Kleine Hunde stammen aus dem mittleren Osten!?

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Kleine Hunde stammen aus dem mittleren Osten!?

Beitragvon Blattspitze » 03.03.2010 10:41

Was wären wir ohne die Desoxyribonukleiderklärer ... und wie haben wir es ohne deren Erkenntnisse (Interpretationen) bisher überhaupt geschafft?

Jagd oder/und Schmusefunktion?
Die Herkunft der "Fußhupen" scheint geklärt:
http://news.bbc.co.uk/2/hi/science/nature/8530423.stm
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Beitragvon ulfr » 03.03.2010 20:56

Fußhupen
:D :D :D :D

- das kommt von Haufen, oder?
Die Einheimischen auf Borneo glauben, dass die Orang-Utans nur deswegen nicht sprechen, weil sie sonst arbeiten müssten.
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Beitragvon Fridolin » 03.03.2010 21:04

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Beitragvon hunasiensis » 03.03.2010 22:40

In Europe, older remains have been uncovered, dating from 31,000 years ago, but these are from larger dogs.


Hat jemand eine Ahnung worauf diese Aussage sich gründet?
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Beitragvon Dago » 03.03.2010 23:11

Ne nicht vom Haufen, sondern von dem Geräusch wenn man aus versehen drauftritt :glauberger:
Grüsse
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Beitragvon ulfr » 03.03.2010 23:54

War mir schon klar. Bei uns firmieren die unter "Wallerköder"

Soweit ich informiert bin, sind die ältesten Belege immer noch Oberkassel ca. 14.000 vor heute. Allerdings schreibt Benecke (Der Mensch und seine Haustiere) dass dem Haushund eine lange Zeit der Wolfsdomestikation vorausgegangen sei, die bis ins mittlere Jungpl zurückreicht und erwähnt Predmosti, Dolni Vestonice, Mezin und Kostenki. Da sollte Dr. Seltsam mehr wissen.
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Beitragvon LS » 04.03.2010 17:27

Moin,
habe hier in dem WP-Absatz zum Hund auch meine Erkenntnisse zum Thema verwurstet:
http://de.wikipedia.org/wiki/Haushund#Domestizierung

Ob die von Ulfr genannten Gravettien-Fundplätze Wölfe oder Hunde enthalten weiß der Geier, soweit ich das beurteilen kann. Es wurde in einigen Fällen behauptet (z.B. Krems-Wachtberg und -Hundssteig), dass es Unterschiede zu Wölfen aus dem selben Zeithorizont gibt. Die Interpretation der Gebissveränderung (das ist der einzigen Anhaltspunkt) ist jedoch umstritten. Nur weil Knochen im Siedlungsabfall vorkommen, würde ich nicht automatisch auf Symbiose mit dem Menschen schließen.

Gruß L
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Beitragvon hunasiensis » 07.03.2010 10:57

Hier die Pubklikation, in der Hunde schon im Aurignacien für möglich gehalten werden:

http://www.eva.mpg.de/molecular-ecology/staff/hofreiter/pdf/Germonpre_Fossil_JAS_2009.pdf
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Beitragvon ulfr » 07.03.2010 11:39

Spannend! Danke, Arne!
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Beitragvon Claudia » 08.03.2010 15:31

Da ich das Buch von Benecke grad beim Wickel habe: Er macht die Domestizierung des Wolfes an den Zahnveränderungen fest. Er führt die überdurchschnittlich häufigen Kulissenstellungen, Oligodontien (fehlende Zähne, weil sie gar nicht angelegt sind), und doppelt angelegte Zähne an, die in rezenten freilebenden Wolfspopulationen in dieser Häufigkeit nicht vorkommen. Diese Zahnfehlstellungen/Mißbildungen kommen bei Zoowölfen oder Hunden deutlich häufiger vor als bei den freilebenden Wölfen. Benecke schließt deshalb aus den Funden eine beginnende Domestizierung des Wolfes.
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Beitragvon Blattspitze » 08.03.2010 17:21

Uff, ich habe mir mit Darcy Morey bei einer Ertebölle Muschelhaufen-Grabung in DK vor vielen Jahren einen Grabungsschnitt geteilt. Jetzt kriege ich hier mit, dass er in den USA einer der Spezialisten für die Domestikation des Hundes ist! Die jungpaläolithische Hunde-Bestattung in Bonn-Oberkassel hat ihn schon damals brennend interessiert.
http://www.archaeology.org/online/interviews/morey.html
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