Catalhöyük - Wohnen ohne Verwandten

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Catalhöyük - Wohnen ohne Verwandten

Beitragvon ulfr » 03.11.2021 14:35

https://www.spektrum.de/news/Catalhoeyu ... obal-de-DE

"Die Toten unter Çatalhöyüks Häusern zeigen: Kaum einer lebte hier bei seinen Eltern und Geschwistern. Sollte das Durchmischen der Kernfamilien die Gemeinschaft gleicher machen?
Auffallend war hier die gemeinsame Bestattung einer erwachsenen Frau und eines Mädchens, das wahrscheinlich bei der Geburt gestorben war. Man hatte den Körper des Kindes direkt an das Becken der Frau gelehnt. Die intuitive Interpretation des Fundes als Mutter mit ihrem bei der Geburt verstorbenen Kind, erwies sich jedoch als falsch. Die beiden Toten waren genetisch nicht miteinander verwandt. Während die Frau einen Bruder in der Gruppe hatte, war das Mädchen mit keinem der Verstorbenen durch biologische Wurzeln verbunden. Dies könnte darauf hindeuten, dass die Praxis der Bestattung von nicht genetisch verwandten Personen bereits in den Siedlungen des akeramischen Neolithikums ihre Anfänge nahm.
"
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Re: Catalhöyük - Wohnen ohne Verwandten

Beitragvon Blattspitze » 04.11.2021 17:07

Die Auflösung der traditionellen Kernfamilie wäre demnach nicht allein Thema der Moderne ...
Aber was ich mich frage: In so einer großen und dicht besiedelten Siedlung / Stadt wurden die Toten unter dem Fußboden begraben - das muss den Bewohnern doch "gestunken" haben?
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Re: Catalhöyük - Wohnen ohne Verwandten

Beitragvon ulfr » 09.11.2021 10:06

Das ging doch bis ins Mittelalter so ...
Und Gestank liegt bekanntlich in der Nase des Beriechenden ... Stell heute mal einen Neandertaler nachmittags 16:00 Uhr ans Neckartor in Stuttgart :9:
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