H. floresiensis Zwergform des H. erectus?

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H. floresiensis Zwergform des H. erectus?

Beitragvon hunasiensis » 09.05.2009 13:03

Vergleich mit Hippos deutet auf Hobbit als Zwergform, meint Eleanor Weston vom American Museum of Natural History:

http://www.physorg.com/news160930656.html

Der Film auf der Webseite ist sehenswert.


Arne
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Beitragvon ulfr » 09.05.2009 22:14

Stimmt, Arne.
Gibts da nicht Zwergformen von Mammuts auf der Wrangel-Insel?

Und liegt Flores nicht auf der Route nach Australien?

*Nein, wir kommen nicht mit, Lalua wird beim Bootfahren immer so schlecht. Wir bleiben lieber hier!*
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Beitragvon ulfr » 06.08.2009 17:31

Untersuchungen mit den Methoden der Kladistik (Stammbaumverästelung) an den Knochen von Hobbits und anderen homo-Gattungen sollen zeigen, dass die Hobbits keine Miniformen irgendwelcher erectus- oder sonstiger Arten waren, sondern eine eigene Species:

http://www.sciencealert.com.au/news/20090508-19517.html
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Beitragvon Thomas Trauner » 07.08.2009 08:04

Das ist es ja. Es gibt alles mögliche an "Zwergformen" und "Riesenformen"in der Biologie, vor allem in Zusammenhang mit Inseln.
Das laufen Minimammuts auf den Wrangel Inseln, Minielefanten auf Sizilien herum.
Und auf Flores eben Homo florensis und Riesenratten.
Inseln sind der klassische Brutplatz der Evolution.

Ich sehe völlig ein, dass es eine Diskussion über die Artzugehörigkeit gibt.
Auch wenn es vielleicht eine Endlosdiskussion wird, das Interesse daran ist ja geradezu ur-menschlich...

Aber die "Krankheitstheorie" halte ich schon alleine im wahrsten Sinne Okhams für "zu weit hergeholt".
Es genügt nach meiner zutiefsten Überzeugung völlig, eine normale "Verinselung" zu fordern. Und daraus folgend letztlich doch eine eigene Art.


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Beitragvon hunasiensis » 08.08.2009 10:59

Spannender Artikel, der ein ganz neues Licht auf die Hobbits wirft. Es wäre an der Zeit, an ihnen mal eine aDNA-Untersuchung zu machen. Wurde das schon untersucht?

Der genannte Artikel siedelt die Abspaltung des H. floresiensis von der Evolutionslinie des Hs im frühen Pleistozän oder gar schon im Pliozän an. Der Hf wäre damit kein Abkömmling des Hs mehr. Die Ursachen der Verzwergung müsste man unter diesen Voraussetzungen neu diskutieren.

Stellt sich die Frage, wann Flores von Hs besiedelt wurde. AFAIK gibt es auf Flores Funde von 750 000 Jahre alten Steingeräten (Das muss ich noch mal nachprüfen; Bednarik?). War Hf deren Produzent oder eine andere Homo-Spezies?
Zuletzt geändert von hunasiensis am 08.08.2009 18:49, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon ulfr » 08.08.2009 12:57

Mindestens 800.000 Jahre (v. Koenigswald, Sondaar e.a., Bednarik e.a.), schreibt Bednarik in "Nale Tasih", damit wird weiter an der "Out of Africa"-Theorie gekratzt, was ja auch der Artikel anspricht.
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Beitragvon hunasiensis » 08.08.2009 18:56

Danke, dass Du bei Bednarik nachgelesen hast.
Dass durch den Artikel an OoA (I oder II?) gekratzt werden soll, verstehe ich nicht.
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Beitragvon ulfr » 09.08.2009 09:45

In dem Sinne, dass HS nicht der einzige "Überlebende" des HE ist, sondern dass es möglicherweise anderswo noch weitere Species gegeben hat, die ebenfalls auf den HS zurückgehen, aber nicht zwangsweise in Afrika entstanden sein müssen ...
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Beitragvon Thomas Trauner » 10.08.2009 07:51

Jaaaa- das ist es, weshalb ich bei Bednarik zu zögerlich bin, ihn zu zitieren. Er vertritt eben die Meinung, dass sich der Mensch an verschiedenen Orten entwickelte.
Hmmm.
Dass es vor Ort zur Bildung eigener Arten gekommen ist, ist ja klar (Neanderthaler, Homo heidelbergensis). möglicherweise auch in Asien, aber das sich zwei/dreimal unabhängig voneinander....ich weiß nicht...
Was an Bednarik gut ist, ist dass er dem H.erectus wesentlich mehr zutraut, als sonst so immer zu lesen ist.

