Löwenmensch 2.0

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Beitragvon TZH » 05.05.2009 16:54

Hallo!

Das mit dem Aufquillen wusste ich nicht! Danke, wieder etwas gelernt:-)
Und wie haben die Inuits zbp. ein Walrosszahn vor dem Dremel Multitool geschnitzt? :)


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Beitragvon Mark77 » 05.05.2009 18:55

Die meisten Sachen der Inuit sind hauptsächlich mit Steinartefakten hergestellt.
Bei den Verzierungen kann man davon ausgehen, dass sie mit Eisenwerkzeugen angefertigt wurden.

netter Bildband dazu: Leskov, A.M. & Müller-Beck, Hansjürgen [Hrsg.] Arktische Waljäger vor 3000 Jahren Unbekannte sibirische Kunst 1995.
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Beitragvon Trebron » 05.05.2009 18:56

Vielleicht mit Geduld und Spucke :idea:

Ernsthaft, da war mal ein Thema hier, von Blattspitze glaube ich, mit superschönen Sachen von den Inuit. Da muss man sich wirklich fragen, wie haben die das ohne Dremel geschafft.
http://www.archaeoforum.de/viewtopic.php?t=2253
das wars, meine ich !

Aber das hilft dem Wulf bei seiner Arbeit auch nicht weiter, es ist wohl auch nicht recht, dieses spannende Löwen-Thema mit OffTopic zu verwässern.


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Beitragvon ulfr » 05.05.2009 19:39

Das finde ich überhaupt nicht OT, Deine Fürsorge in Ehren, Trebron. Das ist ja hier ein Informationsaustauscher :D

Und es stimmt ... Geduld und Spucke! Im Wortsinn, obwohl ich Wasser benutze. Wobei der Spruch mit der Spucke wohl eher vom "in die Hände spucken" kommt, oder?

Die Inuitgeräte sind mit Sicherheit auch überwiegend geschabt/gekratzt, eine Frage der Zeit und der Ausdauer. Mein Respekt vor diesen Arbeiten steigt mit jedem Span, den ich abschabe. Wenn man sich dann noch vorstellt, dass viele wunderschöne Dinge "nur" als Grabbeigaben hergestellt wurden ... Das legt die Annahme eines ausgeprägten Jenseitsglaubens nahe, eine starke Wertschätzung der Toten eingeschlossen.

Bin von der zweiten Seite jetzt fast durch, ich denke, morgen kann ich es wagen, den Klotz abzuschlagen *bibber*
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Beitragvon ulfr » 08.05.2009 10:58

Umsonst gebibbert, das Abschlagen ging völlig problemlos, ein großer Stein, ein trockenes "Knack", und weg war er. Wenn ich das alles hätte wegschaben sollen :shock:
Allerdings hatte ich auch gut vorgearbeitet, der Klotz hing nur noch ein einem "seidenen Faden".

Jetzt bin ich ein ganzes Stück weiter und es geht schon mehr in Richtung "figürlich" und Feinarbeit. Mehr demnächst.

Schönes WoE
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Beitragvon GeTe » 09.05.2009 10:03

Hab Maße zur Länge der Figur gefunden aber keine zum Durchmesser. Kannst du mir da weiterhelfen?
Denn hau man düchdich nen Schlach rin!
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Beitragvon Steve Lenz » 09.05.2009 10:12

Span(n)ende Sache! :neandi:

Ulfr, ich muss meine Aussage revidieren:

DAS geht über Archaeotechnik weit hinaus - das ist Kunst!
Aus den Augen - aus dem Sinn.
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Beitragvon ulfr » 09.05.2009 12:48

GeTe hat geschrieben:Hab Maße zur Länge der Figur gefunden aber keine zum Durchmesser. Kannst du mir da weiterhelfen?
Denn hau man düchdich nen Schlach rin!


Max. Breite (Vorderansicht) ca. 75 mm (kann man nur schätzen/spiegeln, weil der rechte Arm ja fehlt)

Max. Dicke (Seitenansicht) 61 mm (in Höhe des Bauchnabels)

Ik war mi Meuh gähm!

