Herodot`s blutrünstige Schilderungen wahr?

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Herodot`s blutrünstige Schilderungen wahr?

Beitragvon Blattspitze » 03.01.2024 11:58

Im neuen Jahr fängt die Vergangenheit aber böse an:
"Die Reiterkrieger der Skythen verarbeiteten offenbar auch Menschenhaut zu Leder – und schmückten damit ihre Pfeilköcher, wie Analysen jetzt erstmals enthüllen. Demnach bestanden die Deckel von mindestens zwei rund 2.400 Jahre alten Lederköchern aus Skythengräbern in der Südukraine aus menschlicher Haut."
https://www.scinexx.de/news/archaeologi ... -zu-leder/
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Re: Herodot`s blutrünstige Schilderungen wahr?

Beitragvon TZH » 11.01.2024 11:31

Die wollten vielleicht ein schönes Tatoo eines Feindes als Erinnerungsstück erhalten. Ich finde das lieb. :D
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Re: Herodot`s blutrünstige Schilderungen wahr?

Beitragvon Sculpteur » 11.01.2024 13:16

Aber tatsächlich wissen wir heute nicht, mit welcher Einstellung unsere Vorfahren in weit zurükliegenden Zeiten hier und dort zu Werk gingen (es sei denn es wäre verlässlich darüber überliefert worden): es werden heute zwar häufig Schlüsse darüber gezogen, aber die sind häufig moralisch gefärbt und interpretiert. Es ist ja durchaus denkbar, eine solche Handlung nicht automatisch und zwangsläufig als blutrünstig zu interpretieren, wenn z.B. davon ausgegangen werden könnte (nur als theoretische Erwägung) dass die Weiterverwertung von menschlichem Gewebe möglicherweise auch in Form einer Art von "Totenkult" bzw. "Totemkult" verstanden worden sein könnte (also um einen verstorbenen gewissermaßen zu "ehren"). Das kann zwar morbide wirken, wäre aber in der Wirkung dann natürlich moralisch bewertet. Ich will jetzt keinesfalls behaupten, dass dies in dem geschilderten Fall so gewesen sein könnte, möchte jedoch relativieren, dass es natürlich Interpretationssache ist, wie wir solche Zusammenhänge heute wahrnehmen und werten, oder? Auf ähnliche Art und Weise thematisiert der verlinkte Artikel diesen Zusammenhang ja auch.
Ein Physiker-Witz: "Was ist der Unterschied zwischen Doppelmoral und Dopplermoral?"
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