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Beitragvon ulfr » 02.10.2009 14:58

Jetzt sollen die Hobbits älter sein als die Gattung Homo ...

http://www.theaustralian.news.com.au/st ... 32,00.html
Die Einheimischen auf Borneo glauben, dass die Orang-Utans nur deswegen nicht sprechen, weil sie sonst arbeiten müssten.
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Beitragvon ulfr » 20.11.2009 17:48

Die "Hobbits" waren keine pathologisch verzwergten Menschen, das meinen US-Forscher:

http://www.redorbit.com/news/science/17 ... n_species/
Die Einheimischen auf Borneo glauben, dass die Orang-Utans nur deswegen nicht sprechen, weil sie sonst arbeiten müssten.
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Beitragvon ulfr » 25.02.2010 18:01

Jetzt sollen die Hobbits die ersten gewesen sein, die Afrika verließen:

http://www.guardian.co.uk/science/2010/ ... human-race
Die Einheimischen auf Borneo glauben, dass die Orang-Utans nur deswegen nicht sprechen, weil sie sonst arbeiten müssten.
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Beitragvon hunasiensis » 25.02.2010 19:52

Danke. Das sind interessante Hypothesen.

Vor ein paar Jahren ging das Gerücht, es gäbe genügend aDNA bei den Hobbit-Funden. Habe leider nichts mehr darüber gehört. Das könnte weiteren Aufschluss auf eine frühe Wanderungsbewegung geben.

Dass Out Of Africa I nicht nur eine Migrationsbewegung war, ist anzunehmen, und dass es davor andere OoAs gegeben haben könnte, ist nicht auszuschließen.

Nachdem es auf Flores die Inselverzwergung auch anderer Tiere gab, neige ich allerdings weiter dazu, dies auch bei H. floresiensis anzunehmen.

Erfreulich ist auf jeden Fall, dass in die Flores-Diskussion mit neuen Hypothesen frischer Wind kommt und sie sich nicht mehr nur auf die Positionen H. floresiensis als verzwergter Nachkomme des H. erectus versus microcephaler H. sapiens beschränkt.
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Beitragvon LS » 25.02.2010 22:51

Hallo Arne,
kann man "frischen Wind" nennen, kann man aber auch anders sehen. Woher kam das erhebliche Pathos, als 2004 in Nature eine endemische Zwergform von H. erectus vorgestellt wurde? Offenbar gab es aber gar keine handfesten Merkmale für H.e., sondern der Schädel wirkte nur irgendwie archaisch und man wollte eine Hausnummer vergeben. Wird die Art vielleicht ausgewürfelt?

Eine Inselpopulation von Australopithecinen bis ins Spätglazial würde mich ungefähr so überraschen, als würde man im Loch Ness plötzlich noch so 2-3 lebende Plesiosaurier finden... Es wäre denkbar, aber sinnlos (frei nach Loriot).

Gruß L.
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Beitragvon Thomas Trauner » 26.02.2010 10:14

da hast Du recht, Dr. Seltsam.....
Ich wiederhole mich, aber mir ist die Anzahl der Annahmen und "Untertheorien" zu viel.
A) 17.000 BC, Asien, Inselverzwergung, homo erectus-Abkömmling.
Die ersten drei sind Fakten, über die genaue Zuordnung kann man noch reden...

B) Krankheit. Irgendwie seltsamer als normale, beobachtbare Inselverzwergung, die ausserdem viel zwangloser erklärt, warum solche vertically changelled homo erectii nicht mal woanders auch gefunden wurden.

C) Australophitecinen in Asien, noch dazu ziemlich am Ende desselben....
17.000...da bräuchten wir wirklich noch einiges an Theorien um die zeitliche und räumliche Distanz zu überbrücken.

Ich finde A) einfach am einfachsten..... :D

Thomas
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