MesoHike, Ellerbek -> Ertebølle

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MesoHike, Ellerbek -> Ertebølle

Beitragvon pallasch » 21.07.2016 13:40

Moin in die Runde,

wollte nur kurz die Gelegenheit nutzen und 2-3 Worte zu meinem Meso-Hike von Ellerbek nach Ertebølle hier lassen, bevor ich am Montag aufbreche.

Beweggründe für diese Tour, die ich mit recht überschaubarem Equipment antrete (muss ja alles tragen), sind unter anderem...

- wenn ich mir Gedanken über den Austausch/Handel der Ertebolle Zeit mache, dann ist's sicherlich besser das ganze mal unter angenommen ähnlichen Bedingungen aus zu probieren, als fiktiv am Schreibtisch Entfernungen und Reisedauer an zu nehmen.

- beim letztjährigen Living Mesolithic kam ja - anders als geplant - der Aspekte Beschaffung von Nahrung massiv zu kurz (wenn überhaupt). Zu sagen, es geht heute nicht mehr ist das eine, auf der anderen Seite dann aber wie im Schlaraffenland zu leben...

Ich trete daher die Wanderung mit getrocknetem Fleisch / Pilzen / Zwiebeln sowie Fett für etwa 4 Tage an, danach muss ich mir selber meine Nahrung aus der Natur beschaffen. In dieser Zeit möchte ich Dänemark erreichen, da hier die Angelmöglichkeiten deutlich besser sind - wenn ich mit meinen Knochenhaken und selbst gezwirnten Schnüren nicht verjagt werde ;-)

Ob es klappt, wird sich heraus stellen, denn moderne Gesetze machen mir die Nahrungsbeschaffung nicht gerade leicht, was tierisches Einweis betrifft.

Zwecks Nachhaltbarkeit und zur Dokumentation nehm ich ein sehr robustes, wasserfestes Outdoor-Handy (als Diktiergerät und Notizbuch, deutlich feuchte-tolleranter als ein Notizbuch) und einen GPS RealTine Tracker mit.

So mal als Kurzversion :-)


Gruss
Chris

PS: Ab und an werde ich kurz was von mir hören lassen. Das wird man dann primär auf http://e2e.stoneage-network.com finden.
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Re: MesoHike, Ellerbek -> Ertebølle

Beitragvon ulfr » 21.07.2016 16:33

Hi Chris,

ich hab mir erlaubt, das dänische ø einzufügen (Tastenkombination Alt + 155 bzw. Alt + 157 für fas große Ø), dann wird der Thread besser gefunden.

Angeln ist in Dänemark kein Problem, solange Du einen Angelschein hast, den bekommt man ziemlich easy:

http://daenemark.fish-maps.de/staatlich ... -2540.html

Wichtigste Frage: wie sieht Dein Schuhwerk aus?

Ansonsten bin ich gespannt und wünsche Dir viel Glück.
Die Einheimischen auf Borneo glauben, dass die Orang-Utans nur deswegen nicht sprechen, weil sie sonst arbeiten müssten.
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Re: MesoHike, Ellerbek -> Ertebølle

Beitragvon pallasch » 21.07.2016 17:22

Moin Ulfr,

um die Info's zum dänischen Angelschein hab ich mich schon gekümmert, aber danke nochmal für Info Link, der ja auch noch weitere Informationen parat hat.

Habe zusätzlich auf meiner mobilen Schreibmaschine alle Put'n Drop See'n in meinen Routen Korridor verzeichnet, genauso wie auch mesolithische Fundplätze (aus Radon und Kulturavk Datenbank).

Übrigens habe ich meine Route erstmal mittels GIS als LeastCost Analyse mit Höhendaten und Geländebeschaffenheit ermittelt, um dann hinterher etwas frustriert fest zu stellen, dass der moderne Mensch halt pfriffig genug war dort dann auch Strassen zu bauen. Das Quer-Feld-Ein wird also in vielen Bereichen schwer.

Als Schuhwerk werde ich soweit möglich auf Barfuß zurück greifen.
Für nassen Grund habe ich knöchelhohe Stiefel aus Seehund genäht, die wie eine Mischung aus Ötzi und Inuit aussehen.
Für Wiesen noch ein paar kurze Seehund Stulpen, keine kompletten Beinlinge.
Achja, und für städtisches Gebiet, dies betrifft primär Kiel beim Start, habe ich noch sowas wie Sandalen. Eigentlich nur ne Sohle aus Hirschnacken mit ein paar Ösen bzw. Überständen, durch die weiche Lederstreifen/-riehmen gezogen werden, um sie am Fuß zu befestigen. Will mir nicht direkt beim Start in der Stadt ne Scherbe o.ä. in den Fuß treten.
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Re: MesoHike, Ellerbek -> Ertebølle

Beitragvon Trebron » 21.07.2016 17:54

Ich wünsche Dir viel Erfolg und "Blasen freie Ankunft" am Ziel.

