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Re: langobardischer Schmied brauch Hilfe

BeitragVerfasst: 14.03.2011 14:12
von Damastschmied
Hallöchen

Das es ein Breites Feld ist,klar.

Das ein ausarbeiten nicht einfach ist(je nach Weg denn man gehen will) auch klar.

Wie Wikipedia schreibt das Archäologie der Weg zur Rekonstruktion vergangener Kulturen ist,das versuche ich ja auch mit meiner angehenden Darstellung und da habt ihr mir schon etwas geholfen um das Feld der Möglichkeiten einzuengen und dafür Danke ich euch.
Was ich aus euren Hinweisen und die noch aus verschiedenen Richtungen kommen werden umsetze und kann,werde ich dann auch hier vorstellen und dann werden wir darüber reden können ob ich es plausibel oder kontrovers umgesetzt habe.

Gruß Maik

Re: langobardischer Schmied brauch Hilfe

BeitragVerfasst: 14.03.2011 14:37
von Manu
Als ich vor einigen Jahren angefangen habe steinzeitliche/bronzezeitliche Kleidung zu fertigen und zu tragen, war das eine wundervolle Zeit. Da ich aber durch meinen Beruf, und durch Nachfragen anderer Menschen immer mehr wissen wollte/mußte habe ich mich immer tiefer in die Materie eingelesen und mit Archäologen gesprochen. Mir war schnell klar, daß ich ohne die Archäologen nicht weiterkommen konnte, weil mir die wissenschaftlichen Grundlagen, selbst in der Bib mal was zu finden, nicht geläufig waren. Ich merkte bald, daß ich meiner Kleidung immer skeptischer gegenüber stand und wollte dann ins Detail. Selbst bis zum Kontakt/Augenscheinnahme von alten Schafrassen, oder das Aussäen von Flachs und das Rotten und und... ich wollte immer genauer werden und merkte, Wau das ist lebenslange Arbeit und Vergnügen ...

:strickdachs:

Heute trete ich genauso gerne in Jeans und T-shirt auf und erkläre gerne am Material selbst dann kratzt es mich nämlich nicht :D . Und der Funke springt trotzdem über. Ich wünsche dir eine schöne und arbeitsreiche Zeit. Und viiiiiiiele kratzige Überwürfe :lol:

Re: langobardischer Schmied brauch Hilfe

BeitragVerfasst: 14.03.2011 14:59
von Damastschmied
Hallöchen

Naja einen Vorteil habe ich,habe den Beruf mit eingebunden,sind jetzt nur noch viele andere Dinge die einem stören/können.

@S. Crumbach

So aus Neugierde nebenbei,habe aber auch schon eins gemacht mit Damastklinge,ist das auf dem Buchdeckel ein Glasermesser ?
http://home.arcor.de/crumbach/


Und dann habe ich erst mal dieses über die geschichtliche Sache überflogen:

http://www.mittelalter-genealogie.de/_v ... arden.html


Gruß Maik

Re: langobardischer Schmied brauch Hilfe

BeitragVerfasst: 15.03.2011 07:24
von S. Crumbach
Naja einen Vorteil habe ich,habe den Beruf mit eingebunden,sind jetzt nur noch viele andere Dinge die einem stören/können.



Das ist handwerklich auf jeden Fall schon mal ein guter Ansatz. Auf jeden Fall könntest Du auch mal nach Werkzeugen im Zusammenhang mit Grabbeigaben recherchieren. Irgendwas habe ich da mal gelesen ... ich sehe mal nach (kann aber etwas dauern).

Offf. Topic: Ja, das ist ein Bild "mitten aus dem Leben" sozusagen.

Re: langobardischer Schmied brauch Hilfe

BeitragVerfasst: 15.03.2011 09:45
von Damastschmied
Hallöchen

Mit dem Werkzeug ist es nicht ganz so schwierig,da hat sich nicht viel bis Heute geändert,
Was aber das Problem ist,da ich auch gerne römischen Einfluß wegen der hohen Technologie mit einfließen lassen möchte und das es da scheinbar keine Verwertbaren Informationen dazu gibt wie die ganzen Streitigkeiten aus den Foren rüberbringen.
Klar,wenn man für einen Doppelblasebalg(kein Doppelkammer) keinen vernünftigen zweiten Mann/Frau hat,kann man das auch durch eine Wippe ermöglichen,da gibt es bildliche Darstellungen meist mit einem Kuppelöfen ob ich es auch Germanen und Römer übertragen kann ?.
Es gibt darstellende Zeichnungen über am Hang mit Wasserkraft angetriebene Werkstätten aber keinen Einblick in die Technik,wie zB. Bälge oder andere arten von " Windbeschleunigern".
Angefangen habe ich mit diesen taschenförmigen aus einer Ziegenhaut gemachten Balg,auch weil man darin wieder was außer Luft transportieren kann,jetzt habe ich einen Blasekasten nach "Japanischer Form ",auch weil er als Transportkiste sehr gut geeignet ist und durch die Ventilklappen schon Tragegriffe hat und die einfache Technik leicht vermittelbar ist wenn man den Deckel öffnet,dann kommt von den Leuten das eigentliche Aha.
Nur scheint es dafür auch keine Belege der Verbreitung zu geben,habe nicht mal einen Verweis das es sie auch in China gab ?.
Amboss ist auch noch ein Problem wenn man davon ausgeht das man reisender Handwerker ist und da auf das Gewicht und Volumen achten muß,man könnte wie im TV Bericht zum keltischen Meteoriteneisen zu sehen ist so einen kleinen Amboss zum aufdornen nehmen,aber dann müßte vor Ort ein Baumstamm vorhanden sein oder auch Stein.
Es sind eben noch viele Fragen offen wenn keiner weis was genaueres und man nur Spekulationen hat.


