Stabdolch in Anwendung - ein "Experiment" für 2012

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Stabdolch in Anwendung - ein "Experiment" für 2012

Beitragvon Steve Lenz » 07.12.2011 11:18

Thema: Verwendbarkeit des als Kultgerät angesprochenen archäologischen Fundtyp "Stabdolch" als Waffe

Probanden: Robert Graf, Steve Lenz
Dokumentation: ??? (Freiwillige mit gehobener Foto- und Filmausstattung vor!)

Materialien (Standard, primäre Beschaffungsmaßnahmen):

- Stabdolch mit Bronzeklinge und organischem Schaft (Klinge privat bestellt bei Dago, Endfertigung Lenz)
- Wirkungsanzeiger (organisch, chemisch - Schweinehälfte, ballistische Gelantine, Finanzierung durch ??? noch zu klären)
- Safety-Stabdolche aus Polstermaterial (mindestens 2, besser mehr zwecks Ersatz) für praktische Partnerarbeit (Auftragsaufsschreibung noch vorzunehmen durch Lenz, Finanzierung durch ??? noch zu klären)
- Schutzausrüstung (2 Garnituren) aus dem Kontaktsport mit Schlaggerät (Evaluation noch vorzunehmen, Finanzierung durch ??? noch zu klären)
- Markierstoffe (Kreide, Farbe, o.ä.)

Materialien (Besonderes, sekundäre Beschaffungsmaßnahmen)

- Stabdolch in Vollbronze
- Stabdolch in überlanger Ausführung in Echt- und Polsterausführung

Habe ich was vergessen? Meinungen? Vorschläge? Mitinteressenten (Sikla?)? Finanziers?
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Re: Stabdolch in Anwendung - ein Experiment für 2012

Beitragvon Bullenwächter » 07.12.2011 12:42

Wäre ja gern als Dokumentator dabei aber usnere DSLR macht leider nur 3 Bilder pro Sek im Sportmodus, das ist für schnelle Bewegungsabfolgen zu langsam :(
Es wird eine Zeit kommen, in der wir, um zu bewahren, töten müssen!
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Re: Stabdolch in Anwendung - ein Experiment für 2012

Beitragvon LS » 07.12.2011 13:25

Na das hört sich doch schon mal ganz gut an. Zu unserem letzten Archäo-Workshop in Erlangen war auch der Krankenwagen da... Oder ums mit Monty Python zu sagen:
Ich will tass Plut spritzn thehn bith zum Halth!
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Re: Stabdolch in Anwendung - ein Experiment für 2012

Beitragvon ulfr » 07.12.2011 15:19

Kamera kann ich beisteuern, Ihr kennt sie ja von Ergersheim
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Re: Stabdolch in Anwendung - ein Experiment für 2012

Beitragvon Sikla » 07.12.2011 15:32

Lauf ich jetzt unter Mitinteressenten oder unter Finanziers???

Mitinteressent - mitmachen - auf alle Fälle und Finanzier kommt auf das Budget an.

Und vom Termin her bitte im Früh-Sommer/Sommer....


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Re: Stabdolch in Anwendung - ein Experiment für 2012

Beitragvon Steve Lenz » 07.12.2011 15:40

Mitinteressent, Sikla.

Ich werd mich dieser Tage mal nach geeigneter Schutzausrüstung und den zu erwartenden Kosten umtun. Wenn sich ein Institut als Investor zur Verfügung stellt wäre das natürlich schick. :mammut2:
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Re: Stabdolch in Anwendung - ein Experiment für 2012

Beitragvon Blattspitze » 07.12.2011 15:41

Wow, hochinteressant, was sich hier entwickelt!

Steve Lenz hat geschrieben:- Stabdolch mit Bronzeklinge und organischem Schaft (Klinge privat bestellt bei Dago, Endfertigung Lenz)


Das hier (Nr. 13) ist der einzige erhalten Stabdolch mit erhaltenem, rein organischen Holm?:
Bild
Quelle: http://www.uf.uni-erlangen.de/publikati ... bb_04.html
Wird der das Vorbild?
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Re: Stabdolch in Anwendung - ein Experiment für 2012

Beitragvon Steve Lenz » 07.12.2011 15:59

Diese Umzeichnung kenne ich - und ich fand die Modelle 11 und 12 schon immer interessant.
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Re: Stabdolch in Anwendung - ein Experiment für 2012