Bin ein bischen neidisch



:mammut2:
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Uff pälzisch: wä blos zurigg guggt, sieht net was uff`ne zukummd
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Re: MesoHike, Ellerbek -> Ertebølle

Beitragvon Sculpteur » 22.07.2016 09:40

Hy Chris,

hm... - zum Glück gibt´s in Bezug auf Jagen und Nahrungsmittelbeschaffung in der Natur Gesetze. Nicht vorstellbar, welche Zustände sich ergeben würden, wenn das nicht so wäre...
Ich weiß ja nicht, wie lange Du insgesamt unterwegs sein willst, da ich gerade nur den letzten Eintrag dieses Themas gelesen habe.

Aber wenn Du losgehst, denk doch an Rüdiger Nehberg (wenn ich mich nicht irre, war er´s): Man muss ja nicht gleich (so wie er) totes tierisches Eiweiß von der Straße oder vom Waldboden kratzen, aber wenn die Gesetze in Bezug auf Birken, die ein klein wenig geschält werden dürften, nicht so eng gefasst wären? Z.B. in Privatwäldern oder bei Bäumen, die sowieso gefällt werden müssen (keine Ahnung, ob Du vorhast, anderen Menschen zu begegnen?)? Dann könntest Du Dir aus dem Kambium ja, was Dir vielleicht bekannt ist, "Birkenrindenspaghetti" herstellen? Da ist dann zwar kein tierisches Eiweiß drin, aber vielleicht hilft Dir das darin enthaltene Xylit (Birkenzucker) ein wenig über die Runden - und auch die anderen wertvollen Inhaltsstoffe der Birkenrinde können sich sehen lassen.
Die Rinde soll man ausgiebig kochen, ich kann mir aber auch vorstellen, dass sie roh gekaut werden kann (wie zähes Kaugummi, zum anschließend wieder ausspucken), um die in frisch geerntetem Zustand teils flüssigen Inhaltsstoffe (also z.B. Birkenzucker) aufzunehmen. Wenn man bei einer lebendigen Birke nur kleinere Stücke in Streifenform auslöst und auch auf gar keinen Fall einen Ringsumsschnitt macht, um den Flüssigkeitstransport des Baums nicht zu zerstören, wird einem das die jeweilige Birke hoffentlich im Sinne der Wissenschaft nachsehen und hat eine Chance, die Wunde wieder zu schließen. Vorausgesetzt, es ist aus Naturschutzgründen nicht verboten.

Großen Erfolg wünsche ich Dir auch und neidisch bin ich auch auf Dein Vorhaben! Ich bin vor 10 Jahren 2 1/2 Monate ohne Geld durch Süddeutschland, Frankreich und die Schweiz bis zum Eigergletscher gewandert - was mir unvergessliche Erfahrungen, Erlebnisse und Einsichten gebracht hat. Seitdem wird es wieder höchste Zeit für eine Naturerfahrung der besonderen Art...
Meine Reise musste ich damals leider aufgrund mangelnder Ausrüstung und fehlender Kraft aufgeben. Aber im stillen Vertrauen, dass sich immer ein Weg findet, ging es damals (mit der großen und großartigen Unterstützung durch andere Menschen natürlich) - immer weiter und eigentlich wollte ich gar nicht aufhören. So wünsche ich Dir, dass sich immer alles passend ergeben wird!


Viel Glück!

:rhino:
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Re: MesoHike, Ellerbek -> Ertebølle

Beitragvon pallasch » 23.07.2016 20:58

Sculpteur hat geschrieben:hm... - zum Glück gibt´s in Bezug auf Jagen und Nahrungsmittelbeschaffung in der Natur Gesetze. Nicht vorstellbar, welche Zustände sich ergeben würden, wenn das nicht so wäre...


... und das ist gut so! Grausame Vorstellung, wenn da einer auf ~400km über die kimbrische Halbinsel pro Tag ein Kleintier der Grössenordnung zwischen Eichhörnchen und Hase alle 20km erlegen würde

Sculpteur hat geschrieben:
Ich weiß ja nicht, wie lange Du insgesamt unterwegs sein willst, da ich gerade nur den letzten Eintrag dieses Themas gelesen habe.


Ich plane 4 Wochen ein. Der reine Weg sollten etwa 3 Wochen sein, aber ich brauch zwischendurch immer mal 'nen Tag Pause um Nahrung (Vorrat) zu beschaffen und auch mal durch zu schnaufen.
Die ersten Etappen auf deutscher Seite sind recht lang angesetzt, danach nehm ich etwas Tempo raus.

