Brot bei den Kelten/Germanen

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Beitragvon Andreas K. » 17.11.2009 18:03

Die größte Schwierigkeit daran ist allerdings die Grenze zwischen Sauerteig und Hefeteig zu ziehen. Jeder Sauerteig ist streng genommen eigentlich auch ein Hefeteig, weil in der Kultur nicht nur Milchsäurebakterien, sondern auch ein großer Anteil Hefen vorliegen.

Für die Keltenringe würde ich ohne zu zögern für einen nahezu reinen Hefeteig auf Metbasis sprechen. Nach Währen handelt es sich um Gebäck allerhöchster Qualität aus dem besten Mehl, das mit damaligen Methoden herzustellen war. Sauerteig fände ich da eher eine störende Geschmackskomponente.
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Beitragvon marled » 17.11.2009 18:06

:idea: Ah, ich verstehe.
Im übrigen gebe ich zu bedenken, dass in einem Sauerteig außer der Milch- bzw. Essigsäure auch die (Wild)Hefen eine wesentliche Rolle spielen und da jetzt eine scharfe Grenze zu ziehen zwischen reiner Hefe- oder Sauerteiggärung dürfte in der Tat unmöglich sein.
Marled
edit: Ups, drei Minuten zu spät!
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Beitragvon S. Crumbach » 17.11.2009 18:31

Also:
Währen, H.: Das Brot in der Bronzezeit und der älteren Vorrömischen Eisenzeit nördlich der Alpen unter besonderer Berücksichtigung von Brotfunden aus Kreisgrabenfriedhöfen des Münsterlandes; Eine Skizze zum Forschungstand in: Ausgrabungen udn Funde in Westfalen-Lippe Jahrgang 5, 1987
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Beitragvon Claudia » 17.11.2009 19:11

Danke, Sylvia, genau den Artikel meinte ich weiter oben.
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Beitragvon Beate » 17.11.2009 21:03

Aus Forvännen 85/1990 "Über die Zusammensetzung einiger prähistorischer Brote" von Hakon Hjelmqvist

http://fornvannen.se/pdf/1990talet/1990_009.pdf
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Beitragvon ulfr » 19.11.2009 13:23

Vielen Dank für die zahl- und hilfreichen Antworten, jetzt sind wir schon ein ganzes Stück weiter!
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Beitragvon Andreas K. » 21.11.2009 11:15

Die Keltenringe datieren übrigens nach Währen ca. 100 v.Chr.
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Re: Brot bei den Kelten/Germanen

Beitragvon Andreas K. » 12.07.2019 10:08

Neues zu den Keltenkringli

Neueste Untersuchungen haben gezeigt, dass Währen bei seinen Zuordnungen gelinde gesagt sehr optimistisch war.

Das verkohlte "Keltenkringli" hat sich mittlerweile als unverkohlter Wachsring und die keltischen "Blasenbrote" als Rohwachsklumpen herausgestellt.

Quelle: Heiss, Gail: Brot oder nicht Brot - keine einfache Frage. In: Was aßen Keltenund Römer? Umwelt, Landwirtschaft und Ernährung westlich des Rheins. Schriften des Archäologieparks Belginum Nr. 17. Morbach-Wederath 2019. S. 73-88

Das ist übrigens auch die sehr kleine aber dennoch feine diesjährige Wechselausstellung im Archäologiepark.
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