Neue Eiszeitflöte gefunden

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Beitragvon Joze » 26.06.2009 11:53

Hier gibt's wirklich gute und interessante Diskussion! :)
Also habe ich meinem Bekannte in Maribor - der hat diesen Ding aus Bambus gemacht den ich auf AF Treffen mithatte - Foto von diese Flötte gezeigt, hat er auch weiter gefragt wegen "Blas-Technik&Art," also wie man Laut/Ton "macht" und wie das "Mundsctück" bei dieser Flötte ausschaut.
Finde sehr gut was du machst, Wulf!

Joze
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Beitragvon ulfr » 26.06.2009 12:04

Danke!
Für alle, die es interessiert, hab ich mal eine Liste mit CDs zusammengestellt, die paläolithische Musik als Thema haben. Teils sind es Einspielungen nur von Repliken eiszeitlicher Instrumente, teils sind sie mit modernen bzw. Instrumenten aus der Ethnologie zusammen aufgenommen.

Maioli, W./Maioli, L. 1991: Art of primitive sound. Musical instruments from prehistory. The Paleolithic

Archeon 1995: 200.000 jaar muziek

Käfer, B. 1998: Knochenklang. CD zur Diplomarbeit mit Tonbeispielen paläolithischer Pfeifen und Flöten

dies. 2000: Knochenklang. Klänge aus der Steinzeit

Claerhout, F. et al. 2001: El canto de las piedras - song of the stones. Music at paleolitical times

Seeberger, F. 2003: Klangwelten der Altsteinzeit

Käfer, B./Scherner, H. (o.J., aber ich denke von 2008) Traces of the ancestors. An imaginary journey into the music of the stoneage
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Beitragvon Trebron » 26.06.2009 13:03

Die Seite von
http://epub.oeaw.ac.at/2961-0booklet?frames=yes

Ulfr`s Knochenklang Hinweis

Sehr schön

Trebron
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Re:

Beitragvon ringot » 14.08.2016 15:57

Trebron hat geschrieben:Wo bekäme ich einen Knochen her, aus dem ich auch so eine Flöte basteln kann ?
Möchte keinen Schwan abmurksen und Gänsegeier sind recht selten hier :D

Pleitegeier zwar häufig, aber nicht zu gebrauchen

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Geierknochen findet man auf dem Flohmarkt... in Peking!
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Re: Neue Eiszeitflöte gefunden

Beitragvon MartinH » 13.01.2020 22:22

Seit ich diese Flöte (und die zwei anderen) in Blaubeuren im Original bestaunen konnte, geht mir die Frage im Kopf herum, wie man aus einer Flöte mit so einem schnabelförmigen Mundstück einen Ton herausbekommt. Ich habe mal etwas mit Holunder und PVC herumexperimentiert, aber mehr als ein leicht "koloriertes" Rauschen kommt dabei nicht heraus, egal ob ich die Kante von oben, von unten oder von der Seite anblase. Ich bin aber auch kein Flötenspieler, nur neugierig ... also, wie macht ihr das? :-)
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Re: Neue Eiszeitflöte gefunden

Beitragvon ulfr » 14.01.2020 11:24

Du musst den "Schnabel" um 90° drehen und dann mit einem sehr genau platzierten Luftstrom genau auf den Bogen der Kerbe blasen, dann funktioniert die Kerbe als labium, also als Schneide, an der sich der Luftstrom spaltet. Nun wird durch wechselseitigen Unter- und Überdruck die Luft abwechselnd verdichtet und entspannt, es entsteht eine Sinusschwingung, ein Ton wird hörbar.

https://www.academia.edu/9765659/Experi ... H%C3%B6hle

https://www.academia.edu/9765706/Zur_Re ... l%C3%B6ten

https://www.academia.edu/37132293/Inter ... ic_Results
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Re: Neue Eiszeitflöte gefunden

Beitragvon MartinH » 15.01.2020 14:20

Hallo Wulf, danke für die Links zu den Artikeln, das war genau was ich gesucht hatte! Da finde ich sogar die Antwort auf eine andere Frage, die ich hatte, nämlich wie du es schaffst, in dem Video mit der Amerikanischen Nationalhymne zwei verschiedene Töne mit der gleichen Fingerstellung zu spielen. :-)

Gibt es irgendwo Fotos von einer deiner Nachbildungen dieser Flöte, auf denen das Mundstück zu sehen ist?
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Re: Neue Eiszeitflöte gefunden

Beitragvon ulfr » 15.01.2020 16:15

Das "Mundstück" (in Anführungszeichen deshalb, weil wir nicht wissen, ob es wirklich das Mundstück war) sieht genauso aus wie beim Original. Aber alle Musiker*innen, die die Flöte bisher gespielt haben, fanden es außerordentlich schwer, darüber zu spielen. Einfacher ist nach deren Auskunft der Ansatz wie bei einer Nay, also über den Rand des glatt abgeschnittenen Endes zu spielen. Am besten hat das Friedrich Seeberger gekonnt, aber der spielt leider jetzt auf einer Wolke.

Ich kann nicht wirklich auf der Geierflöte spielen, es kommen zwar Töne heraus, aber es ist mehr ein verstärktes Pfeifen als eine wirkliche Tonerzeugung nach oben beschriebenem Muster. Du solltest Dich also am besten an den Versuchen von B. Käfer oder F. Potengowski orientieren.
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Re: Neue Eiszeitflöte gefunden

Beitragvon Trebron » 19.01.2020 17:53

Hi Wulf, Du hast mir ja mal eine Knochenflöte geschenkt, ich habe da noch nie einen Ton heraus bekommen ! Ein Archäologe und eine Lehrerin nahmen das schöne Teil und spielten, als ob sie nie was anderes getan hätten.
Wenn ich daran denke, bringe ich sie nach Ergersheim mit :idea: !

:18:


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