Pech in der Schnurkeramik

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Pech in der Schnurkeramik

Beitragvon Turms Kreutzfeldt » 10.07.2007 07:45

Aus einem schnurkeramischen Grab in der Nähe von Halle, wieder ein Fund des Monats:
http://www.archlsa.de/funde-der-monate/07.07/index.htm

30 g Birkenpech, das ist schon eine ganze Menge.
Ich bin der Schleuderer, der stets aufschreit und das mit Recht, denn alles was nicht schleudert, ist wert das es auch untergeht, so ist denn alles, was ihr Schleudern nennt, mein eigentliches Element...
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Glück mit Pech

Beitragvon Trebron » 11.10.2007 17:29

Wieviel Pech-Material braucht man, um solche eine Untersuchung anzustellen ?

Habe vor 2 Wochen am Gardasee von meiner Vermieterin eine Silexspitze mit noch anhaftendem Kleberrest, vermutlich Birkenteer, geschenkt bekommen. Das heist, das Teil war einmal "geschäftet" -wie auch immer.
Ich werde gelegentlich Bilder machen, mit Bemaßung.
genau : 68 mm lang, 27 m breit, 8,5 mm dick, lanzetförmig.
Die Spitze hatte ihr Ehemann als Junge am Strand von Lazise am Gardasee gefunden, dort wo heute die Strandpromenade ist.
In dieser Gegend wurden auch Pfahlbaureste gefunden, aber vermutlich dem Turismus geopfert.

Glücklicher

Trebron.
Zuletzt geändert von Trebron am 12.10.2007 08:54, insgesamt 2-mal geändert.
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Beitragvon Claudia » 11.10.2007 18:19

Hm, in Dresden habe ich vor ein paar Jahren mal ein schnurkeramisches Gefäß gesehen, was ein Loch bekommen hatte und mit Birkenrinde und Pech geflickt worden war. Das Gefäß war dann zum Wasserschöpfen benutzt worden und irgendwann in den Brunnen gefallen. Man hat es jedenfalls mit noch um den Hals liegender Schnur und noch intakter Reparaturstelle in einem Brunnen gefunden. Das Ding ist auch in einer Publikation abgebildet, weiß nur nicht mehr, in welcher. Wenn Interesse besteht, such ich mal danach.
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Beitragvon Thomas Trauner » 12.10.2007 08:13

Diese "Fund des Monats"-Reihe ist wirklich klasse !

-Trebron, ein bild wäre toll.
- Claudia, jetzt wo du es sagst, fallen mir einige dieser Gefäßreparaturen ein. Gibt?s seit?s Keramik gibt. So eine Geschichte mit Birkenrinde/Pech und in den Brunnen gefallen, gibt?s, glaube ich auch aus der LBK.
In der Praxis habe ich mal Birkenrindengefässe damit geflickt. Geht wunderbar.
Das Birkenpech ist ein zwar geruchsintensives aber wirklich tolles Material.

Als ich mal ein paar Pfeilspitzen geklebt habe, kam im Museum echt die Sekräterin ganz aufgeregt und dachte an einen Kabelbrand....die Arme.
Es ist wirklich so, selbst ein wirklich kleines Stückchen riecht dermassen intensiv und verbreitet sich echt schnell im ganzen Museum, und das hat schon seine Kubikmeter... :roll:

Th.
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Bilder von der Spitze

Beitragvon Trebron » 12.10.2007 10:00

Die Bilder sind gemacht, muß sie heute Abend noch einstellen.

@ Thomas: wenn ich daran denke, bringe ich sie zum Katharinenmarkt mit

Gruß

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Bilder

Beitragvon Trebron » 12.10.2007 15:59

Hier die Bilder:


http://archaeoforum.freehost.ag/Userbilder/Trebron/SilexspitzeausLazise004.jpg

http://archaeoforum.freehost.ag/Userbilder/Trebron/SilexspitzeausLazise001.jpg


Die kleinen Spitzen auf dem unteren Bild ohne Meter stammen von dem Museumspädagogen im "Ötzidorf" im Schnalstal / Unser Frau, habe ich für 15 ¤ erstanden.

Gruß

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