an der Küste blaue Vivianitkrusten in von Dünen verschütteten Torfbänken beobachtet.
Vor einigen Jahren fand ich beim Sammeln von Raseneisenerz ebenfalls Brocken mit kräftig blauen Krusten.
Exkurs: Solche Raseneisenerze sind aus moderner Sicht aufgrund des hohen Phosphatgehalts für die Stahlerzeugung wenig geeignet. In der Eisenzeit und im Mittelalter wurden solche Erze aber durchaus verwendet, da das resultierende phosphorhaltige Eisen härter ist als normales Schmiedeeisen und deshalb für die Herstellung einfacher Werkzeuge geeignet ist :) . Allerdings ließ sich guter Wekzeugstahl nicht daraus herstellen :(.
Benutzeravatar
Flintstone
 
Beiträge: 57
Registriert: 02.06.2013 10:44
Wohnort: Flensburg

Re: Ocker im Mesolithikum (GB)

Beitragvon TZH » 02.03.2020 10:49

Phosphorgehalt kann man durch die Zugabe von Kalk bem Verhüttung minimieren, dem so entstandener Eisen kann man dann für normales Schmiedearbeiten weiterverwenden.
Fertiges Phosphoreisen ist nicht hart, sondern spröde. 0,5*0,5 cm dicke stücke kann man mit blossem Hand Brechen. Es enthält meisstens auch kleine, silbern glänzende phosphoroxid stücke, aber das ganze hat sowieso ne silberne farbe. Deshalb wurde es zun Damaszieren im Frühmittelalter benutzt. ZBp. die verdrähte mittelstäbe der angehende Klinge wurden 50-50% aus phosphoreisen und normaler Schmiedeeisen zusammengeschweisst. Deswegen kann man ruhig Bedenken bei den meissten modernen rekos von zBp Wikingerschwerter haben (kein Phosphoreisen-gehalt)
Benutzeravatar
TZH
 
Beiträge: 724
Registriert: 28.02.2008 17:01
Wohnort: Domoszló, Ungarn


Zurück zu Färberei & Bemalung

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast