thrakische Frauenabbildungen

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thrakische Frauenabbildungen

Beitragvon Johanna K.-W. » 04.12.2007 21:09

das thema thraker ist ja hier noch recht vernachlässigt... :(

da ich zur zeit an der darstellung einer thrakerin arbeite, richtig weiterhelfende darstellungen von frauen aber gar nicht so häufig sind, wollte ich euch um hilfe bitten: kennt jemand darstellungen von thrakerinnen? vor allem geht es mir um die trageweise des umhangs (da bin ich mir momentan noch nicht ganz schlüssig), um kopfbedeckungen und frisuren (was frauen halt so interessiert.. :lol: )

meine darstellung orientiere ich übrigens am grabmal von kazanlak, anf. 3. jhd.v.chr.: http://picasaweb.google.de/Johanna2009/ ... 4979562242
da ich ein fan von kopfbedeckungen bin, stelle ich mir die frage, ob wohl auch die frauen die typischen mützen ("wichtelmütze", alopekis...) getragen haben? ich kenne nur dieses eine bild der göttin bendis: http://picasaweb.google.de/Johanna2009/ ... 6031381618
aber an einer göttin kann man sich ja nicht unbedingt orientieren...
Johanna K.-W.
 

Beitragvon Steve Lenz » 04.12.2007 21:14

das thema thraker ist ja hier noch recht vernachlässigt...


Dieses Subforum wurde auch erst vergangene Woche anläßlich der Bestellung Dains in den Moderatorenstab eingerichtet. Bis dato war das Thema "Thraker" wenig verlangt.

Ändert es! :wink:

Zu Abbildungen von Thrakerinnen fällt mir das Ende von Orpheus ein:

Bild(Quelle: androphile.org)

Die thrakischen Frauen waren wohl tätowiert.
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Beitragvon Johanna K.-W. » 04.12.2007 21:31

aha, darum!
tja, was das thema thraker angeht, wird das sehr bald sehr gefragt sein (oder ist es schon)... neben dain und mir gibts da jetzt noch drei österreichische thrakeranwärter! bald heisst es: HILFE! DIE THRAKER KOMMEN! :shock:
danke für das bild steve, ich kenne es und überlege mir wirklich (aufgemalte) tätowierungen für die darstellung. ich hab nur noch nicht herausgefunden, ob es gewisse gesellschaftliche schichten oder "berufsstände" waren, die tätowiert waren. auch nicht, ob es eine zeitlich eingrenzung dafür gibt?
stephan, weisst du da mehr?
Johanna K.-W.
 

Beitragvon Nils B. » 04.12.2007 21:52

...und eben erst habe auch ich dieses Subforum entdeckt, obwohl ich doch bereits an einer Thrakerdarstellung bastele (womit das nun auch hier kundgetan wäre). Stephan, Du solltest mehr Puplic Relations machen :D
Anbei auch eine, hoffentlich behilfliche thrakische Frauendarstellung

Bild

Gold der Thraker, 1979, Verlag Philipp von Zabern, Mainz, Seite 21
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Beitragvon Johanna K.-W. » 04.12.2007 23:25

danke bathanatos, wir kennen uns ja jetzt auch schon andernforums. :)

bei dieser dame frage ich mich bezüglich der "kopfbedeckung" - bänder aus textil oder leder, oder was denkt ihr?
Johanna K.-W.
 

Beitragvon S. Crumbach » 05.12.2007 08:38

.... oder Sprang?
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Beitragvon Turms Kreutzfeldt » 05.12.2007 09:12

Wann gibt es die ersten Thrakerwitze ? :oops:
Ich bin der Schleuderer, der stets aufschreit und das mit Recht, denn alles was nicht schleudert, ist wert das es auch untergeht, so ist denn alles, was ihr Schleudern nennt, mein eigentliches Element...
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Beitragvon Nils B. » 05.12.2007 10:25

@ Sylvia
Stehe im Moment etwas auf dem Schlauch: was heißt Sprang in diesem Zusammenhang? :oops:

@ Turms
Bei der Mützenmode dürfte das nicht allzu lange dauern...
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Beitragvon Chris » 05.12.2007 10:42

