Moin,
hab´s mir angeschaut. Die Vorstellung von den hundeartigen Wölfen im Umfeld des Menschen gefällt mir besser, als die morphologische Varianz auf Teufel komm raus als Domestikation zu interpretieren. Auch habe ich mich bei den "Hundewölfen" von Predmostí (2014 Bocherens et al.) gefragt, ob diese nicht naheliegenderweise Nahrungsreste des Menschen sind, da sie überwiegend Rentierfleisch gefressen haben und nach Bocherens et al. nicht von "Herrchens" Mammutjagd profitiert haben. Die kulturelle Sperre, Wölfe und Hunde nicht per se als Speisetiere zu sehen, ist in der heutigen westlichen Welt wohl so groß, dass dann auch gern mal das Einfachheitsprinzip dran glauben muss. Sprich: Menschen, die über Hunde forschen, haben meist auch eine emotionale Beziehung zu Hunden, daher nix Kochtopf...
Auf der anderen Seite lässt die neue spanische Studie den Leser etwas ratlos zurück, warum zwar die Erblinien von Wolf und Hundewolf schon viel früher auseinandergehen, dies aber keine Domestizierung sein soll:
Furthermore, with the contribution of ancient canids` DNA, the mutation rate of wolves was recalibrated, proposing that the divergence between dogs and wolves took place sometime between 40,000 and 27,000 years ago (Skoglund et al., 2015, Botigué et al., 2017). These paleogenetic findings support that wolf-dog lineages’ divergence age differs from the age of the first domestication event.Ohne Isolation, und was soll Domestizierung sonst gewesen sein, scheint mir das irgendwie nicht logisch erklärbar. Alles in allem aber gut und übersichtlich geschrieben. Da ich hier im Forum nur noch sporadisch poste, möchte ich gelegentlich auf diese Studie vom Sommer 2022 hinweisen, ein Muss in diesem Fred:
https://www.nature.com/articles/s41586-022-04824-9Gruß L.