Seite 1 von 1

dachbedeckungen in der jungsteinzeit

BeitragVerfasst: 07.07.2007 16:21
von alpenueberquerer
moin moin
ich baue gerade ein bandkeramisches langhaus in 1:15 oder so in etwa, wer kann mir auskunft darüber geben wie die häuser damals gedeckt waren, bzw was als dachdeckung genutzt wurde. hier bei ist es jetzt mal egal wann in der jungsteinzeit das haus gebaut. mich interessiert es halt nur weil ich aj führungen mache und den leuten nichjt unbedingt humbug erzählen will.
in diesem sinne

das wasser läuft der regen rinnt
die hütte selbst ist feucht geschwindt
das moor säuft ab die kühe muhen
die schweine in dem pferch die pfuhlen.

BeitragVerfasst: 07.07.2007 18:44
von Hans T.
Reet, Stroh, Gras, Rinde. Möglicherweise auch Holzschindeln, aber da hab ich persönlich meine Probleme mit dem Werkzeug. Man dardf zwar die Schreinerfähigkeit bei Verwendung von Steinwerkzeug auf gar keinen Fall als niedrig ansetzen, aber grad bei Schindeln fehlt mir noch das Vorstellungsvermögen.

Gute Beispiele sieht man im Federseemuseum, dort hat man sich bemüht, alle denkbaren Materialien zu verwenden und die Vielfalt zu zeigen. Interessant auch die Bauten im Museum im Schnalstal (Südtirol), die auch Varianten, inkl. Schindeln, zeigen. Die Rekos sind aber alle jünger als die grossen Bandkeramischen Häuser, aber die grossen Häuser in Ständerbauweise vertragen auch alle die genannten Materialien....bei Schindeln fehlt mir aber zusätzlich noch eine Meinung zur Statik, wobei eine solche Holzeindeckung trotz allem verblüffend leicht ist.

Ein konkreter Nachweis durch einen Befund ist jedoch bei keinem der genannten Materialien gegeben, auch nicht durch Feuchtboden-Siedlungsfunde. Entspringt alles praktischen Überlegungen und den Gedanken, welches Material steht überhaupt zur Verfügung. Bei unserem eigenen Modell in 1/30 haben wir Rindeneindeckung gezeigt, beim 1:1 Modell dann Reet.

H.

BeitragVerfasst: 08.07.2007 16:10
von alpenueberquerer
moin moin

danke für die antwort.
ich nehme die langen kiefernadel die schon ein wenig moos angesetzt haben, bin gespannt wie das dann aussieht. die nadeln sind quasi gebündelt 5mm durchmesser (1000 bündel) alle selbst gewickelt und ca 8 -10 cm lang.

in diesem sinne

BeitragVerfasst: 09.07.2007 10:10
von Claudia
Hans, wenn ich mich recht erinnere, war beim Federseemuseum ausnahmsweise doch mal ein Nachweis für eine Dachbedeckung. Ich kann mich allerdings nicht mehr erinnern, welches Material das war. Am besten mal beim Federseemuseum nachfragen.

BeitragVerfasst: 10.07.2007 14:42
von alpenueberquerer
moin moin

ich weiß auch noch von nem rössnerhaus aus der nähe von köln, das war mit birkenrinde gedeckt.
@ hans t. bei den schindeln kommt es darauf an wie breit und lang die sind, schon allein wegen der unterkonstruktion müßten das ziemlich breite gewesen sein.
also meine vorstellungen gehn eigentlich in richtung rinde, stell dir mal vor was für eine menge rinde anfällt bei einem 25x6 m langhaus das vierschiffig ist. wobei das dach flächen von ca. 500 - 1000 m² haben kann. wenn es lang genug ist.


in diesem sinne

BeitragVerfasst: 10.07.2007 16:01
von Hans T.
das war mit birkenrinde gedeckt


Weisst du, ob die Rinde wirklich im Befund war oder ist das eine Vermutung des bearbeitenden Ausgräbers? Würd' mich interessieren. Danke!

H.

BeitragVerfasst: 10.07.2007 16:36
von alpenueberquerer
moin moin
der, der das modell, bei uns im museum gebaut hat behauptet das wäre der befund. ich habs noch nicht nachgeprüft weil ich ihm glaube, aber sicher bin ich mir da nicht.
in diesem sinne

BeitragVerfasst: 10.07.2007 16:43
von Hans T.
Nee, nicht missverstehen, bitte. Geht nicht drum, ob man dem Ausgräber was glaubt oder nicht. Hätt mich halt interessiert. Manchmal werden solche Ergebnisse ja aus Überlegungen abgeleitet wie zB dünne Pfosten = geringe Dachlast = Rinde. Ein Befund dagegen, der noch dazu eindeutig wäre ( zB grössere Rindenplatte) wär schon mal nicht schlecht. 'Nur' Rinde auf dem Laufhorizont könnte auch als Bodenbelag / Stall etc interpretiert werden. Deshalb ist es ja immer so wichtig, das die Befunde publiziert werden und man auch an die Publikationen herankommt.

H.

BeitragVerfasst: 11.07.2007 11:04
von alpenueberquerer
moin moin
nee alles klar!
der hats auch nicht ausgegraben, sondern sagt das es ein befund aus der ecke um köln ist, nmach dortigen ausgrabungen, müßte also dokumentiert sein. habe im netz auch schon gesucht aber keine veröffentlichung gefunden.
mich würde halt interessieren ob noch jemand anders etwas von diesem haus bzw dem befund weiß.

in diesem sinne

BeitragVerfasst: 11.07.2007 11:33
von Steve Lenz
Hast Du mal Eckdaten (Autor) für mich, dann kann ich mich mal in der Historicums-Bibliothek umtun. Könnte allerdings etwas dauern, bei mir flattert derzeit ein Projekt nach dem anderen rein.

BeitragVerfasst: 11.07.2007 23:33
von alpenueberquerer
moin moin
ich werde mal nachfragen wer das ausgegraben hat.
in diesem sinne