Homo floresiensis, der Disput geht weiter

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Homo floresiensis, der Disput geht weiter

Beitragvon hunasiensis » 20.05.2006 12:31

Es wird weiter darum gestritten, ob Homo floresiensis eine eigene Menschenart oder ein Fall von Mikrozephalie ist. Das Neuste dazu

http://www.wissenschaft.de/wissen/news/265473.html

Über die sich auftuenden methodischen Fragen hat wieder John Hawks in seinem Blog lesenswerte Anmerkungen geschrieben:

http://johnhawks.net/weblog/fossils/flo ... _2006.html
und
http://johnhawks.net/weblog/fossils/flo ... _2006.html
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Hobbit cave digs set to restart

Beitragvon Fridolin » 25.01.2007 12:27

Archaeologists who found the remains of human "Hobbits" have permission to restart excavations at the cave where the specimens were found.
Indonesian officials have blocked access to the cave since 2005, following a dispute over the bones.

weiter:
http://news.bbc.co.uk/2/hi/science/nature/6294101.stm
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Beitragvon Fridolin » 30.01.2007 15:07

Schädelscan deutet darauf hin, dass "Homo floresiensis" tatsächlich eine eigene Menschenart war

Der Streit um den mittlerweile legendären Zwergmenschen von der indonesischen Insel Flores geht in die nächste Runde: Amerikanische Wissenschaftler glauben, durch 3D-Bilder am Computer beweisen zu können, dass es sich bei den vor drei Jahren entdeckten Knochen tatsächlich um die Überreste einer bisher unbekannten Menschenart handelt. Die Existenz dieses auch "Hobbitmensch" genannten und vor 12.000 Jahren ausgestorbenen Homo floresiensis wird von einigen Forschern immer wieder angezweifelt.

weiter:
www.wissenschaft.de/wissenschaft/news/274325.html
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Beitragvon Thomas Trauner » 30.01.2007 17:06

Ich versteh?s wieder nicht...
Wieviele Individuen und Köpfe haben die jetzt im Fundgut ?
Mehrere Individuen und nur einen Kopf ? Oder mehrere ?

Sind die Werkzeuge nicht auch kleiner ?

Mir sind die "einfachen" Fakten nicht klar genug, um der Geschichte richtig folgen zu können...

Thomas Tr.
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Beitragvon hunasiensis » 30.01.2007 23:10

Morwood et al., Further evidence for small-bodied hominins from
the Late Pleistocene of Flores, Indonesia. In: Nature Vol. 437, 2005

Dieser Artikel spricht von mindestens 8 weiteren Individuen, die in Größe und Morphologie dem LB1 ( Das ist der Holotyp ) entsprechen.
Aber nur von LB1 ist der Schädel vorhanden; von LB6 der Unterkiefer, von den anderen diverse Knochen. Seltsamerweise werden in dem Artikel LB1-8 erwähnt, aber nicht der LB9.

Anhand der Datierungen hat lt. dem Artikel der älteste Floresiensis bereits 94ka BP gelebt, der jüngste 12 ka BP.

Der Frage, ob die Werkzeuge auch kleiner sind, ist interessant. Wenn ich Zeit habe, werde ich die Publikationen mal danach durchgehen.

Arne
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Beitragvon Thomas Trauner » 31.01.2007 13:34

Ich habe einfach das Problem, das ich mir das Szenario, dass sich die Anhänger der Microcephalits-Theorie vorstellen, nicht nachvollziehen kann.

Unabhängig von den fehlenden Schädeln bleiben ja die "kleinwüchsigen" postcranialen Skeletteile.

Was ich mir, so aus der hohlen Hand heraus, vorstellen kann, ist, dass die Wahrheit in der Mitte liegt.
Nämlich dass die übliche "Inselverzwergung" bei einem Hominiden ähnliche Skelettmerkmale hervorbringt, wie die wohl auch genetisch bedingte Microcephalitis.
Einmal "normale" Genetik, einmal pathologisch.

(Ob, egal jetzt wie man "Art" definiert, sich aber eine eigene "Art" nachweisen lässt bleibt wohl solange fraglich, solange keine vernünftigen Gen-Vergleiche zwischen homo Fl. und home erectus/sabiens s. vorliegen.)

Und genau der implizierte "Pathologie-Ansatz" stört mich, selbst wenn LB1 durch u.a seine Schädelassymetrie erstmal einen Gedanken in diese Richtung geradezu herausfordert.
Aber welches Szenario würde sich da ergeben ? Eine "Krankenkolonie" ??

