Neufund einer Frauenfigur? aus dem Hohlefels

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Beitragvon ulfr » 24.06.2009 14:31

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Beitragvon Trebron » 25.06.2009 11:53

Habe im Netz mal gestöbert und bin auf das gestoßen:

http://www.hagia.de/de/index.php?page=programm
http://www.google.de/search?hl=de&ei=uE ... ie&spell=1

Und hier ein Beitrag aus einen anderen Forum:
"Hallo,

zum Thema "Matriachat" und "Matriachatsforschung" gibts eine Akademie in Deutschland, die Akademie Hagia:
http://www.hagia.de. Heide Göttner-Abendroth
ist hier die Fachfrau in Deutschland, ansonsten sind die Werke von Marija Gimbutas sehr zu empfehlen.
Marija Gimbutas war Prähistorikerin und Anthropologin. Sie stellte die These auf, daß im Osten des ?Alten Europa? habe im Neolithikum (Jungsteinzeit) eine zwischen den Geschlechtern ausgewogene, matrilineare Gesellschaftsform vorgeherrscht. Deren Religion habe die Verehrung einervielgestaltigen ?Großen Göttin? beinhaltet.
Diese Theorie heißt "Kurganthese".
Mein Lieblingsbuch zu dem Thema Matriachat/Göttin ist übrigens das Buch von der Religionswissenschaftlerin Dr. Christa Mulack "Religion ist zu wichtig, um sie den Männern zu überlassen - die Göttin kehrt
zurück".
Sie belegt bspw., daß Jesus auch zur Göttin gebetet hat, das aramäische Wort für den heiligen Geist ist nämlich weiblich, also müsste es - wenn die Kirche korrekt wäre (aber wann ist sie das schon...... ) - an Pfingsten "heilige Geistin" heißen.
Das Frau Dr. Mudrack von anderen, konservativen Religionswissenschaftlern für ihre Thesen massiv angegriffen wurde, ist klar. Dafür mußte sie auch ihren Lehrstuhl aufgeben (soweit ich das noch zusammen bekomme)Sonnige Grüße

Suuna "
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Was ist davon zu halten ?

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Zuletzt geändert von Trebron am 26.06.2009 08:10, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon hunasiensis » 25.06.2009 20:16

Hallo Trebron,

bitte nicht Gimbutas und erst recht nicht Göttner-Abendroth!

Die erstere hat sicher einige Verdienste, aber vieles ist heute nicht mehr haltbar.

Aus archäologischer Sicht wurde mit dem ganzen Matriarchats-Wunschdenken in dem von drei Archäologinnen geschriebenen Buch 'Göttinnendämmerung' gründlich aufgeräumt. Ich kann das Buch nur empfehlen:


http://www.amazon.de/G%C3%B6ttinnend%C3%A4mmerung-Das-Matriarchat-arch%C3%A4ologischer-Sicht/dp/3933939275

Fazit des Buches: Es gibt keine archäologischen Belege, aus denen frau in der Vorgeschichte sicher auf eine matriarchale o. ä. Gesellschaft schließen kann.

Natürlich gilt auch hier der Grundsatz: Absence of Evidence is no Evidence of Absence oder so ähnlich.

Interessant ist m. E. allerdings umgekehrt auch die Frage, ob und wann und wo in der Prähistorie begründet auf ein Patriarchat geschlossen werden kann.

Arne

PS. Ich glaube nicht, dass es der Nettikette entspricht, Postings aus anderen Foren hier zu publizieren. Meine Postings sind für dieses Forum bestimmt, und ich wäre nicht erfreut, sie in anderen Foren wiederzufinden.
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Beitragvon Trebron » 26.06.2009 08:06

Danke arne für die Einschätzung!

Zitat:"PS. Ich glaube nicht, dass es der Nettikette entspricht, Postings aus anderen Foren hier zu publizieren. Meine Postings sind für dieses Forum bestimmt, und ich wäre nicht erfreut, sie in anderen Foren wiederzufinden."

http://www.wer-kennt-wen.de/club/7ad32jvy
http://www.wer-kennt-wen.de/forum.php?i ... &offset=10

Normalerweise setze ich in solchen Fällen einen Link auf die entsprechende Seite. Ich versuche es mal.
Wenn man nicht sofort auf die Seite kommt, muss man sich wohl erst bei WKW anmelden.

Ich habe aus dem zitierten Beitrag ein paar zu persönliche Bemerkungen herausgenommen.

Das Buch habe ich soeben bestellt. Danke für den Hinweis.

Trebron

PS: Auch aus Herxheim ist eine Frauenfigurine bekannt und dort ausgestellt
http://www.herxheim-pfalz.de/spaziergan ... 000003.htm
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Beitragvon turanclancath » 18.08.2009 06:28

http://todayszaman.com/tz-web/news-1842 ... rthed.html

Interessant .
Gespannt was die Bilder zeigen.

Leider sind die Ferien vorbei, aber es ist nog immer Somkmer in Holland :)
Schowenen gruss
Turanclancath unsw
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Beitragvon Joze » 19.09.2009 12:13

Hallo!
Habt ihr schon diese These gehört: "Kelten waren die letzte Gesellschaft mit matriarhaische Gesellschaftsstruktur." (Fantasten und Esos) Das ist natürlich ein Mitos.

E.Durkheim hat australische Gesellschaft und Totemismus geforscht, sein Buch gehört zum Klassikern in Soziologie:

http://de.wikipedia.org/wiki/Die_elemen ... sen_Lebens


Habe auf serbisch diese Lit.Auswahl zum Thema Matriarhat und Matrilineare Gesellschaften gefunden - denke, gibt's auf Deutsch auch viel dazu. Wie kann man denn soziokulturanthropologische Überlegungen mit Ärchäologischen zusammenknüpfen?
http://www.ist-world.org/ResultPublicat ... 058e1b9d47

Hier erste "match" auf Deutsch zum Terminus "Matrilineare Gesellschaften":
http://elaine.ihs.ac.at/~isa/diplom/diplom.html

Und zum Matriarhat die Wiki:
http://de.wikipedia.org/wiki/Matriarchat

Wiki dafür - weil es sind auch Quellen belegt.

Denke - gerade hier zeigt sich Forschersubjektivistische apriore Projektion (Ideologie oder Stereotipen), die dürfen aber keineswegs in Forschungsfeld sein.

Joze
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