Me transmitte sursum, Caledoni!
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Beitragvon Nils B. » 05.12.2007 10:44

Boing :oops: :roll:
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Beitragvon Dain II. » 05.12.2007 18:58

Herodot von Halikarnassos schrieb
V.VI.
Bei den übrigen Thrakern herrscht folgende Sitte: Sie verkaufen ihre Kinder als Ausfuhrware. Ihre Jungfrauen behüten sie nicht, sondern sie lassen sie nach ihrem Belieben mit jedem Manne verkehren. Auf ihre Frauen aber geben sie scharf acht und kaufen sie von den Eltern um viel Geld. Tätowiert zu sein gilt als Zeichen edler Abkunft. Ein Müßiggänger zu sein als solches unedler Abkunft. Ein Müßiggänger zu sein bringt den größten Ruhm, aber das Land zu bebauen die geringste Wertschätzung, vom Krieg und Raub zu leben ist das herrlichste. Dies sind ihre hervorstechendsten Sitten.


Quelle:Herodot Die Bücher der Geschichte V-VI, Reclam


Allerdings sind die Beschreibungen des Herodot wie auch des Xenophon oder des Aristoteles aus der Zeit vom Ende der Bronzezeit bis zu Alexander. Diese war die klassisch thrakische Epoche mit den bunten Umhängen (Zeira), Stiefeln (Embades), Fuchsfellmütze (Alopekis), Chiton und thrakische Phrygermütze, Pelta, Kopis, Falcata/Macheira, Sica, Akinakes, Wurfspeeren und Lanze. Auch die Vasenabbildungen stammen aus dieser Zeit.

Nach Alexander kleiden sich die Thraker sehr griechisch und tragen auch gerne einfache oder doppelte Clavi am Rand ihrer Tuniken die auch kürzer werden, zumindest wenn dazu Hosen getragen werden wie im Grab von Alexandrovo abgebildet. Aus der Zeit ist auch die Grabmalerei von Kazanlak. Die Tätowierungen, Zeiren und Alopeken verschwinden, auch die Embades weichen Schnabelschuhen, die Romphaia (der Vorläufer der dakischen Falx) und der keltische Schild, der Thyreos, und das keltische Schwert, Kladijo, kommen auf.

Leider gibt es bei den Thrakern noch keine populäre Zeiteinteilung wie bei den Kelten bspw. Hallstattzeit (C,D) und Latene (A,B,C,D).

lg Stephan
Dain II.
 

Beitragvon Johanna K.-W. » 05.12.2007 19:13

danke für den überaus informativen text, stephan!
dass sich u.a. die kleidung nach alexander verändert hat, ist ein wichtiger hinweis. allerdings kann ich gerade bei den frauenkleidern nicht viele unterschiede erkennen - mir liegen sehr viele abbildungen des (vermutlich) zweiteiligen gewandes vor, mit langem rock und langem oberteil, das bis mitte oberschenkel geht. dazu die gürtung relativ weit oben, also eher unter der brust als in er taille.
auch die schuhe auf den kazanlak-abbildungen sehen mir nicht nach schabelschuhen aus.
vielleicht hat sich (wie ja auch bei den kelten bzw. vergleich hallstattzeit - la tene-zeit) in der frauenmode einfach viel weniger getan als in der männermode.
Johanna K.-W.
 

Beitragvon S. Crumbach » 06.12.2007 09:13

Wenn es sich um griechische Abbildungen handelt, könnte man auch annehmen, daß der Künstler ehr mal Männer gesehen hat als Frauen.

Das ist kein 2-teiliges Kleid, sondern eine einteiliges mit doppelter Gürtung. Das ganze funktioniert nur mit ganz feinen Stoffen.
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Beitragvon Turms Kreutzfeldt » 06.12.2007 09:43

Und sieht auch dann nur toll aus: Guter Hinweis ! :idea:
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Beitragvon S. Crumbach » 06.12.2007 10:12

Zur "Technik" der Kleidung helfen die hier angeführen Literaturangeben weiter:

http://jsrv.uni-rostock.de/zvvz2/jsp/oCou.jsp?id=122033
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