Bronzezeitliche Friedhofsblumen?

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Bronzezeitliche Friedhofsblumen?

Beitragvon ulfr » 16.12.2009 12:09

Haben schottische Bronzezeitler ihren Verstorbenen Blumen mit ins Grab gegeben?

http://news.bbc.co.uk/2/hi/uk_news/scot ... 412938.stm
Die Einheimischen auf Borneo glauben, dass die Orang-Utans nur deswegen nicht sprechen, weil sie sonst arbeiten müssten.
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Beitragvon Blattspitze » 16.12.2009 13:37

Erinnert an das Mädchen von Egtved, da war doch auch eine Blume im Baumsarg? Und die "Särge aus Birkenrinde" erinnern an Befunde von Sylt.

War nicht auch eine Neandertaler - Bestattung (?) in Shanidar auch im Verdacht, "auf Blumen gebettet zu sein"? Ist aber, meine ich, inzwischen verworfen worden.
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Beitragvon ulfr » 16.12.2009 14:16

Wirklich verworfen nicht, J.D. Sommer äußerte 1999 die Vermutung, die massiven Pollenkonzentrationen unter dem Leichnam seinen von Wüstenrennmäusen dorthin gebracht worden :roll:

JD Sommer 1999: The Shanidar IV'Flower Burial': a Re-evaluation of Neanderthal Burial Ritual, Cambridge Archaeological Journal

Dazu auch Interview mit G.C. Weniger (Neanderthal Museum) in der WamS vom 4. Juni . 2006

Immer wieder kommt es aber auch
zu Fehlinterpretationen. Mußten Sie
in der kurzen Geschichte des Museums
auch schon wissenschaftliche
Falschdeutungen korrigieren?

Weniger: Einen solchen Fall hatten
wir: die sogenannten Blumenkinder
von Shanidar. In einem Neandertalergrab
im Irak hatte man so
viele Blütenpollen gefunden, daß
man früher dachte, über diesem
Grab seien Blumen ausgebreitet
worden. Jahre später wurden die
Sedimente noch einmal untersucht
– und auch die vielen Knochen der
Kleinsäugetiere, die neben den Neandertalerknochen
ebenfalls gefunden
worden waren. Es stellte sich
heraus, daß diese von der persischen
Wüstenmaus stammten. Diese
Maus gräbt kleine Höhlen und
polstert sie mit Blütenpflanzen aus.
Also mußten wir auch im Museum
die Geschichte über die Blumenkinder
von Shanidar korrigieren.
Jetzt weisen wir darauf hin, daß
vermutlich Mäuse die vielen Pollen
in dieses Neandertaler-Grab hineingetragen
haben.


Ich weiß nicht, ob die "Blumenkinder" damit vom Tisch sind?
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Beitragvon S. Crumbach » 16.12.2009 20:00

Auch wenn es noch so unwissenschaftlich ist - ich mochte die Vorstellung so gern......... :traurig:
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Beitragvon Dago » 16.12.2009 20:30

Lag nicht bei Tut anch Amun auch ein Kranz Kornblumen auf dem Sarkphag
Grüsse
Thorsten Seifert
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Re: Bronzezeitliche Friedhofsblumen?

Beitragvon ulfr » 10.10.2015 10:25

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Re: Bronzezeitliche Friedhofsblumen?

Beitragvon Turms Kreutzfeldt » 12.10.2015 09:16

ich fand den Gedanken auch schön ...

Turms
Ich bin der Schleuderer, der stets aufschreit und das mit Recht, denn alles was nicht schleudert, ist wert das es auch untergeht, so ist denn alles, was ihr Schleudern nennt, mein eigentliches Element...
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Re: Bronzezeitliche Friedhofsblumen?

Beitragvon Blattspitze » 12.10.2015 16:57

Irgendwie komisch, dass wir im Bronzezeit-Fred über Blumen bei Neandertaler-Skelettfunden melancholieren?
Wir mochten solche Gedanken, weil sie eine enge Verwandtschaft suggerieren. Es gab wohl kein Shanidar Trauerbukett. Ich hatte damals sogar den ketzerischen Gedanken, das große Mengen stark riechender Blumen bloß Opas Geruch noch etwas linderten. Verzeihung ...
Wahrscheinlich hat ein Gebinde appetitlicher arrangierter Hinterschinken als letzter Gruß damals positivere Gefühle verursacht.
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Re: Bronzezeitliche Friedhofsblumen?

Beitragvon ulfr » 12.10.2015 19:27

Hab einfach gesucht, ob wir das Thema schon mal hatten, und bin dann hier gelandet ...

Eisbein statt Eiszeit!
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