Neu Guinea Steinbeile /-dechsel

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Neu Guinea Steinbeile /-dechsel

Beitragvon Blattspitze » 28.04.2011 12:36

Dieses Bild, wenn nicht schon bekannt, scheint mir interessant:
Bild
"Man of Kerewa village re-grinding a stone adze blade, Goaribari Island, Gulf Province, PNG. January, 1923. V4233"
Quelle:http://australianmuseum.net.au/image/Re-grinding-stone-adze-blade-Kerewa-village-Gulf-Province-PNG

Man beachte das sehr große (Quer-?)Beil unten links, den Wassertopf, Schleifstein und die Haltung des nachzuschleifenden Beils aber auch die Form der herumliegenden Späne(?), u.a. ...
Zuletzt geändert von Blattspitze am 03.05.2011 18:22, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Steinbeil - Nachschleifen "on spot"?

Beitragvon ulfr » 28.04.2011 21:24

Klar, zum Schluß querschleifen.
Mordsdechsel li. unten, 90°? und offenbar leicht (vorn vorn von der Schneide aus gesehen) um 10 - 15° gekröpft??
Danke, M.!
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Re: Steinbeil - Nachschleifen "on spot"?

Beitragvon Trebron » 29.04.2011 12:35

Täusche ich mich da, oder ist die Dechselklinge in eine Art Vorschaft eingebunden und in die "Keule" eingesetzt, ähnlich einer Geweihschäftung ?
Damit hätte man die Möglichkeit diese "Kröpfung" nach Bedarf in den gewünschten Schlagwinkel zu drehen.
Schade, dass da gerade ein Blatt auf dem Übergang liegt.



...
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Re: Steinbeil - Nachschleifen "on spot"?

Beitragvon Blattspitze » 01.05.2011 13:19

Hallo Norbert,
Du könntest recht haben, das wäre dann wieder mal ein stufenlos verstellbarer Multifunktions-Hackmich.
Dies habe ich gerade gefunden und ist vielleicht auch von Interesse:
Bild
Knowledge of their hafting and use was still strong when Landtman undertook his fieldwork in 1910–12. Among the Kiwai, an axe head was hafted with the cutting edge parallel to the handle between two blocks of timber, which were strongly bound on to an elbow or shoulder of timber. An adze head was hafted in a similar fashion, but with the cutting edge horizontal to the vertical wooden handle (VK 4902: 528). The size of the blade varies considerably with the largest stone blade in the Landtman collection almost 54 cm in length (VK 4902: 529) and the smallest only 8 cm in length (VK 4902: 559)(Haddon (1912, IV: 126 and Landtman (1933: 45-47).

Quelle:http://epress.anu.edu.au/apps/bookworm/view/Gunnar+Landtman+in+Papua:+1910+to+1912/115/ch04.xhtml
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Re: Steinbeil - Nachschleifen "on spot"?

Beitragvon ulfr » 02.05.2011 18:16

Irre - würde ich für mords"lommelig" halten. Bei meinem Dechsel ist auch der Schnabel sehr lang. Interessant die Dämpfungsmaßnahmen - da ist ja gar nichts richtig fest miteinander verbunden. Vielleicht müssen wir uns komplett von einer direkt harten Verbindung von Klinge und Schaft trennen ...?
Ich muss dieses Zitat wiederfinden, nachdem einige dieser Geräte auch Hochzeitsgeschenke ohne wirklichen handwerklichen Nutzen waren ...
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Re: Steinbeil - Nachschleifen "on spot"?

Beitragvon Blattspitze » 03.05.2011 16:31

"lommelig"? Du meinst wackelig, bzw unhandlich oder?
Auch nicht schlecht:
http://www.totallyfreeimages.com/136566 ... ank-Hurley


Die Brautpreisbeile sehen meines Wissens meist so ähnlich wie dieses aus:
Bild
Ein "Kult-", "Opfer-", "Status-", "Geld-" Objekt????????????

Brautpreisbeil bleibt Brautpreisbeil und Brautkleid bleibt Brautkleid
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Re: Neu Guinea Steinbeile /-dechsel

Beitragvon ulfr » 03.05.2011 19:35

Wenn ich all diese Bilder und auch Filme sehe, dann beschleicht mich der Gedanke, dass offenbar sehr viel Wert auf Schlagdämpfung gelegt wurde, hier bei dem Australier einmal mehr. Das bedeutet aber, dass die "den -hau-ich-in 3-Stunden-um-Nummer wohl komplett ausfällt, denn mit DER Konstruktion kann man meines Erachtens nicht zuschlagen wie ein Pferd, sondern gleicht eher dem strebsamen Biber.
Das Forum verändert sich ständig, irgendwie ...
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Re: Neu Guinea Steinbeile /-dechsel

Beitragvon Blattspitze » 04.05.2011 09:46

Schlagdämpfung? Oder Zwischenfutter für kleine Klingen mit weniger Reibungsoberfläche und deshalb schwerer mit groben Pflanzenfasern u.a. zu Schäftende Exemplare?
Die anzuwendende Schlagkraft wird ja ohnehin diskutiert, bin gespannt, was in Ergersheim diesbezüglich herauskommt ...
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Re: Neu Guinea Steinbeile /-dechsel

Beitragvon Blattspitze » 12.04.2013 20:57

Diese Seite (ethnolog. Dokumente von Hardy und Sillitoe) ist interessant:
http://intarch.ac.uk/journal/issue14/3/3.1.1.html

Neither the Wola, nor other groups of highlanders categorised stone tool use and waste material in the same way as modern archaeologists. No distinction was made between flakes and cores, and an artefact could be used for many purposes whatever it was or looked like.
Unter anderem für solche Sätze werden "ethnologische Vergleiche" gehasst ...

Bild

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Re: Neu Guinea Steinbeile /-dechsel

Beitragvon Blattspitze » 09.12.2014 09:17

Hier eine interessante Diss über Rohmaterialgewinnung, Verarbeitung, Beil- und Dechselklingenproduktion und -Schäftung als Free-Download:

Axe makers of the Wahgi: pre-colonial industrialists of the Papua New Guinea highlands
Burton, John Ellissen
1985
https://digitalcollections.anu.edu.au/handle/1885/49431

Die Schäftung mit komplexer Wicklung ist besonders interessant.
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