Brotlaibidole

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Brotlaibidole

Beitragvon Manu » 07.07.2011 17:14

Bin durch einen eurer Threads auf diese Seite gestossen:
http://www.museum-manching.de/index.php?id=406,44

Ich würde gerne Ideen sammeln, zu was diese Brotlaibidole wohl verwendet wurden. Die Wissenschaft tüftelt ja wohl noch. Mich würde eure Meinung interessieren. Brain-Input :oops:
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Re: Brotlaibidole

Beitragvon Fridolin » 07.07.2011 17:35

Manu,
Deiner Phantasie sind keine Grenzen gesetzt:
„Farbreste und Inkrustierungen sowie die Formung einiger Gegenstände deuten auf eine Funktion als Stempel hin. Eine Kennzeichnung gewisser Produkte ist in Erwägung zu ziehen.“... „Innerhalb der Fundgebiete werden Brotlaibidole fast ausschließlich in Siedlungen gefunden. Dies deutet auf einen profanen Verwendungszweck hin, kultische Handlungen bezüglich dieser Objekte sind jedoch auch möglich.“ ...“ Schlussendlich fehlen noch die Beweise für deren Verwendung.“

http://de.wikipedia.org/wiki/Brotlaibidol
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Re: Brotlaibidole

Beitragvon LS » 07.07.2011 18:46

Der Katalog zur Ausstellung sollte jede Minute erscheinen, ist auf jeden Fall in Druck.

Gruß L

PS: Vielleicht waren es ja Erinnerungen an misslungene Weihnachtskekse...
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Re: Brotlaibidole

Beitragvon Manu » 16.07.2011 18:51

Hier noch was aus der Steinzeit:

http://www.der-see-erzaehlt.eu/index.php?id=14

Wenn man wüßte was in den Menschen vorging. Das sieht aus wie zählen ... denke ich aber nicht wirklich. :doubt:
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Re: Brotlaibidole

Beitragvon hugo » 16.07.2011 20:44

Ohne wienerischer Positivist zu sein, merke ich an, mich der Interpretation zu enthalten und schließe mich damit nahtlos an Gerhard Trnka an.
Warum nicht Kinderspielzeug, ein Bereich, der bisher viel zu wenig ananlysiert wurde.
:twisted: :twisted: :roll: :roll: :roll: :twisted: :twisted:
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Re: Brotlaibidole

Beitragvon Hans T. » 16.07.2011 21:01

Brotstempel...1 Ofen, mehrere Brotfladen...welcher ist meiner?
Hat man die Inkrustationen schon mal analysisert?

H
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Re: Brotlaibidole

Beitragvon hugo » 16.07.2011 21:16

das ist schon wieder zu sehr in unserer Kultur gedacht, ein ziemlich häufiger Fehler. Das Kindergartenschema passt nicht zu allen Kulturen.
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Re: Brotlaibidole

Beitragvon Hans T. » 16.07.2011 23:29

Findest du? :mammut2: Verwendet ihr in A wohl noch Brotstempel? :mammut2:
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Re: Brotlaibidole

Beitragvon hugo » 17.07.2011 06:48

In meiner Kindheit brachten wir, hier in den Voralpen, das Brot noch zum Backen in die Bäckerei. Stempel gab es keine. Das kenn ich rezent nur aus Osttirol.
Für meine Kindertheorie spricht auch die niedrige Brenntemperatur der meisten Brotlaibidole. Sie wurden nur mit echtem Brot gebacken und nicht gebrannt!

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Re: Brotlaibidole

Beitragvon Hans T. » 17.07.2011 08:52

Jetzt hab ich begriffen, was du mit Kindergartentheorie meinst.
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Re: Brotlaibidole

Beitragvon hugo » 17.07.2011 13:05

Entschuldige, da war ich wieder zu kryptisch. Aus der Nachkriegszeit, also einer Zeit des Mangels, kann ich mich noch erinnern, dass wir Kinder, wenn wir ruhig waren, in Handwerksbetrieben zusehen und auch selbst basteln durften. Heute gibt es das nur mehr in der dritten Welt und ich kann dazu die Sammlung meines Studienkollegen Fritz Trupp in Vöklabruck empfehlen, die auch schon im Mumok in Wien ausgestellt war. Wenn es Mattel und Sonstige nicht gibt, bauen Kinder, oft unter Mithilfe der älteren Generation ihr Spielzeug selbst. Auch Gatsch wird da einbezogen und das Brennen ist problemlos.
in der Rente bin ich diesbezüglich wieder aktiv und komm mit Maipfeiferlschnitzen und Ofenbau für den Waldkindergarten gut an.
Bedauerlich finde ich nur, dass man vom Archäologenschreibtisch aus selten an Kinder als wichtigen Bestandteil der Gesellschaft denkt.
Viele "Kultbefunde" wären damit einfacher deutbar.
Genug des Gesuderes.
herzliche Grüße
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Re: Brotlaibidole

Beitragvon Hans T. » 17.07.2011 14:13

aus selten an Kinder als wichtigen Bestandteil der Gesellschaft denkt.


Wir bemühen uns zumindest. Wir haben deshalb zB einen Satz tönerner hallstattzeitlicher Kinderspielsachen (Pferde, Räder, "Männchen", Mini-Geschirr) nachgetöpfert und haben es auch oft dabei. Leider ist Thomas zur Zeit im tatsächlichen Sinne offline, er wüsste auswendig, welche FO etc. Jedenfalls werden die Objekte nahezu durchgängig als Idole angesprochen.
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Re: Brotlaibidole

Beitragvon pinguin » 18.07.2011 06:28

Na irgendwie sind diese Idole mit ihren kryptischen Punkt Komma Strich Verzierungen doch immer auch als Informationsträger betrachtet worden.
Es könnte doch sein, daß hier Händlermarken oder Mengen- wie Qualitätsinformationen dahinter stecken.

Kinderspielzeug ist möglich.

Dann aber machen wir das doch bitte auch für anderes Gut.

Wie wäre es denn, wenn wir die Altsteinzeitfiguren der Alb auch als Kinderspielzeug ansehen würden --

was spräche hier dagegen?

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Re: Brotlaibidole

Beitragvon hugo » 18.07.2011 07:40

Für mich als alten Kultgegner ist das durchaus diskussionswürdig. Leider fand Die Trennung von Profanem zu Kultischem in unserer Gesellschaft nicht mal in der Aufklärung statt. Der Umkehrschluss, dass alle voraufklärungszeitlichen Funde Kultcharakter haben drängt sich damit auf, schließt aber deren Doppelfunktion nicht aus. Insgesamt sind mir kinderbezogene Funde, und auch als solche interpretierte, zu wenig vertreten. Grummel
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Re: Brotlaibidole

Beitragvon pinguin » 18.07.2011 21:02

Hugo ich denke, daß wir bei Kinderspielzeug erst in der Bronzezeit aus dem Vollen schöpfen können. Tontiere tummeln sich allerdings schon im Neolithikum der Pfahlbauten, gleich ob Schweinchen oder Rinder.

Bei den Brotlaibidolen gab es auch immer wieder die Idee, daß sie an Stoffballen oder Lederbünden oder anderer Ware hingen, wie ein Strichcode, und die Herkunft, Menge oder Beziehung kennzeichneten.

So ähnlich will man das ja auch in Manching sehen.

Botschaften aus der Bronzezeit :D
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