Die Himmelsscheibe von Nebra

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Beitragvon R. Schumann » 16.02.2006 14:20

die himmelsscheibe an sich ist, echtheit hin oder her doch sowieso ein völlig überbewerteter fund, die argumentationsebenen find ich hier eh völlig daneben,
ich denke es haben sich genug spezialisten fundiert positiv zur echtheit geäussert, und schauer sollte einfach wie oben genannt einen methodisch korrekten aussagekräftigenAufsatz bringen
irgendwie gibts genug andre dinge die man über die scheibe noch diskutieren kann und die einfach totgeschwiegen bzw vom tisch gewischt werden:
z.B. auf dem Kongress Herr Dr. David aufgrund von Ornamentvergleichen auf den Beifunden eine andere Datierung der Scheibe/beifunde vorschlug wurde diese vom Herrn Meller einfach nach dem Vortrag mit einem "Danke Wolfgang, aber du weist ich habe dazu eine andere Meinung" vom Tisch geschoben
... tolle wissenschaftliche Diskussion...

p.s.: ich schramme etwas am thema vorbei aber wenns schon um die scheibe geht musst ich das loswerden ;)
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Beitragvon Turms Kreutzfeldt » 16.02.2006 14:30

Deshalb wäre der Kongressband ja auch wichtig, wie Hans bereits anmerkte. Ich habe bislang noch nichts davon gehört.
Ich bin der Schleuderer, der stets aufschreit und das mit Recht, denn alles was nicht schleudert, ist wert das es auch untergeht, so ist denn alles, was ihr Schleudern nennt, mein eigentliches Element...
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Himmelsscheibe von Nebra

Beitragvon Peter N. » 21.02.2006 18:16

Erst Astro-Uhr, dann Bronzezeit-Nippes

mehr hier:

http://www.spiegel.de/wissenschaft/mens ... 96,00.html
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Beitragvon Fridolin » 21.02.2006 18:31

mehr dazu:
http://www.rp-online.de/public/article/ ... ges/243343


Zitat: "Nach den Worten von Landesarchäologe Harald Meller wurde die Himmelscheibe von einem Menschen geschaffen, der seiner Zeit weit voraus war". Wie das wohl gemeint ist?
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Beitragvon Thomas Trauner » 22.02.2006 08:33

Ha Ha. Du Schelm.

Thomas
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Alles sehr interessant

Beitragvon turanclancath » 22.02.2006 13:08

Ich habe eine kleine Frage.
Ich habe mit sehr viel Interesse die Disskussion ueber Expirimentele Archaelogie,Rekonstruktions Achaeologie und auch Vesuchs Archaelogie gelesen .
War sehr gut, wie eine Akademische Vorlesung.
Kompliment :):):)

Nun die Frage.
Hat mann mit die Himmelsscheibe ( Eine Kopie natuerlich ) schon Expirimente betrieben wass der Zweck der Scheibe sein koennte.?
Ich meine nicht nuer interpretation von Vorstellungen oder Kalenderberechnungen aber um mall wass zu nennen :
War es :
1. Hoheits/Machts/Herschafts Zeichen .
2.Schmuck.
3.Standarte./Feldzeichen.
4.Religieuses Symbol
5.Agrar Fruchtbarheits symbol

unsw unsw.

Als Student habe Ich immer gelernt in mein Geschichtsstudium dass Jede Frage Legitim ist .Natuerlich muss es eine konstruktieve Frage sein und kein blatanter Bloedsinn.
Ich habe keine Theorieeen nuer Fragen !!!!

Gruss aus Holland.
Don Turan :):):)
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Beitragvon Hans T. » 22.02.2006 13:35

1. Hoheits/Machts/Herschafts Zeichen .
2.Schmuck.
3.Standarte./Feldzeichen.
4.Religieuses Symbol
5.Agrar Fruchtbarheits symbol


Wie will man denn diese Vermutungen in einem Experiment verifizieren? Schmuck als Experiment? Agrarfruchtbarkeitssymbol? Nachfertigen und auf den Acker legen?