Beitragvon Trebron » 07.12.2011 16:11

In diesem Zusammenhang möchte ich mal den Thread von ULFR mal hochholen !
viewtopic.php?f=58&t=2571&hilit=Sprossenhaue
Bild ULFR`s

und meine BildBild

Die haben was mit der Abbildung 1, nur ist dort das Loch im Geweihteil. Das war wohl ein "Vorgängermodell und Muster.
Wer nur zurück schaut, sieht nicht was auf ihn zu kommt
Uff pälzisch: wä blos zurigg guggt, sieht net was uff`ne zukummd
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Re: Stabdolch in Anwendung - ein Experiment für 2012

Beitragvon LS » 07.12.2011 17:00

Jaja, da ist was in Planung für nächstes Jahr 7.-8. Juli. Das Einladungsschreiben soll nächste Tage hier eingestellt werden, von einigen der üblichen Verdächtigen...
Das Projekt klingt äußerst spannend, ist m. E. tatsächlich was neues mit den Langschäften. Ich hab zur Illustration mal ein paar Stabdolchbilder in einen Zip-Ordner gepackt und hier http://home.arcor.de/leif.steguweit/
- ganz unten - "Temporäre Downloads" upgeloadet.
Ihr könnt den Zip-Ordner runterladen und Euch die Bilder gern mal anschauen, vom Mont Bégo sind die aufschlussreichen Felsbilder mit den Langschäften dabei.
Bitte ladet Euch nicht gleich alles Sonstige runter, ich hab nur 1 GB freien Traffic im Monat. Wenn der Server dicht macht, dann ist halt das 1 GB für Dezember überschritten.

Grüße, L.
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Re: Stabdolch in Anwendung - ein Experiment für 2012

Beitragvon Sikla » 07.12.2011 18:00

Gut, dann bin ich mal mitinteressiert :)

Bei den langen Schäftungen fallen mir als erstes die Naginata ein, die ja auch flexibel gehandhabt werden können/sollten. Zwar mit einer Längsschneide, aber doch mit einem geschwungenen Ende. Und beim Yari gibt es auch eine Variante mit einer faxt rechtwinklig abstehenden Klinge (Kaga Nari Yari). Und die Kama gibts (dann als Einzelwaffe) ja auch noch in der langen Variante (Rokushakugama/Naigama). Spannend spannend - ich bin gespannt und freu mich drauf...


Viele liebe Grüße, Sikla
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Re: Stabdolch in Anwendung - ein Experiment für 2012

Beitragvon Hans T. » 07.12.2011 18:36

Folgt man dem Internet, hat da schon mal einer rumexperimentiert.

Ronan O'Flaherty: A weapon of choice – experiments with a replica Irish Early Bronze Age halberd. In: Antiquity. 81, 2007, ISSN 0003-598x, S. 423–434.
Ronan O'Flaherty: In the eye of the beholder. Some factors affecting the recording of context for Irish halberds. In: The Journal of Irish Archaeology. 12/13, 2003/04, ISSN 0268-537X, S. 29–32.
"Des is wia bei jeda Wissenschaft, am Schluß stellt sich dann heraus, daß alles ganz anders war."
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Re: Stabdolch in Anwendung - ein Experiment für 2012

Beitragvon LS » 07.12.2011 18:56

...stimmt, Hans. Aber mit einer Schaftlänge von 1,22 m - und das reicht uns bei weitem nicht.

Gruß L.
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Re: Stabdolch in Anwendung - ein Experiment für 2012

Beitragvon FlintMetz » 07.12.2011 19:20

Tja, äh... ich hätte dann bitte gerne einmal die Nr. 11 mit der Gabel am Griffende, eine Tonfa, steriles Nähzeugs und ne Flasche Whiskey :D
Mal im Ernst - ein mediales Großereignis war eigentlich nicht von mir angedacht - ich hab doch immer so Lampenfieber... und ich bin ein armer, alter, gebrechlicher Mann der Frau und Kinder zuhause hat und der schon seit 20 Jahren keiner Fliege mehr was zuleide getan hat - - ERBARMEN!!! :wink:

Schöne Grüße...

Robert
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Re: Stabdolch in Anwendung - ein Experiment für 2012

Beitragvon Dago » 07.12.2011 19:40

Ich glaub dann gehe ich mal, ab Februar, an das Klingenproduzieren, wäre ja auch schön verschiedene Größen und Formen zu Testen. Die Chinesischen Versionen dürften auch interessant sein, die gab es von der Shang Dynastie ab bis weit in die Han Zeit. Sollen auch Beritten und von Streitwagen aus verwendet worden sein.
Grüsse
Thorsten Seifert
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