Gruß Maik

Re: langobardischer Schmied brauch Hilfe

BeitragVerfasst: 15.03.2011 11:44
von S. Crumbach
Was "Technologie Transfer" angeht, muß man sich auf eine Menge widersprüchlicher Literatur einlassen.

Wichtig ist dabei zu beachten, daß "römisch" nicht gleich "römisch". Um 480 war die Welt eine andere als 200 Jahre vorher, selbst wenn man nicht den Ward-Perkins-Thesen folgt.

Ich persönlich denke, daß in bezug auf "Technologie" noch eine Menge Überraschungen auf uns zu kommen werden.

Re: langobardischer Schmied brauch Hilfe

BeitragVerfasst: 15.03.2011 12:19
von Hans T.
Spekulation ist durch Forschungsarbeit zu begegnen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass man bei entsprechender langwieriger Arbeit eine ganze Reihe gesicherter Fakten zu frühmittelalterlicher Schmiedetechnik finden kann. Ich bin mir aber auch sicher, dass die Fragestellung "langobardischer Wanderschmied" eine singuläre Fragestellung ist und du wohl oder übel ein paar Entscheidungen und Kompromisse für deine Wanderausstattung machen musst. Nachdem ja Schmiedevorführungen auf Veranstaltungen zudem gang und gäbe sind -die Schmiedekollegen haben da bereits vielfältige funktionsfähige Lösungen gefunden. Es ist jedem klar, dass eine solche Darstellung unter solchen Bedingungen keine Rekonstruktion im umfassenden Sinn sein kann. Schon alleine deshalb, weil der Wanderschmied an sich eher vielleicht ein Mythos ist...apropos Mythos...keltisches Meteoreisen gabs nicht...das ist nicht mal ein Mythos.

Re: langobardischer Schmied brauch Hilfe

BeitragVerfasst: 15.03.2011 17:10
von Damastschmied
Hallöchen

Habe den Film mit den Kelten im Kiemgau noch nicht vollständig gesehen,nur den Rest,da wird was wohl von Kohlenstoff geredet,die Meteoriten die ich mit Analyse kenne haben einen Nickelgehalt von 6 % und ein Spritzer Kobald,was sonnst doch außer Eisen drin ist ?.
Die Widersprüche die ihr erwähnt kenne ich schon,die gehen aber durch sämtliche Epochen.

Schmiede auf Märkte ist auch so ein Thema,wenn ich schon bei den Frühmies Doppelkammerbälge sehe,wenn man von Feldschmieden garnicht erst redet.

Ich versuche auch einen kleinen Kompromiss zu den Zeiten zu finden die so auf Veranstaltungen zu finden sind,deshalb habe ich um 480 gewählt und aus der Gegend um mich herum und die reicht von der Ostsee auch durch Italien.

Gruß Maik

Re: langobardischer Schmied brauch Hilfe

BeitragVerfasst: 15.03.2011 23:03
von XorX
äääh, Meteoreisen evtl. schon, nur nicht sicher nachgewiesen... das mit dem KOMETEN is quatsch

Re: langobardischer Schmied brauch Hilfe

BeitragVerfasst: 15.03.2011 23:09
von Damastschmied
Quatsch ?

geht es nur um das vom Kiemgau oder allgemein ?

Gruß Maik

Re: langobardischer Schmied brauch Hilfe

BeitragVerfasst: 15.03.2011 23:28
von FLAVIVS
Hallo Maik!

Du hast Post!

Re: langobardischer Schmied brauch Hilfe

BeitragVerfasst: 16.03.2011 08:50
von Martin
Hi Maik,

willkommen!

Damastschmied hat geschrieben:Mit dem Werkzeug ist es nicht ganz so schwierig,da hat sich nicht viel bis Heute geändert,


D.h. du hast schon einen Satz rekonstruierter Werkzeuge des 5. Jhs.? Wäre interessant zu sehen, hast du da vielleicht Bilder?
Warum ich frage ... was ich immer schade finde ist, wenn Handwerker auf Veranstaltungen gute Arbeit zeigen, aber viel oder alles Werkzeug eindeutig modern (oder von mir aus 150 Jahre alt) ist. Dann halt gleich im Blaumann, denn dann ist klar, es geht um das Handwerk allein, nicht um die Gesamtdarstellung. Ich weiß, ein Hammer ist ein Hammer ist ein Hammer ... aber nicht, wenn man genau hinschaut ;-)