Alles bekommt bei rekonstruierender Archäologie heraus oder bei experimenteller Archäologie, aber doch niemals die kulturelle Bedeutung, die geistige Bedeutung. Im Gegenteil, dass ist genau einer der Schwachpunkte! Wir können die Geisteshaltung nicht rekonstruieren.

Im übrigen sei auf die bisherige Publikationslage verwiesen oder auf die o.a. neuen Vermutungen, wenn auch 'nur' journalistisch aufbereitet.

H.
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Beitragvon Turms Kreutzfeldt » 22.02.2006 14:16

Hier noch einmal etwas Neues:
http://www.halleforum.de/article.php?sid=3125

Ich bin auch der Meinung, bei einem derartigen Gegenstand ist die Deutung schwierig und man sollte sich vor "großen Würfen" hüten.
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Beitragvon Thomas Trauner » 22.02.2006 14:55

Eines lässt sich an der Scheibe nachweisen:
An den Seiten waren zwei goldene "Bänder", davon ist eines noch erhalten, dass das zweite vorhanden war, erkennt man an der Scheibe.
Diese Bänder laufen einmal von "08.00 Uhr" bis "10.00 Uhr", das andere von "02.00" bis "04.00 Uhr"

Ungefähr, die genau Gradeinteilung habe ich jetzt nicht im Kopf....

Jedenfalls entspricht diese Gradeinteilung dem Sonnenaufgang/Untergang an der Winter/Sommersonnenwende, wenn man genau vom Breitengrad der Fundstelle aus misst.

(Ich hoffe, das ist in etwa verständlich....
Man steht an einem bestimmten Punkt, um sich herum stellt man sich jetzt eine Uhreinteilung vor.
An der Sommersonnenwende geht die Sonne z.b. am Punkt "02.00 Uhr (=60 Grad) auf, am Punkt "10.00 Uhr" (= 300 Grad) unter.
An der Wintersonnenwende geht die Sonne am z.b. Punkt "04.00 Uhr" (=120 Grad) auf, am Punkt 08.00 Uhr (=240 Grad) wieder unter. Das ganze hängt jetzt noch vom Breitengrad ab. Am Nordpol geht sie Sonne im Sommer nie unter, am Äquator das ganze Jahr über auf 90 Grad auf und auf 270 Grad unter.)

Genau diese Bänder sind der schlussigste Hinweis auf die Verwendung der Scheibe als Zeitmesser und ihrer Herkunft, zumindest von denselben Breitengrad auf dem Nebra liegt.

Alle anderen vorgeschlagenen Überlegungen lassen sich, wie Hans schon schrieb, nicht experimentell nachweisen.
Da das Stück eine Einzelstück ist, fehlt jede Vergleichsmöglichkeit.
Die Darstellung des Siebengestirns entspricht denen auf vorderasiatischen Rollsiegeln.

Bronzezeitliche Darstellungen,wie z.b. Felsbilder, auf der in etwa eine solche Scheibe in irgendeiner Funktion zu erkennen wäre, fehlen.
Allerdings entspricht die Darstellung des Bootes solchen, die in, bislang als kultisch eingestuften, zeitgleichen Abbildungen auftauchen. ("Sonnenbarke"). Dieses Boot ist eine spätere Hinzufügung.

So - deshalb Zweitteilung in der Interpretation:
A) für eine gewissen Zeit Zeitmesser und Kalender
B) danach nur noch "Kultobjekt" im weitesten Sinne.

Natürlich sind die Übergänge Herrschaftszeichen/Kultisches Symbol/Kalender fließend.

(Die Uhr an einem spätestmittelalterlichen Kirchturm ist ja auch mindestens dreiteilig in ihrer Bedeutung.
Zeitmesser, an einem kultischen Bau als Ausdruck von gesteigertem Selbstbewußtsein der Stadtbürger....)