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Beitragvon TZH » 10.05.2009 21:27

Ulfr, noch'ne Idee :) : was wehre es wenn du die Form an die seitenlinien aus dem Zahn ausbohren würdest? Und dann an die Lochreihe das äusere Material abbrichst?

Das habe ich bei einer Messermacher gesehen, wer der Klinge aus einem Flaches Stal so "ausgeschnitten" hat, und dann habe ich das mit einem Bild von ein Inuit mit ein Bogenbohrer kombiniert. :lol:

VG:

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Beitragvon ulfr » 11.05.2009 10:27

Vielen Dank für den Tipp, Zoltán, das kann ich mal ausprobieren. Ich glaube aber nicht, dass es die Arbeit wesentlich erleichtert. Vor allem hat man hinterher große Mühe, die stehengebliebenen Materialreste abzuarbeiten, das merke ich jetzt schon an den Stück, das ich abgeschlagen habe (s.o.) den kleinen Rest der da stehengeblieben ist muss ich jetzt abraspeln, und raspeln dauert noch länger als schaben.
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Beitragvon ulfr » 11.05.2009 21:15

... und schaben dauert schon ganz schön lange.
Ich hab gestern und heute in 5 Stunden die andere Seite runtergearbeitet bis zu den Fussspitzen. Mir tun die Hände weh, und ich bin doch einiges gewöhnt ...

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Sehr interessant finde ich die fast 1 mm hohen Wellen, die sich beim Schaben quer zur Längsachse bilden. Dafür habe ich keine aktuelle Erklärung, mit den Schreger-Linien hat es wohl nichts zu tun, denn die verlaufen nicht synchron zu den Wellen, soweit ich das sehen kann. Vom Werkzeug hängen sie auch nicht ab, denn ich verwende verschiedene ... Könnte u.U. die Eigenschwingung des Männekens sein. Kennst jemand einen Physiker, der das erklären könnte oder ist gar selbst auf diesem Gebiet bewandert?

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Beitragvon TZH » 11.05.2009 21:24

Oh, mann.... Schön!

Diese wellen kenne ich von abschaben von Holz (Bogen gletten), bzw. gebackene gipsblöcke (Ich bin auch Laborant bei Ba...mit:-)

Nur eine Idee, aber vielleicht hellst du dem Schaber nicht in eine Position an ganzem Länge. UND warscheinlich weil der Zahn nicht gleichmäsig stark gewachsen ist.

Bau ein Hobel mit steinklinge:-)

OK, ich höre auf! :D

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Beitragvon ulfr » 11.05.2009 21:45

TZH hat geschrieben:Bau ein Hobel mit steinklinge:-)


Im GEO-Heft Mai/1998 war im Geoskop ein kleiner Artikel über "frühe Hobel aus Fernost". Demnach haben die Menschen in Asien schon in der Jungsteinzeit Hobelkästen mit Steinklingen konstruiert.
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Beitragvon TZH » 12.05.2009 04:58

Könnte vielleicht auch eine art Flot (wie im BBB, Engl. Langbogen) helfen, nur mit 3-4 eingeklebte klingen, die auf eine höhe abgeschliffen werden oder schon alle die selbe breite hätten.

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Beitragvon Steve Lenz » 12.05.2009 07:51

Hm, mutet ja echt wie eine Resonanz an!? Oder kann es daran liegen, dass Du mit dem Bein beim Zug asynchron gegenhältst, ohne es zu merken? Vielleicht sitzt Du beim Arbeiten "historisch unkorrekt"? Könnte allerdings auch ganz profan in härteren und weicheren Bereichen im Zahn selbst gründen.

Oder Du fragst hier mal an:

http://www.incentivs.uni-mainz.de/index.htm

Was mir beim Elfenbeinschnitzen auffällt ist, dass die Träger paläolithischer Kulturen über eine enorme Handkraft verfügt haben müssen. Nicht schlecht für Menschen, welche wissenschaftlich postuliert mit einer Jojo-Diät lebten... :wink:
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