Thomas
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Beitragvon Fridolin » 21.09.2007 16:51

Flores-Hobbit hatte Affenhände

Eine neue Studie soll die Debatte um den "Hobbit" beenden: Der Homo floresiensis ist demnach kein verkrüppelter moderner Mensch. Eine Analyse der Handgelenkknochen zeige: Der Zwerg von der Insel Flores war kein verkümmerter Frühmensch, sondern gehörte zu einer eigenen Art.

www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,507102,00.html
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Hobbits auf Flores nur mangelernährte Homo sapiens?

Beitragvon ulfr » 05.03.2008 10:46

Die "Hobbits" auf Flores waren australischen Forschern zufolge keine eigene Menschenart, sondern moderne Menschen, die wegen einer Mangelernährung der Mütter mit Kretinismus geboren wurden. Als Ursache nehmen Peter Obendorf und seine Kollegen von der Uni Melbourne ein angeborenes Jodmangelsyndrom des myxödematösen Typs an, die Schilddrüse produziert zuwenig Thyroxin, wodurch sich der gesamte Stoffwechsel verlangsamt. Folge sind ein verzögert entwickeltes Zentralnervensystem und Skelettmissbildungen wie verkürzte Extremitäten und Zwergenwuchs, die auch bei modernen Menschen auftreten, die an dieser Krankheit leiden, z.B. eine Vergrößerung der mittleren Schädelgrube, primitive Handgelenksformen und vordere Backenzähne mit doppelter Wurzel. Gründe für die Mangelerscheinungen könnte eine salzarme Ernährung sein, aber auch der Konsum von Giften wie dem der Maniokpflanze, was die Häufigkeit von Kretinismus erhöht.
Dass nur die Überreste der Hobbits gefunden wurden, liegt laut Obendorf daran, dass diese sich, von ihren normalen Stammesgenossen zurückgelassen, in Höhlen zurückzogen und dort schließlich allein starben, während die Normalos ihre Toten begruben, weshalb man von ihnen nichts mehr findet.
Quelle: Proceedings of the Royal Society B (DOI: 10.1098/rspb.2007.1488)

http://www.wissenschaft.de/wissenschaft ... 89090.html


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Beitragvon ulfr » 12.03.2008 19:12

Nun wieder nicht:

"William Jungers von der Stony-Brook-Universität in New York gegenüber The Australian: Vieles an der Arbeit von Obendorf sei, so der Paläoanthropologe, "eine ziemlich große und übelriechende Ansammlung von Desinformation und wilder Spekulation"."

www.wissenschaft-online.de/artikel/946327
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Beitragvon ulfr » 18.12.2008 23:58

Jetzt sind sie doch eine neue spezies... mehr ...
Die Einheimischen auf Borneo glauben, dass die Orang-Utans nur deswegen nicht sprechen, weil sie sonst arbeiten müssten.
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Beitragvon ulfr » 27.03.2009 21:58

jetzt geht?s gar nicht mehr um Hobbits, sondern um Geld und Ruhm ....
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Beitragvon ulfr » 21.04.2009 09:56

Haben moderne Menschen von den "Hobbits" gelernt, Werkzeuge zu machen? Das meint ein Deutsch-Amerikanisches Forscherteam:

http://sciencenow.sciencemag.org/cgi/co ... 2009/417/3
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Beitragvon Fridolin » 07.05.2009 10:42

Hobbits" lebten auf großem Fuß

Der Homo floresiensis ist wohl doch eine eigene Art
Forscher haben die Füße des Homo floresiensis genau analysiert und sind der endgültigen Aufklärung des Rätsels um die Abstammung des Zwergmenschen vielleicht einen Schritt näher gekommen: Der auch als "Hobbitmensch" bekannte Verwandte stammt vermutlich von einem Vorfahren des Homo erectus ab, der Afrika schon viel früher verlassen hat als bisher angenommen, schließen die Forscher aus der Untersuchung der Fußknochen

http://www.wissenschaft.de/wissenschaft ... 03238.html
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Beitragvon ulfr » 06.01.2011 12:34

Australier versuchen, DNA aus "Hobbit"zähnen zu gewinnen:

http://www.nature.com/news/2011/110105/ ... 1.702.html
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Re: Homo floresiensis, der Disput geht weiter

Beitragvon ulfr » 09.08.2011 21:32

Die Einheimischen auf Borneo glauben, dass die Orang-Utans nur deswegen nicht sprechen, weil sie sonst arbeiten müssten.
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