Höhlentauchen in Florida

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Höhlentauchen in Florida

Beitragvon ulfr » 20.08.2010 09:45

Seit einiger Zeit werden die Salt-Spring-Höhlen in Florida archäologisch untersucht. Eiszeitliche Bewohner haben hier jede Menge Gegenstände aus organischem Material hinterlassen, die sehr gut konserviert wurden. Auf die Ergebnisse der schwierigen Unterwassergrabung darf man gespannt sein:

http://www2.tbo.com/content/2010/aug/19 ... -breaking/
Die Einheimischen auf Borneo glauben, dass die Orang-Utans nur deswegen nicht sprechen, weil sie sonst arbeiten müssten.
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Beitragvon Bullenwächter » 20.08.2010 09:58

Hab vor ner Zeit einen Artikel dazu in der Wikipedia angefangen, der mittlerweile schön ausgebaut wurde:

http://de.wikipedia.org/wiki/Little_Salt_Spring

Eindrucksvoll finde ich die Profilzeichnung der Höhle auf einem alten Science Titelblatt http://www.floridacaves.com/bigcover_li ... prings.jpg

Das westliche Florida schien voll von solchen Karsthöhlen zu sein.
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Beitragvon Trebron » 20.08.2010 10:45

Interessant !
Ob es an unseren Küsten auch ehemals freiliegende Höhlen gibt, die jetzt unter Wasser stehen ? Gibt es da konkrete Beispiele mit Funden ?
Unsere Nord- und Ostseeküsten sind ja eher flach.
Bei unseren südlichen, an das Mittelmeer und den Atlantik grenzenden Nachbarn gibbet das wohl eher.
Wer nur zurück schaut, sieht nicht was auf ihn zu kommt
Uff pälzisch: wä blos zurigg guggt, sieht net was uff`ne zukummd
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Beitragvon Bullenwächter » 20.08.2010 14:11

Ich bin kein Geologe, aber so weit ich weiß ist der Untergrund an Nord- und Ostsee ist kein Karstgebirge. Richtgung Nordsee haben wir dicke Ton- und Sandauflagen, wo dort felsiger Untergrund beginnt weiß ich nicht. Das ist also zumindest an der Nordsee eher unwahrscheinlich.
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Beitragvon ulfr » 21.08.2010 10:47

Mit noch unentdeckten Höhlen ist in den Karstgebieten in Süddeutschland zu rechnen, die nacheiszeitlichen Aufschotterungen im Achtal bei Blaubeuren z.B. dürften etwa 10 m betragen, so dass Höhlen, die vor 20.000 Jahren auf Bachniveau gelegen haben, heute verschüttet wären. Allerdings wird sich wohl kaum jemand die Mühe machen, all diese Schotterfüllungen aufzugraben. Möglich wäre vielleicht eine Erkennung der Hohlräume durch Georadar.
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Beitragvon Manu » 21.08.2010 16:11

Aber das wär schon was, bei den "Schätzen" die dort geborgen werden. Da würde ich gerne mal Mäuslein spielen.

Warum gräbt da keiner? :?

:einbaum:
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Beitragvon Thomas Trauner » 25.08.2010 09:02

So was ähnliches gibt es bei Hunas, Landkreis Nürnberger-Land.
Da verstürzte wohl um 100.000 eine Höhle und schottete sich damit nach außen völlig ab. Beim Abbau des Felsmaterials (Steinbruch) öffnete sich damit eine Schatzkammer. Allerdings mehr für den Paläonthologen, für die Arch. war vor allem der Fund eines rund 130.000 alten Neanderthalerzahns von Interesse.
Siehe: http://www.uf.uni-erlangen.de/projekte/hunas/hunas.html

Thomas
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Beitragvon Blattspitze » 26.08.2010 10:56

Hier ein Artikel mit Foto der Skelettreste in Fundlage:
http://dti.inah.gob.mx/index.php?option ... Itemid=512
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Beitragvon Bullenwächter » 26.08.2010 11:38

@ Blattspitze:

Das sind aber keine Skelettreste aus dem Little Salt Spring oder der Fränkischen Höhle, das ist ein ganz anderer Fundkomplex in Quintana Roo auf der mexikanischen Halbinsel Yukatan - aber nicht weniger Interessant.
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Beitragvon Blattspitze » 26.08.2010 11:54

Sorry, Du hast natürlich recht. Irgendwie ist mein erster Satz beim kopieren verloren gegangen. Mange Tak!
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Beitragvon Fridolin » 26.08.2010 12:03

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Beitragvon Blaubär » 30.08.2010 16:57

@Manu: Warum gräbt da keiner? Nur ein kleines Beispiel. Die ARGE Grabstetten hat 7 Jahre gebudelt um an ein darunter liegendes Höhlensystem zu kommen. Dieses hat sich erfreulicher Weise als zum Blautopf-System dazu gehörig entpuppt. Hier waren aber klare Hinweise auf ein Höhlensystem vorhanden. Es gibt aber nur selten solche Hinweise, das sich so eine aufwendige Graberei lohnt. Es liegt auch so noch genug unerforschtes Land in der Gegend herum. In diversen Forschungswochen haben wir z.B. im Bereich Dachstein bis zu 15 Höhlen pro Tag entdeckt, die Eingänge eingemessen und teilweise diese auch koplett vermessen. Der Dachstein ist allerdings auch durchlöchert wie ein Käse. Aber auch in der fränkischen Schweiz haben wir vor Jahren bei div. Forschungswochenenden bis zu 20 "Höhlen" und Felsüberhänge aufgedeckt und kartografiert. Graben ist immer zeitintensiv und man muß schon direkte Hinweiße haben. Sonst stellt sich auch schnell Frust ein.

Grüße
Blaubär
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Beitragvon Bullenwächter » 30.08.2010 20:16

Manu hat geschrieben:Warum gräbt da keiner? :?


Weil jede Grabung mit der Vernichtung, oder zumindest mit einer erheblichen Zerstörung des Fundes einhergeht aus diesem Grund sollten Grabungen immer nur das letzte Mittel sein.
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Beitragvon ulfr » 19.02.2011 12:18

Neues aus den mexikanischen Höhlen:

http://blogs.nationalgeographic.com/blo ... found.html
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Re: Höhlentauchen in Florida

Beitragvon ulfr » 11.03.2011 11:30

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