Eiche aushöhlen, Rissgefahr?

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Eiche aushöhlen, Rissgefahr?

Beitragvon Merha » 04.02.2011 20:26

Hallo!

Folgende Situation. Ich habe einen Eichenstamm, 50cm Durchmesser, ohne Rinde, der durch Windbruch seit zwei Jahren im Wald liegt. Der Stamm hängt am Wurzelteller, etwa 30 cm über der Erde. Die Rinde habe ich vor zwei Jahren schon entfernt.

Von dem Stamm habe ich heute ein Stück (50cm Durchmesser) abgesägt. Das Kernholz sieht hervorragend aus. Ich würde mir daraus gerne eine Art Eimer und ein paar andere Sachen basteln, d.h. den Stamm aushöhlen.

Wie groß ist die Gefahr, dass das Holz, einmal ausgehöhlt, reißt? Bzw. auf was muss ich achten? Das ausgehöhlt Holz sollte Mitte des Jahres zum Einsatz kommen.

Wenn nötig kann ich morgen oder übermorgen ein paar Fotos machen.

Besten Dank für eure Hilfe.
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Beitragvon FlintMetz » 04.02.2011 20:51

Um Holz das Reisen abzugewöhnen muss man beim Trocknen in der Regel alles das "versiegeln", wo die Jahresringe zu sehen sind.
Versiegelung klappt sehr gut mit Wachs und das wäre ja auch ein authentischer Werkstoff.

Schöne Grüße...

Robert
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Beitragvon XorX » 05.02.2011 14:14

Je weniger "Kern" im "Ring" stehen bleibt, desto kleiner wird die Rißgefahr.
Stämme reißen ja von außen nach innen quasi sternförmig ein, weil der Kern nicht so schnell mit trocknen nachkommt. Oft reicht bei kleinen Durchmessern schon ein anbohren des kerns mit 10er Bohrer aus, um ein reißen zu verhindern.
Wenn du also solche Gefäße machen willst, am besten fällfrisch möglichst viel innen entfernen und dann kontrolliert trocknen lassen. Dann kannst du sogar Böden "einschrumpfen" in einer eingeritzten Nut

X
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Beitragvon Merha » 05.02.2011 22:17

XorX hat geschrieben: möglichst viel innen entfernen und dann kontrolliert trocknen lassen. X


LOL Genau das will ich ja machen. Einen Eimer, d.h. der Stamm wir ein ieeeßen Loch in der Mitte haben :twisted:

Meine Frage zielt auf die Einbaumbauer. Wenn die einen Stamm aushöhlen, wie groß ist da die Gefahr, dass die Seitenwände reißen? Wäre etwas frustrierend, wenn ich mir mehrere Tage Arbeit mache und dann Risse auftreten ... :roll:

Wieviel Seitenwand sollte ich bei dem Stamm stehen lassen?. Bisher sieht es so aus, dass ich locker 8cm Seitenwand zur Verfügung habe. Also ganz schön dick.

Ich habe heute mit der Arbeit begonnen. Habe nicht gewußt, dass Eiche so hart sein kann.
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Beitragvon ulfr » 05.02.2011 22:27

Wir haben beim Einbaumbau immer zugesehen, dass wir möglichst schnell den Kern aus dem Inneren heraushatten. Die Schnittflächen, vor allem am Hirnholz (Bug, Heck) haben wir abends gewässert bzw. bei längeren Arbeitspausen lackiert (Wasserlack)
Ich glaube, wichtiger als alles Nachträgliche ist der richtige Fällzeitpunkt. In diesem Fall ist er ja nicht mehr wirklich nachzuvollziehen, also ... Du kannst Glück haben, aber auch Pech. Eigentlich sollte Dir ein Drechsler weiterhelfen können ...
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Beitragvon Manu » 06.02.2011 09:00

Wann wäre denn der richtige Fällzeitpunkt? Ist der im Frühjahr, so wie jetzt die Baumfällaktion stattfindet? Oder wäre später günstiger?
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Beitragvon ulfr » 06.02.2011 11:11

Traditionell der Zeitraum zwischen Neujahr und Dreikönig, oder noch besser der erste Neumond im Jahr. Es gibt spezielle Mondkalender:

http://www.paungger-poppe.com/index.php ... 67&lang=de

kann man dran glauben oder nicht.
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Beitragvon Manu » 06.02.2011 18:12

Da sind wir ja schon zu spät dran :?

Meine Meinung: Es gibt sicher viele Dinge, an die man besser nicht glaubt, aber dass der Mond einen Einfluss auf die Pflanzen hat ist eben so.
(Aber ich würde niemals meine Haare nach dem Mondstand schneiden lassen, davon werden sie auch nicht schöner :lol: und dann der Stress!)
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Beitragvon Merha » 06.02.2011 20:35

Ok, danke für die Tips.

Zu Mondholz: http://tu-dresden.de/die_tu_dresden/fak ... z/mondholz
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Beitragvon Manu » 07.02.2011 08:31

Danke dir sehr Merha, für den Link !! Besonders die Ausführung mit dem "Wirrwarr" der Kalender und Übertragsungsfehlern ist sehr interessant.

Es ist eben nicht immer alles meßbar und, in unserem kurzen Leben, irgendwie selbst überprüfbar. :?
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