Für reinen, zweckfreien Schmuck, einer Standarte etc. fehlen jede konkrete Hinweise.
Mir erschient die Interpretation als Zeitmesser und später als "Kultobjekt" als völlig ausreichend und in sich schlüssig, um die Funktion der Scheibe zu erklären, zusätzliche Theorien bräuchten zusätzliche konkrete Hinweise oder Vergleiche.

Just my two cents.

Thomas
Zuletzt geändert von Thomas Trauner am 02.03.2006 19:07, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Turms Kreutzfeldt » 23.02.2006 07:30

Mir erschient die Interpretation als Zeitmesser und später als "Kultobjekt" als völlig ausreichend und in sich schlüssig, um die Funktion der Scheibe zu erklären, zusätzliche Theorien bräuchten zusätzliche konkrete Hinweise oder Vergleiche.

Eso es ! Das war es, was ich meinte. :D
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Beitragvon Turms Kreutzfeldt » 02.03.2006 12:41

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Frage ?

Beitragvon turanclancath » 03.03.2006 14:21

Exellent.
Dass ist sehr interessant und plausibel.

Da habe Ich mal wieder eine Frage hoffentlich nicht zu naiv ?

Die Scheibe soll also wichtig gewesen sein fuer dass Saehen und Ernten fuer die Jahreszeiten.( Maerz, Oktober, Pleaiden )
Aber wie hat mann dass bestimt vor die Scheibe Zeit und nachher als mann die Scheiben Botschaft nicht mehr verstanden hat.
Wie hat mann dann die Jahreszeiten und zeit fuer Saehen und Ernten bestimmt ?
Ann Erscheinen oder weiterziehen von Voegel ?
Voegel die mit Fruehling wieder erscheinen und mit Herbst wieder zur waerme fliegen.
Oder andere Tiere oder Gewaechse als markierer ?

Ein schoenes Wochenende Don Turan :):):)
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Beitragvon Thomas Trauner » 03.03.2006 18:00

Don Turan,

man weiß nicht alles. Deswegen ist ja der Fund der Scheibe so überaus wichtig.

Andererseits stehen ja verschiedene Bauten des mittleren und späten Neolthikums (Kreisgrabenanlagen, manche Megalith-Bauten) dringend im Verdacht, auch als Zeitmesser gedient zu haben.

Ausserdem, so schwieirg ist das ganze auch gar nicht. Um z.B. die Sonnenwenden zu markieren, genügen 4 Stöcke ( im ernst). Ebenso lassen sich die Himmelsrichungen mit zwei Stöcken und einer Schnur festlegen.
Beobachtungen der Sternenkonstelationen (welcher auch immer) geben einfach Auskunft über die zeitliche Jahreszeit, wenn sich diese allzu sehr von der meterologischen unterschied.

Die Frage, die sich auch stellt, ist, aber wann (und warum) eine GENAUERE Zeitmessung stattfand. Eine Verbindung zwischen der Komplexität der Gesellschaft und dieses Bedarfes scheint es schon gegeben zu haben.
Schwierig.

Thomas
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Beitragvon Peter N. » 02.04.2006 10:37

die Story geht anhand neuester News weiter:

Himmelsscheibe von Nebra: 400 Jahre benutzt, fünfmal umgearbeitet
Spezialanalyse liefert weitere Details zur Geschichte des bronzezeitlichen Kultobjekts

http://derstandard.at/?url=/?id=2395319

P.
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Beitragvon Striker » 19.05.2006 17:50

Herr Prof. Schauer wird so schnell wohl eh nichts mehr publizieren oder von sich hören lassen.

Da ich ja auch aus Regensburg komme, und zum Glück Vor und Frühgeschichte nur im 2. Hauptfach habe. (Herr Schauer im 1. Hauptfach :censored: ) darf ich mir glaube ich eh kein Urteil über die Scheibe leisten.
:roll:

Grüße vom Admin:

Teile des Eintrages gelöscht - Indiskretionen bitte vermeiden, Striker.
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