Re: langobardischer Schmied brauch Hilfe

BeitragVerfasst: 16.03.2011 09:45
von Damastschmied
Hallöchen

Das ist es ja und da hat sich nicht viel geändert,ich weis nicht ob es bei eventueller Massenproduktion (Römer),falls sie sowas am Beispiel Hammer so etwas wie eine DIN Norm oder eine Vorliebe wie Heutzutage hatten ?.
Wenn sich jetzt wie auch ich sich vornehmen einen Hammer zu schmieden,mache ich ihn so wie ich ihn für meine Arbeit brauche da ich ja in jeder Zeit damit meinen Lebensunterhalt bestreiten muß und nicht wie ich es erst letztes gelesen habe als jemand seine kleine Damast "Axt " vorstellte und es dann oft zu lesen war,das Teil willst du doch nicht benutzen,das gehört in eine Vitrine,was für ein Unsinn.
Mich fragen die Leute auch ständig ob sie die Messer von mir benutzen können,die sind doch dafür viel zu schade,aber für diesen Zweck stelle ich sie ja her und bei mir muß möglichst alles mehrere Funktionen haben.
Ich hatte sowieso vor mir einen Hammer aus Damast zu machen,ist zwar aus modernem Stahl aber trotzdem günstiger als reinen Renneisenstahl,es sei den ich würde welchen günstig bekommen.
Da es aber dann" nur" Kohlenstoff hat ist es nicht unbedingt das was ich haben möchte und das Auge Hämmer mit und man kann mehr sichtbare Fertigungskunst mit einbringen was man bei einem reinen Schweißverbundstahl nicht hat und Phosphor möchte ich auch nicht unbedingt darin haben um ein gut sichtbares Muster zu erzeugen.
Lange Rede kurzer Sinn,wenn jemand wirklich eine unumstrittene Form für meine Darstellung hat,ob Hammer oder anderes,bin ich sehr aufgeschlossen und binde es gerne mit ein.

Gruß Maik

PS.auch gerne wie im Kris etwas vom Meteoriten :D

Re: langobardischer Schmied brauch Hilfe

BeitragVerfasst: 16.03.2011 09:56
von XorX
Es gibt keinen Nachweis für einen Kometeneinschlag in Vorgeschichtlicher Zeit in Europa, nicht im Chiemgau oder sonstwo. in Dem Bericht dazu ging es außerdem nicht um Eisen AUS dem Kometen, sondern um Kometenbestandteile, die nach dem Aufschlag evtl. zu einer Veränderung oder Verbesserung des in diesem Gebiet befindlichen Eisenerzes bei der Verhüttung geführt haben sollen.
Eisenmeteoriten dagegen fallen dauernd runter. man muß sie nur finden... :wink:

Ein Tip für Werkzeuge: http://homepages.uni-tuebingen.de/peter ... rkzeug.htm

und nimm kein modernes, auf Optik abzielendes Schweißverbundmaterial dafür, das sieht nicht aus.
Raffinier dir halt selber C-Stähle auf den C-Gehalt, den du willst.
der Arbeitsaufwand ist nur wenig höher.
und für die weichen Komponenten alte Puddel- oder Schweißeisenbestände

X

Re: langobardischer Schmied brauch Hilfe

BeitragVerfasst: 16.03.2011 10:25
von Damastschmied
XorX hat geschrieben:
Ein Tip für Werkzeuge: http://homepages.uni-tuebingen.de/peter ... rkzeug.htm

und nimm kein modernes, auf Optik abzielendes Schweißverbundmaterial dafür, das sieht nicht aus.
Raffinier dir halt selber C-Stähle auf den C-Gehalt, den du willst.
der Arbeitsaufwand ist nur wenig höher.
und für die weichen Komponenten alte Puddel- oder Schweißeisenbestände

X


Das Moderne ist aber nur für Moderne Leute gedacht und weil man durch den Kontrast die Arbeitsweise besser erklären kann.
Was soll ich mit modernem Puddel und wo gibt es Schweißeisenbestände ? außer wohl große Bestände in Museen,die Rennöfen fahren behalten es für sich oder es übersteigt das mehrfache des von mir hergestellten mustergesteuertem Schweißverbundstahl.
Was ich dann mit was ich Vorführe ergibt dann einen Sinn,wenn die Leute meine Erläuterungen dazu höre,ich erzähle nicht den Leuten wie ich schon öfter mitbekommen habe und es mir würgt,das sie weichen Baustahl und Feilenstahl mit einander verschweißen und es "früher" auch so gemacht wurde und damit Harte und weiche Schichten vorhanden sind was auch Blödsinn ist,da bei den hohen Lagenzahlen und Temperaturen der Kohlenstoff ausreichend diffundiert,so das es keine weichen Schichten gibt,aber der Mythos hält sich krampfhaft fest,was anderes ist ein Klingenaufbau.


Zum Bericht,habe nur den Teil gesehen wo es um Kohlenstoff ging und nicht um andere Elemente,ich sehe mir es aber die nächsten Tage noch an,aber es ist auch ein Thema für sich,ich bleibe dran.



Gruß Maik