Was noch möglich ist ...

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Was noch möglich ist ...

Beitragvon Blattspitze » 08.03.2009 22:40

Während eines längeren Telefonates mit Jean Loup Ringot (Lithophon!) musste ich erfahren, das es jemand gibt, der das, worüber ich nur mal nachgedacht habe tatsächlich macht. Hier der link (Auf "Art" klicken):
http://www.gallery.julienespagne.com/

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Beitragvon Blattspitze » 08.03.2009 23:06

Ich wusste doch, da gab es noch was:
Bild
Quelle: http://www.woodyblackwell.com
Woody Blackwell ein unglaublich talentierter knapper, ist ansonsten für viele Archäologen eine "persona non grata" (?), da ihm einst beinahe der ultimative Mega Fake gelungen wäre ...
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Beitragvon Steve Lenz » 08.03.2009 23:15

Aussergewöhnliche Arbeiten. Aber bei dem Material ist eigentlich alles aussergewöhnlich. Oder? :wink:
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Beitragvon Mark77 » 09.03.2009 02:47

hmm, oh man bei dem Anblick läuft einem das Wasser zusammen!!
v.a. die Rohmaterialien sind echt gediegenst

Sach mal Blattspitze, was für'en "Mega Fake"? hab davon noch nix gehört resp. gelesen.
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Beitragvon Indy » 09.03.2009 08:24

Sehr, sehr schön, auch wenn ich die Arbeiten in Glas eher gewöhnungsbedürftig finde (loftiger Industriechic?) fällt es mir schwer, nicht fasziniert zu sein.
Solltest Du mal Abnehmer für ähnliche Objekte brauchen, die damit probewohnen, dann meld Dich ;)
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Beitragvon Trebron » 09.03.2009 08:54

Mein neues Hintergrundbild auf dem PC

Bild

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Uff pälzisch: wä blos zurigg guggt, sieht net was uff`ne zukummd
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Beitragvon ulfr » 09.03.2009 09:34

Far out!
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Beitragvon Blattspitze » 09.03.2009 12:20

Sach mal Blattspitze, was für'en "Mega Fake"? hab davon noch nix gehört resp. gelesen.

?Take, for example, the sale of a cache of Paleoindian points recently sold to renowned collector of Paleoindian artifacts, Forrest Fenn (owner of the famous Fenn Cache). Mr. Fenn was prepared to purchase the collection (12 points) from Woody Blackwell, a highly skilled flintknapper, for a sum of approximately $90,000. They were ?authenticated? by a number of well-known archaeologists (among them George Frison and Rob Bonnichsen, both highly reputable and respectable in their field). The sale went through, but a final mineralogical analysis showed one of the points to be made of Brazilian quartz crystal. Busted, Woody ?fessed up to making the fakes and returned the money, and no charges were filed (Preston, 1999; Wescott, 2000). While on one level this tale supports the case for highly technical authentication; on another, it shows how easily fakes can?and do?slip by the experts.?
Quelle: http://georgia-archaeology.org/GCPA/200 ... tifactery/

Das sind Summen!!!
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Beitragvon Kurt A. » 09.03.2009 13:13

Nun ja, Woody ist ja auch nicht der erste, der paläoindianische Artefakte gefälscht hat... Da gibts auch noch andere aus der Szene. Umso mehr überrascht es, dass er von diesen negativen Beispielen nichts gelernt hat und sich nur um des Geldes willen auf solche Wege begeben muss! Kein Wunder ist er nachher beim Establishment untendurch... Sowas kann man nie mehr ungeschehen machen und sein Ruf als ausgezeichneter Flintknapper wird daher für immer unwiederbringlich ruiniert sein! Schade drum... Wirklich schade...

Um aber auf das Kernthema zurück zu kommen:

George Eklund ist übrigens auch noch bekannt für seine künstlerischen Arbeiten (Marquardt und Ulfr werden sie sicher schon kennen):

http://www.lithiccastinglab.com/gallery ... tpage1.htm

Ganz witzige Idee, finde ich...
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Beitragvon R. Schumann » 09.03.2009 14:47

Mein Gott is das alles schön :shock: Gibts sowas wie feuerstein-kunstausstellungen? Da könnte man bestimmt stundenlang vor den Vitrinen lechzen :)
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Beitragvon Blattspitze » 09.03.2009 18:10

Sowas kann man nie mehr ungeschehen machen und sein Ruf als ausgezeichneter Flintknapper wird daher für immer unwiederbringlich ruiniert sein