Sculpteur hat geschrieben:Aber wenn Du losgehst, denk doch an Rüdiger Nehberg (wenn ich mich nicht irre, war er´s): Man muss ja nicht gleich (so wie er) totes tierisches Eiweiß von der Straße oder vom Waldboden kratzen, aber wenn die Gesetze in Bezug auf Birken, die ein klein wenig geschält werden dürften, nicht so eng gefasst wären? Z.B. in Privatwäldern oder bei Bäumen, die sowieso gefällt werden müssen (keine Ahnung...)


Ich hoffe ich kann u.a. recht gut auf Reetgewähse, speziell Rohrkolben setzen. Schmeckt in allen möglichen Verwendungsformen und hat auch (speziell die Rhyzome) mächtig was in Sachen Nährstoffe zu liefern, auch wenn's keine Winterernte ist.

Sculpteur hat geschrieben:Großen Erfolg wünsche ich Dir auch und neidisch bin ich auch auf Dein Vorhaben! Ich bin vor 10 Jahren 2 1/2 Monate ohne Geld durch Süddeutschland, Frankreich und die Schweiz...


Klingt nach 'ner schönen Runde :-)
Mich würde persönlich auch mal ne Runde durch Nord-Skandinavien (Verpflegung viel einfacher) reizen, aber in diesem Fall geht es direkt um den Ertebolle-Ellerbek Kulturkreis, wodurch sich Start und Ziel von allein ergeben.
Wenn alles nach Plan läuft und ich nicht scheitere (durch zB Essen kaufen), dann werde ich übrigens nächsten Sommer die Tour zum Vergleich nochmal machen.... dann aber mit Boot (ähnlich Fellboot von Husum) auf dem Seeweg :-)

Sculpteur hat geschrieben: ... So wünsche ich Dir, dass sich immer alles passend ergeben wird!
Viel Glück!



Danke :-)
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Re: MesoHike, Ellerbek -> Ertebølle

Beitragvon Sculpteur » 26.07.2016 20:52

... und das ist gut so! Grausame Vorstellung, wenn da einer auf ~400km über die kimbrische Halbinsel pro Tag ein Kleintier der Grössenordnung zwischen Eichhörnchen und Hase alle 20km erlegen würde


Ja... - und die Eichhörnchen und Hasen würden vermutlich irgendwann einen Aufstand planen, ganz abgesehen von der "Hasenkrankheit"(?)


Ich plane 4 Wochen ein. Der reine Weg sollten etwa 3 Wochen sein, aber ich brauch zwischendurch immer mal 'nen Tag Pause um Nahrung (Vorrat) zu beschaffen und auch mal durch zu schnaufen.
Die ersten Etappen auf deutscher Seite sind recht lang angesetzt, danach nehm ich etwas Tempo raus.


Klingt aufregend und nach nicht zuviel... - :D - vier Wochen sind doch eine schöne Zeit zum Wandern und danach ist es dann vielleicht auch erstmal wieder gut. Nur mit dem Schlafen in geschlossenen umbauten Räumen wird es vermutlich auch nach 4 Wochen erst einmal nicht so einfach sein...

Ich hoffe ich kann u.a. recht gut auf Reetgewähse, speziell Rohrkolben setzen. Schmeckt in allen möglichen Verwendungsformen und hat auch (speziell die Rhyzome) mächtig was in Sachen Nährstoffe zu liefern, auch wenn's keine Winterernte ist.


Das klingt lecker und es ist doch erstaunlich, an was all essbarem man so vorbeiwandert, während man Hunger (oder Appetit) hat, während man an Schokolade denkt, weil man nie ausgelernt hat... -

Klingt nach 'ner schönen Runde :-)


Ja, das war auch eine - wenn auch zuweilen anstrengende und unschöne - ganz besonders unvergessliche und spannende Zeit!

Wenn alles nach Plan läuft und ich nicht scheitere (durch zB Essen kaufen), dann werde ich übrigens nächsten Sommer die Tour zum Vergleich nochmal machen.... dann aber mit Boot (ähnlich Fellboot von Husum) auf dem Seeweg :-)


Ich bin schon wieder neidisch. Mit dem Boot per Seeweg, das klingt auch ganz fantastisch. Da kann ich Dir jetzt schon einen guten Tipp geben, sofern das Deinen Geschmack und Deine Einstellung trifft und zur Wissenschaft passt: Ich habe mal das Buch eines Atlantiküberpaddlers (oder wars der Pazifik?) gelesen, allerdings schon ein paar Jährchen her, das lesen...: Eine der Hauptvorratskomponenten, die er mitgenommen hat, waren neben Wasser in Dosen unzählige Dosen Bier. Wenn Du Dir dann bei Zeiten schon mal einen historischen Met oder ein Urbier ansetzt, dass sich per Boot transportieren lässt, dann hast Du beim Paddeln bestimmt immer was zu lachen... - und dann komm ich auch garantiert mit einem anderen Boot extra vorbeigepaddelt... :4: :lol:

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