Moorleiche von Bernuthsfeld: neue Untersuchung

Träger der Kulturen der Völkerwanderungszeit bis zu den Anfängen des frühen Mittelalters

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Re: Moorleiche von Bernuthsfeld: neue Untersuchung

Beitragvon Bullenwächter » 03.02.2014 18:22

Wer schreibt, dass der Mann eine Leder- oder Pelzmütze getragen haben soll? Steht das in er neueren Literatur?

Hans Hahne, schrieb 1925 aufgrund von Briefwechseln mit dem Museum in Emden:

Am 21. Juni 1907 wurde dann 2-300 Meter von der FundsteIle der Moorleiche entfernt "in einer Tiefe von über 1m mitten in dem sog. schwarzen Torf eine Kappe aus Tierfell gefunden. "An demselben Tage vorgenommene Nachgrabungen an der FundsteIle haben ein weiteres Ergebnis nicht gehabt" Die Kappe wurde dem Moorleichenfunde beigefügt, da man annahm, daß sie mit ihm in irgendeiner Beziehung stände.


Schlabow schrieb 1965 ganz richtig in seinem Werk Textilfunde der Eisenzeit ....:

Am 21. Juni 1907 wurde in 200 bis 300 m Entfernung von dem Fundplatz in 1,00 m Tiefe eine Kappe aus Tierfellen gefunden, die der Moorleiche zugehörig eingereiht wurde.


Und Alfred Dieck schrieb 1974 auch richtig:

... nach der Auffindung der Bernuthsfelder Moorleiche die Torfarbeiter besonders intensiv auf alles Ungewöhnliche im Moor. Es verging dann auch nur ein knapper Monat, und am Freitag, dem 21. Juni 1907, stießen unbekannte Torfarbeiter nur etwa 200-300 m von dem Fundort der Moorleiche (aber im Kreis Wittmund gelegen) "in einer Tiefe von über 1 m unter der Erdoberfläche, mitten in dem sogenannten schwarzen Torf, auf eine wohlerhaltene Pelzmütze aus Tierfell mit braunen Haaren. Wissenschaftler und Laien nahmen nun an, daß die Mütze die Kopfbedeckung der Moorleiche darstelle.


... und hier fängt irgendwo die Stille Post an :argh:
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Re: Moorleiche von Bernuthsfeld: neue Untersuchung

Beitragvon Beate » 15.05.2014 17:37

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Re: Moorleiche von Bernuthsfeld: neue Untersuchung

Beitragvon FlintSource » 15.05.2014 19:41

Bullenwächter hat geschrieben: Damit Harryslinien in Knochen entstehen muss der Organismus im Wachstum schon stark ausgezehrt werden, sei es durch Hunger oder Krankheiten.


Entschuldigung für die extrem späte Reaktion, habe den Post jedoch erst jetz bei der Reaktivierung des Threads gesehen. Das mit den Harris-Linien ist so eine Sache. Die neuere Forschung tendiert dazu abstand zu nehmen von der Mangelernährungs-Hypothese, wie ich sie auch im Studium noch gepaukt habe. Einigermaße rezenter Aufsatz zu dem Thema: http://www.harrislinestool.com/uploads/Publications/papageorgopoulou_etal_2011.pdf
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