Erfinder oder Plagiatoren?

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Erfinder oder Plagiatoren?

Beitragvon ulfr » 08.03.2011 11:09

Hat der HSN seine Werkzeuge selbst erfunden oder nur guttgebergt?

http://scienceline.org/2011/03/are-you- ... toolmaker/
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Re: Erfinder oder Plagiatoren?

Beitragvon Steve Lenz » 08.03.2011 11:14

But could he build one himself without imitating humans?


Schon nach der Eingangsfrage habe ich das Weiterlesen abgebrochen. Und ich würd´s eher umgekehrt sehen - jedenfalls für die europäischen Fundkomplexe post HN.
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Re: Erfinder oder Plagiatoren?

Beitragvon Thomas Trauner » 08.03.2011 14:12

Ich verstehe es noch nicht:
Derselbe Autor:

My conclusion is that if the Uluzzian is a Neanderthal culture, it suggests that contacts with modern humans are not necessary to explain the origin of this new behaviour.

"This stands in contrast to the ideas of the past 50 years that Neanderthals had to be acculturated to [modern] humans to come up with this technology.

"When we show Neanderthals could innovate on their own, it casts them in a new light.

"It 'humanises' them, if you will."

in: http://www.bbc.co.uk/news/science-environment-11408298

Die Betonung liegt auf "IF the Uluzzian is a Neanderthal culture..."

Soweit ich es verstehe handelt es sich bei der Zuordnung dieser Industrie zu einer Menschen...äh...art noch um ein ungeklärtes Problem ?

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Re: Erfinder oder Plagiatoren?

Beitragvon Blattspitze » 09.03.2011 08:28

Das Uluzzien wird Chronologisch dem späten Mittelpaläolithikum zugeordnet, also wäre eine eindeutige Zuweisung ohne begleitende menschliche Knochen schwierig (ähnlich wie bei den Blattspitzengruppen), auffällig sind vielfach geometrische rückenretuschierte Abschlag/Klingengeräte, die auf einige Bearbeiter "modern" wirken.
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Re: Erfinder oder Plagiatoren?

Beitragvon Thomas Trauner » 09.03.2011 09:12

Blattspitzengruppen, das ist das Stichwort, das mir auch durch den Kopf ging.
Das folgende ist jetzt keine wirklich durchdachte Sache, eher Gedankenfetzen.

Zur Erklärung: Blattspitzen sind (fast) flächig retuschierte, blattförmige Steinklingen, die ebenfalls dem späten Mittelpal. zugeordnet werden. Fundorte sind u.a. Bayern (hier Höhlen im Karstgebiet).
Ich tue mich schwer in der Zuordnung zum H.N. Die Industrie ist so deutlich anders, dass mir dauernd der Verdacht im Kopf herumgeht, dass es sich doch um Geräte des H.S.S. handelt.
Da sie, ähnlich wie das Uluzzien in Italien/Griechenland relativ isoliert auftreten, habe ich den weiteren Verdacht, dass es sich um eine erste Welle/Vorstöße der Zuwanderer H.S.S. handeln könnte.
Mehrere Wellen der Zuwanderung könnte auch zwanglos die oftmals anzutreffenden Schichten: Mousterien-Aurignacien-Mousterien erklären.

Wie gesagt, nur ein Anfangsverdacht. Mehr nicht.

Grundsätzlich wehre ich mich sogar bei der Zuordnung bestimmter Industrien zu bestimmten Menschenarten. Das ist zu simpel. Es stellt sich ja die Frage, welche Industrie der Jetztmensch eigentlich wirklich vor seiner Einwanderung nach Europa benutzte und welche er mitbrachte.
Die „Explosion“ an Kunst und neuer Geräteindustrie ausgerechnet in Europa...ich weiß nicht. Wohl fühle ich mich damit nicht.

Es ist halt einfach wirklich problematisch, nur aufgrund der Artefakte hier eine Zuordnung zu treffen.

Nix für ungut, ich weiß, ziemlich nebulöse Gedankenfetzen. :roll: :oops: :roll:

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Re: Erfinder oder Plagiatoren?

Beitragvon Blattspitze » 09.03.2011 10:57

Ich tue mich schwer in der Zuordnung zum H.N. Die Industrie ist so deutlich anders, dass mir dauernd der Verdacht im Kopf herumgeht, dass es sich doch um Geräte des H.S.S. handelt


Aus meiner Sicht ganz im Gegentum! Artefakte der Keilmessergruppen (FO z.B. Königsaue, Salzgitter-Lebenstedt, Lichtenberg ...) zeigen doch eine sehr ähnliche Bearbeitungsweise, bifaziale Flächenretusche, dünne Profile, blattförmige Umrisse, häufig einseitig (nach-) retuschierte Schneiden ... ?
Wenn mich nicht alles täuscht, gibt es aus den Schichten der Blattspitzengruppen auch ganz vereinzelt HN - Zähne ...
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