Kurt, ich muss widersprechen. Sein Ruf als ausgezeichneter Flintknapper ist keineswegs ruiniert, tatsächlich muss man sogar feststellen, das für die finanzstarken Käufer aktueller "Flintknapping Art" aufgrund der nahezu einmaligen Qualität seiner "percussion flaked" bifaces seine Stücke besonders begehrt sind (meines wissens gibt es nur 4-5 Leute, die ähnlich große und dünne Stücke hinkriegen und dabei ein ähnlich perfektes gleichmäßiges Finish vollbringen können). Einmalig schöne und große Rohmaterialstücke erhält zuerst er von potentiellen Kunden. Ich glaube sogar, das das Reinlegen professioneller Archäologen und Sachkundiger zu seinem inzwischen legendären Ruf umsatzfördernd beigetragen hat. In Whittaker`s hochinteressanten Buch über "American Flintknappers" (der Archäologe als "teilnehmender Beobachter" unter Flintknappern) kommt er auch noch recht gut weg. Übrigens, seine Website ist auch deshalb so schön, weil die Fotos extrem gut sind.
Man darf nicht vergessen, das er danach vielfach Reue gezeigt hat und offensiv mit seinem Fehltritt umgeht.
Sein Ruf als "ehrbarer" Flintknapper ist zweifellos dahin, DC Waldorf z.B. ist hochgradig abgestoßen aufgrund des Generalverdachtes, dem seitdem erst recht alle Knapper in den USA ausgesetzt sind.
Die Preise für exzeptionell schöne Originalfunde sind in den USA bis zur Finanzkrise durch die Decke gegangen, eine 15cm lange Dovetailspitze mit eindeutiger Fundgeschichte aus den 30er Jahren ist im August 2008 für glaube ich 130.000$ über den Tisch gegangen! :shock:
Es gibt Schätzungen, wonach 9/10 aller schönen Stücke in reichen Privatsammlungen Fakes sind.

In den USA gibt es tatsächlich Ausstellungen zur zeitgenössischen Flintknapping Art. Ich finde aber ehrlich gesagt vieles davon kitschig, z.B. Errett Callahan`s Dinosaurier Dolche Bild
oder Woody`s Vogel, zwar technisch hervorragend aber ... Geschmackssache.
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Beitragvon Steve Lenz » 09.03.2009 18:21

Schade, wenn jemand seine offensichtlich hervorragenden Fähigkeiten selbst korumpiert. Reinlegen im Sinne einer Eulenspiegelei (mit wenigen integren Eingeweihten) mit abschließendem selbstständigen Auflösen der Linkerei sei ja noch gebilligt. Aber die "Reue" nach festgestellter Untat mag ich persönlich niemandem mehr glauben heutzutage. Und in der Tat fällt mir mit Wissen um den Charakter eines Menschen das Genießen seiner Werke schwer.

Wenigstens fliegen schwarze Schafe hin und wieder auf.

Gibt es aber überall!
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Beitragvon Blattspitze » 09.03.2009 18:52

Aber die "Reue" nach festgestellter Untat mag ich persönlich niemandem mehr glauben heutzutage.


Misanthrop? Meiner Tochter glaube ich Reue, ebenso wie ich ebensolche für ein, zwei Dinge fühle (aber keine Fakes!) :? :(
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Beitragvon ulfr » 09.03.2009 19:00

Knollenkunst :D
Ich hab mal sowas ähnliches mit einem Lindenbastseil gemacht, das aus einem Rindenstück "entwuchs", aber auf die Idee mit Stein bin ich noch gar nicht gekommen...
Hoffentlich ist bald Sommer, dass man wieder pöckern kann!

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Beitragvon Kurt A. » 09.03.2009 19:20

Marquardt, mag sein, dass ich mich etwas undeutlich ausgedrückt habe. Daher will ich mich präziser ausdrücken: Ich spreche natürlich über Woodys Ruf bei den etablierten Szenemitgliedern wie Callahan, Nunn, Bradley, Waldorf, Patten u.s.w., denn insbesondere deren Arbeit wird eben durch die Handlungen schwarzer Schafe in ein falsches Licht gerückt. Gerade diese auf Wissenschaftlichkeit bedachten Steinbearbeiter haben immer tunlichst zu vermeiden versucht, dass das mit sehr viel Mühe aufgebaute Image der Experimentellen Archäologie in den USA und auch bei uns in Misskredit geraten könnte. Und bei diesen Leuten, wird er für immer unten durch sein, selbst wenn sich Whittaker in der Öffentlichkeit nicht allzu negativ über ihn äussert. Davon bin ich überzeugt.

Ich kann mir aber - wie Du das ausführst - durchaus vorstellen, dass WB gerade bei der breiten Masse der Flintknapper in den USA gerade durch seinen Fehltritt grosses Ansehen geniesst. Dies wohl auch deshalb, weil der Mann unbestritten ein ausgezeichneter Handwerker ist und bleibt, und vielleicht auch, weil einige es begrüssen, dass er die Archäologen aus dem Elfenbeinturm - die eh immer alles besser wissen - hinters Licht führen konnte. Wie sehr er aber dem Ansehen der Experimentellen Archäologie mit seinem Verhalten geschadet hat, das wird in diesen Kreisen kaum zur Kenntnis genommen. Genauso wenig, wie sie vermutlich nicht wahrnehmen, dass beinahe alles, was man über die Replikation von Steingeräten weiss, von wissenschaftlich orientierten Flintknappern erarbeitet wurde. Denn die anderen, die publizieren ja nichts und forschen auch nicht und bewegen sich deshalb handwerklich kaum vom Fleck weg. Es ist doch so: Kaum hat einer der etablierten Flintknapper wieder was Neues herausgefunden, so machen's ihm alle nach und möchten dann noch die grosse Kohle damit verdienen!

Wir alle wissen, mit wieviel Mühe die Experimentelle Archäologie in der Vergangenheit um Anerkennung kämpfen musste und wie sie dies in einigen Kreisen noch heute tun muss. Umso verwerflicher ist es, wenn Leute aus den eigenen Reihen ihr Wissen in betrügerischer Absicht einsetzen. Der dabei entstehende Schaden ist unermesslich gross und macht einen schönen Teil der mühsamen Aufbauarbeit zunichte. Daher kommt WB's nachträgliche Reue zu spät, viel zu spät...
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